Der Hauptstadt-Flughafen BER wird für Richter in Königs Wusterhausen zur Belastungsprobe. Einem „Tagesspiegel“-Bericht zufolge seien im Amtsgericht der 40.000-Einwohner-Stadt in Brandenburg 30 Vollzeitrichter damit beschäftigt, Fluggastverfahren zu verhandeln. Mehr als 19.000 Fluggastklagen habe es dort allein im vergangenen Jahr gegeben.

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Anlass der Massenklagen sind Verspätungen oder Annulierungen von Flügen am BER. Woher diese Flut an Fällen kommt? Nach einer EU-Verordnung von 2004 haben Passagiere bei Verspätungen über drei Stunden Anspruch auf Pauschalen von mehreren Hundert Euro. Passagiere können gegen Provision auf hochspezialisierte Legal-Tech-Firmen wie die Flightright GmbH zurückgreifen, die gegen die Airlines klagen – und in den meisten Fällen gewinnen.
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So kommt die Flut an Fluggastverfahren zustande – bewerkstelligen muss sie im Fall des BER das Amtsgericht Königs Wusterhausen. 2025 habe es 29 Prozent mehr Fluggastklagen als im Vorjahr gegeben, sagte Stephan Lehmann, Direktor des Amtsgerichts, dem „Tagesspiegel“. Diese zählen zu Zivilverfahren und machen dort inzwischen 92,5 Prozent aller Streitigkeiten aus, heißt es.
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Flughafen BER: Amtsgericht ertrinkt in Fluggastklagen – Richter unter Druck
Das kleine Amtsgericht ertrinke förmlich in der Klageflut: Im Durchschnitt haben Zivilklagen in Königs Wusterhausen vor Eröffnung des BER 3,2 Monate gedauert, nun seien es 5,6 Monate. Elmar Giemulla, Professor für Luftrecht an der TU Berlin, sagte dem „Tagesspiegel“, dass die Justiz durch diese Massenklagen „geradezu erstickt“ werde.
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Um das Problem in den Griff zu bekommen, setze das Amtsgericht Königs Wusterhausen jetzt auf Künstliche Intelligenz. Das System „KAI“ („Königs Wusterhausen Artificial Intelligence“) sei seit Februar 2025 im Einsatz und helfe Richtern bei der Recherche, indem es vergleichbare Entscheidungen analysiert.
pvt/BM






