Von allen Bundesländern sind die Bewohner von Berlin am unzufriedensten damit, wie der Schneeräumdienst bei Glätte arbeitet: 80 Prozent der Berlinerinnen und Berliner geben an, dass Gehwege in ihrer Umgebung in diesem Winter unzuverlässig geräumt oder gestreut werden. Das zeigt eine neue Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsunternehmens Civey. Sie wurde im Auftrag der FUNKE Mediengruppe durchgeführt, zu der auch diese Redaktion gehört.

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Damit weichen die Berlinerinnen und Berliner extrem stark vom Bundesdurchschnitt ab: Laut der Umfrage bewerteten 44 Prozent der befragten Deutschen die Räumung in ihrer Umgebung als unzuverlässig. Im Schnitt gaben hingegen 41 Prozent der Befragten in Deutschland an, dass bei ihnen zuverlässig geräumt werde. 15 Prozent sind unentschieden. Vor allem im Vergleich der Bundesländer fallen die Unterschiede auf: Im Norden wird nach Angaben der Befragten eher unzuverlässig geräumt, im Süden Deutschlands bewerten die Menschen den Schneeräumdienst als weitaus verlässlicher.
Glätte in Deutschland: Am zuverlässigsten schätzen Bayern den Winterdienst ein
Den Höchstwert erreicht Bayern: Dort geben 52 Prozent der Befragten an, dass bei ihnen Gehwege sorgfältig geräumt oder gestreut werden. Auch in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und im Saarland bewerten die Menschen den Räumdienst eher als zuverlässig als unzuverlässig. Das sieht in den nördlicheren Bundesländern fundamental anders aus. In Mecklenburg-Vorpommern geben 68 Prozent der Befragten an, dass unzuverlässig gestreut und geräumt wird, in Hamburg sind es 65 Prozent, in Schleswig-Holstein 62 Prozent.
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Die Daten auf Bundeslandebene basieren auf sogenannten Small-Area-Methoden. Die Ergebnisse sind laut Civey repräsentativ unter Berücksichtigung des statistischen Fehlers. Zwischen dem 8. Januar und 4. Februar 2026 sowie vom 2. bis 3. Februar hat das Markt- und Meinungsforschungsunternehmen rund 5000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren online befragt.
Berlin: Menschen halten Räumdienst für unzuverlässig – und sorgen sich vor Stürzen
Auffällig ist: In keinem anderen Bundesland scheint so schlecht geräumt zu werden wie in der Hauptstadt. Das spiegelt sich auch in ihrer Sorge wider, im Winter bei Glätte oder Schnee zu stürzen oder einen Unfall zu haben: 50 Prozent der Befragten in Berlin fürchten sich vor einem solchen Szenario, nur 30 Prozent machen sich geringe Sorgen darum. Berlin ist wieder Spitzenreiter.
Und auch bei den tatsächlichen Stürzen sieht es im Bundesvergleich nicht besser aus: In Berlin geben 51 Prozent der Befragten an, dass sie selbst oder eine Person aus ihrem Umfeld in diesem Winter durch Glätte gestürzt sind. Damit weicht die Hauptstadt erneut drastisch vom Bundesdurchschnitt ab. 71 Prozent der befragten Deutschen geben an, keinen Sturz bei sich oder Menschen in ihrem Umfeld mitbekommen zu haben. Nur ein Viertel der befragten Deutschen beklagt Stürze bei sich oder in ihrem Umfeld.
Die Umfrage erscheint nach Tagen, an denen in Berlin die Debatte um den Einsatz von Streusalz gegen die Glätte erneut entfacht ist. Auf Betreiben des Naturschutzbundes (Nabu) hat das Verwaltungsgericht Berlin am Mittwoch entschieden, dass der private Einsatz von Streusalz auf glatten Gehwegen und Plätzen ab sofort wieder verboten ist. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hatte die Ausnahme von dem aus Umweltgründen geltenden Salzverbot erst am vergangenen Freitag erlaubt, um Gefahr für Leib und Leben abzuwenden, wie es damals hieß.






