Der Tierpark Berlin kämpft mit Geldproblemen. Das wird aus einem Bericht im „Berliner Kurier“ deutlich, in dem Tierpark-Chef Andreas Knieriem die wirtschaftliche Situation des Unternehmens geschildert hat. In den vergangenen Jahren habe es immer wieder ein Auf und Ab gegeben, sagte er, doch die anhaltende Rezession in Deutschland mache dem Tierpark ebenfalls zu schaffen.

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Im Jahr 2025 lag der Ticketverkauf laut einer Prognose der Senatsfinanzverwaltung deutlich unter dem Vorjahresniveau. „Wesentlichen Einfluss habe hierbei der Verkauf der Tagestickets, der sich rund 32 Prozent unter Plan bewege. Der Verkauf der Jahreskarten werde den Planansatz um rd. 18 Prozent verfehlen. Die Erlöse aus Eintritten würden rd. 3.052.000 Euro unter Plan und rd. 1.168.000 Euro unter dem Vorjahr liegen“, heißt es laut „Berliner Kurier“ darin. 

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Im Jahr 2024 hatte der Tierpark noch Einnahmen von 24,3 Millionen Euro generiert, 2023 rund 24,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Problem liegt nicht nur in den sinkenden Einnahmen aus Tickererlösen, sondern auch an den steigenden Ausgaben. „Die Energiekosten haben sich verdoppelt. Serviceleistungen, zu denen das Reinigen der Besuchertoiletten gehört, sind um 20 bis 30 Prozent teurer geworden“, sagte Knieriem. Auch die Personalkosten seien um 25 Prozent gestiegen.

„Nein, der Tierpark ist nicht arm“, sagte der Tierpark-Chef Knieriem der Boulevardzeitung. „Aber wir müssen uns wie alle in Deutschland fragen, wie weit man den Gürtel enger schnallen muss.“ Dass Menschen in Deutschland sich bei steigenden Energiekosten und Lebensmittelpreisen überlegen, wofür sie ihr Geld ausgeben, bekomme auch der Tierpark zu spüren.

Tierpark Berlin kämpft mit dem Wetter, aber auch Energie- und Personalkosten steigen

Hinzu komme das Wetter, das dem „Freiluftunternehmen“ oft einen Strich durch die Rechnung mache, sagte Knieriem. Die Sommermonate 2024 und 2025 seien verregnet gewesen, auch die Herbstferien 2025 seien nicht besser verlaufen. Wenn es auch noch an Wochenenden regne, schlüge sich das in den Einnahmen nieder, so Knieriem.

Wir wollen niemanden entlassen!

Andreas Knieriem, Direktor des Berliner Zoos und Tierparks

Hart sei auch der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Hönow gewesen. Da der Tierpark in der Gefahrenzone lag, musste er zwei Wochen lang schließen. Besucher und Ticketeinnahmen blieben aus, aber die Tiere mussten natürlich weiterhin versorgt werden. Eine halbe Million Euro Verlust sei allein dadurch entstanden.

Tierpark-Chef will kein Personal entlassen – müssen Flächen verkauft werden?

Wie also weitermachen? Personal wolle Knieriem nicht entlassen, stellte er klar. Um das neue Elefantenhaus betreiben zu können, das im Sommer eröffnen soll, habe man bereits die Fasanerie und Teile des Haustierbereichs dichtgemacht – das Personal werde versetzt. Dass die beiden Areale nun verkauft werden könnten, befürchtet die Lichtenberger Linken-Abgeordnete Hendrikje Klein. „Gibt es Überlegungen oder Pläne, Flächen des Tierparks aus dem Gesamtareal herauszulösen und zu veräußern bzw. zu verpachten?“, fragte sie die Senatsfinanzverwaltung.

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„Die Tierpark GmbH teilt mit, dass wirtschaftliche Herausforderungen auch künftig bestehen bleiben. […] Vor diesem Hintergrund kommt individuellen, auf den Betrieb zugeschnittenen Lösungsansätzen eine besondere Bedeutung zu. Eine Option sei die Herauslösung von Flächen. Dies wird aktuell senatsseitig geprüft“, heißt es aus der Antwort, die dem „Berliner Kurier“ vorliegt. Knieriem sprach mit der Zeitung nicht über derartige Pläne. Die beiden Gehege seien die entlegensten Areale mit den wenigsten Besuchern gewesen, deshalb habe man sie geschlossen. Laut dem Tierpark-Chef waren sie außerdem personalintensiv.