Jahrelang konnten Berlins Tourismuswerber konstant wachsende Gäste- und Übernachtungszahlen verkünden. Doch nach dem Allzeithoch von 2019 (rund 14 Millionen Gäste und 34 Millionen Übernachtungen) erholte sich Berlin nur schwer von der Corona-Delle, knackte 2024 aber wieder die 30-Millionen-Marke – nur um im Jahr 2025 wieder darunter zu rutschen.

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Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) betonte am Mittwoch bei der Präsentation der Zahlen dennoch: „Wir gehören damit immer noch zu den wenigen Städten weltweit, die solche Besucherzahlen erreichen.“ Und versprach zusammen mit Visit-Berlin-Chef Burkhard Kieker eine Erholung der Zahlen in diesem Jahr.
Gäste aus dem Ausland buchen 41 Prozent der Übernachtungen
Die mehr als 700 Beherbergungsbetriebe der Stadt verzeichneten im vergangenen Jahr nach Angaben der Statistiker 29,4 Millionen Übernachtungen (2024: 30,6 Millionen) von rund 12,4 Millionen Gästen (2024: 12,7).
Mit Abstand die meisten Gäste kamen 2025 aus Deutschland (7,9 Millionen). Auf sie entfielen auch die meisten Übernachtungen (17,34 Millionen). Rund 41 Prozent aller Übernachtungen in Hotels und Pensionen mit mindestens zehn Zimmern – Ferienwohnungen und kleinere Häuser werden in der Statistik nicht erfasst – buchten Gäste aus dem Ausland.
Die USA waren mit rund 1,28 Millionen Übernachtungen (–2,2 Prozent) der größte Auslandsmarkt. Wichtigstes europäisches Herkunftsland war Großbritannien mit rund 1,27 Millionen Übernachtungen (–9,1 Prozent), gefolgt von den Niederlanden (786.400; –15,5 Prozent), Spanien (711.500; –2,9 Prozent) und Italien (653.000; –12,6 Prozent). „Auch wenn die etablierten Märkte im Vergleich zum Vorjahr Rückgänge verzeichneten, sind sie für den Berlin-Tourismus zentral“, so Burkhard Kieker.
Neue Gäste kommen aus anderen Regionen der Welt
Erfreulich hätten sich dagegen die Gästezahlen aus anderen Regionen der Welt entwickelt: etwa aus der Türkei (+8,5 Prozent Übernachtungen), aus China (+14,4 Prozent), Indien (+10,0 Prozent), Israel (+9,5 Prozent) und Kanada (+6,6 Prozent).
„Unser Fokus für 2026 ist klar: Mit gezielten Investitionen und einer engen Zusammenarbeit stärken wir den Tourismus – als einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt“, betonte die Wirtschaftssenatorin. Allein in diesem Jahr seien im laufenden Haushalt des Landes Berlin 25 Millionen für Maßnahmen im Bereich der Tourismusförderung vorgesehen. Weitere drei Millionen investiere das Land Berlin, um für eine bessere internationale Anbindung Berlins auf dem Luftweg zu werben.
Berlin fehlen attraktive Flugverbindungen
Dass Berlin attraktive Flugverbindungen fehlen, haben sowohl die Senatorin als auch der Tourismuswerber als eines der Hauptprobleme identifiziert und können sich dabei auf Zahlen stützen: Im Rekordjahr 2019 reisten über Schönefeld und Tegel zusammen rund 35,6 Millionen Passagiere nach Berlin – 2025 waren es am BER rund zehn Millionen weniger. Das macht sich bei den Übernachtungen bemerkbar.
„Die Bundesregierung hat da auch eine Verantwortung“, sagte Giffey, „nicht nur für Berlin, sondern für ganz Ostdeutschland und auch Westpolen. Wir haben die ganz klare Forderung, dass sich das ändern muss, da werden wir auch nicht nachlassen“, sagte Giffey.
180 bis 200 Langstrecken pro Tag starten in Westdeutschland. Und vier bis fünf in ganz Ostdeutschland einschließlich Berlin, ergänzte Kieker. „Wenn Sie sehen, dass sich der hessische Ministerpräsident vergangene Woche gegen eine Emirates-Flugverbindung nach Berlin ausspricht, dann wissen Sie, wie der Kampf gerade läuft: nämlich Bayern und Hessen gegen Berlin, gegen die deutsche Hauptstadt, ausgetragen auf dem Rücken der Menschen in Berlin und Ostdeutschland“, ergänzte Kieker.
Neben besseren Flugverbindungen benötige Berlin auch weitere Großereignisse, allen voran die Olympischen Spiele und auch die Expo 2035: „Wir sind bald eine Vier-Millionen-Einwohner-Metropole, wir müssen groß denken“, sagte Giffey. Jetzt müssten die Ankerevents angegangen werden, die in den kommenden fünf, zehn und auch 15 Jahren Menschen aus aller Welt nach Berlin holen. Darunter auch die 800-Jahr-Feier Berlins im Jahr 2037: „Das ist nur noch neun Jahre hin, das muss man jetzt angehen“, so die Senatorin. Zudem bereitet Berlin eine Internationale Bauausstellung (IBA) 2034 bis 2037 vor, bei der Berlins Flughäfen, das Entwicklungsgebiet Stadteingang West und auch das ICC eine Rolle spielen könnten.
Auch wenn im vergangenen Jahr weniger Gäste nach Berlin kamen: Wirtschaftlich haben sie Berlin erneut ein deutliches Einnahmeplus beschert. Der Umsatz im Tourismus stieg auf 15,1 Milliarden Euro (2024: 13,4 Milliarden Euro), was einer Bruttowertschöpfung von 8,4 Milliarden Euro entspricht. 225.000 Menschen leben direkt oder indirekt vom Tourismus in Berlin.




