Das Handy ans Ohr halten oder kurz aufs Display schauen – und trotzdem weiterfahren. Genau das riskieren viele Berlinerinnen und Berliner jeden Tag. Im vergangenen Jahr konnte die Polizei in 61 Fällen die verbotene Nutzung des Handys am Steuer als Unfallursache nachweisen. Dabei wurden bei 26 Unfällen Menschen zum Teil schwer verletzt. Insgesamt stieg die Zahl der Crashs im Zusammenhang mit Handynutzung – im Jahr 2024 gab es 57. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der SPD an den Berliner Senat hervor, über die zuerst die „B.Z.“ berichtete.

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Doch wie kann die Polizei ermitteln, ob die Handynutzung die Ursache für einen Unfall war? Das ist durch Zeugenaussagen möglich. Auch eine verzögerte Reaktion eines Fahrers, ein offenliegendes Gerät oder ein auffälliger Unfallhergang können Hinweise liefern. Jedenfalls: Besteht bei der Unfallaufnahme der Verdacht, wird das Handy beschlagnahmt. Gibt dann ein Richter seine Genehmigung, kann das Gerät ausgewertet werden.
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Berliner Polizei kontrolliert verstärkt an Kreuzungen
Im Schnitt erwischte die Polizei 2025 täglich 49 Handysünder. Vor allem stellt sich die Frage, wie Unfälle durch Handynutzung vermieden werden können. In Berlin kontrolliert die Polizei deswegen vor allem an Kreuzungen stärker. Allein 1466 Einsätze gab es in elf Monaten des Vorjahres.
In Rheinland-Pfalz wird seit April 2025 auf einer Autobahnbrücke in Mainz ein Handy-Blitzer eingesetzt. Durch eine Kamera werden Aufnahmen in das Fahrzeug hinein angefertigt, die dann von einer Künstlichen Intelligenz ausgewertet werden. Erkennt diese, dass möglicherweise ein Handy bei der Fahrt genutzt wird, speichert der Blitzer die Aufnahme. Sie wird im Anschluss von geschulten Polizisten ausgewertet.
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Berliner Senat setzt auf Bußgelder statt Handy-Blitzer
In anderen Bundesländern wie Berlin ist der Einsatz derzeit nicht möglich. Der Berliner Senat erklärte, die rechtlichen Voraussetzungen würden derzeit nicht vorliegen. Die derzeit geltenden Bußgelder (ab 100 Euro und 1 Punkt) werden als ausreichend angesehen. Für Linda Vierecke (SPD) ist das zu wenig: „Wenn man überlegt, welche Folgen es haben kann, ein Handy während der Fahrt zu nutzen, dann halte ich das Bußgeld für nicht angemessen.“






