Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) müssen weiter auf eine Einigung im Tarifstreit zwischen BVG und Verdi warten – und stehen so vor dem Risiko, dass es zum erneuten Streik durch die Gewerkschaft kommt. Denn nach der dritten Verhandlungsrunde am Mittwoch teilte Verdi mit: Man schließe „weitere Streiks ausdrücklich nicht aus“. Die Gewerkschaft verwies zur Begründung auf die „Blockadehaltung“ der BVG in den aktuellen Gesprächen, in denen es um den sogenannten Manteltarifvertrag geht. Ziel ist es, bessere Arbeitsbedingungen für die rund 16.000 Beschäftigten zu erreichen.

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Die Gewerkschaft kritisierte im Anschluss an die Verhandlung, dass die BVG immer noch kein konkretes Angebot vorgelegt habe. Einen Fortschritt benannte Verdi aber: „Im Gegensatz zu den letzten Verhandlungen wurden jedoch erstmals Zahlen vorgelegt, die beziffern, welche Kosten die einzelnen Forderungen von Verdi verursachen würden“, hieß es. „Bisher hatte die BVG eine nicht nachvollziehbare Gesamtsumme kommuniziert.“

BVG betont erneut: Forderungen sprengen finanzielle Möglichkeiten

Konkret hatte das Verkehrsunternehmen von 150 Millionen Euro gesprochen, die jährlich anfallen würden, um alle Forderungen der Gewerkschaft umzusetzen. Diese verlangt unter anderem 33 Tage Urlaub für alle, eine Erhöhung des Urlaubsgelds um 500 Euro und eine Verringerung der maximalen Schichtlänge auf zwölf Stunden. Außerdem setzt sich die Gewerkschaft für eine 35-Stunden-Woche für alle Mitarbeitenden ab Januar 2027 bei vollem Lohnausgleich ein.

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Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt bemängelte am Mittwoch, die BVG hätte die Aufschlüsselung der Kosten längst vorlegen können. „Dass diese Transparenz erst jetzt kommt, zeigt leider erneut: Die BVG spielt auf Zeit – auf dem Rücken der Beschäftigten und der Fahrgäste“, so Canyurt. Weiterer Kritikpunkt: Laut Verdi stehen nach wie vor Gegenforderungen im Raum, mit denen die BVG eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen durchsetzen wolle. Das sei „nicht akzeptabel“, so Verdi. Canyurt wirft der BVG zudem eine „Provokation“ vor, weil immer noch kein Angebot vorliege. „Die aktuelle Haltung der Arbeitgeberseite verschärft den Konflikt unnötig und gefährdet die dringend benötigte Stabilität im öffentlichen Nahverkehr“, sagte er.

Die BVG betonte nach der Verhandlungsrunde erneut, dass die Forderungen von Verdi die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens weit überschreiten. Die BVG hatte zuletzt deshalb darauf gedrängt, dass Verdi priorisiert, welche Forderungen der Gewerkschaft am wichtigsten sind. Man habe nun selbst einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt, so die BVG. „Aus Sicht des Unternehmens stehen die Themen ‚Modell zur Steigerung der Arbeitszeitsouveränität (mit Testphasen)‘, ,Urlaub‘ und ,Umwandlungsmöglichkeit von Mehrleistung in Geld‘ ganz oben auf der Liste für die nächste Runde“, heißt es.

Sobald Verdi eine Priorisierung benenne, werde die BVG für die nächste Verhandlungsrunde ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Verdi müsse sich jetzt endlich positionieren, sagte Jenny Zeller-Grothe, BVG-Verhandlungsführerin und Vorständin Betrieb und Personal.  Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 4. und 5. März terminiert.