Zur Berichterstattung über den Warnstreik im Nahverkehr

Tarifverhandlungen sind ein hohes Gut und daher für Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite eine Verpflichtung, diese lösungsorientiert und kompromissbereit zu führen. Ein Streik sollte daher nur das absolut letzte Mittel sein und nicht bereits am Beginn der Tarifverhandlungen als Drohung wie eine Keule auf dem Tisch liegen. Verdi-Gewerkschafter zeigen jedoch immer wieder, dass sie den Sinn des Streikrechts nicht verstanden haben. Ein Streik soll als Druckmittel gegen die Arbeitgeberseite eingesetzt werden, um ein Entgegenkommen zu erwirken, und ist komplett wirkungslos, wenn damit vorrangig die das Unternehmen tragende Kundenbasis getroffen wird. Es entsteht der BVG durch das Nichtbefördern der Fahrgäste kaum ein nennenswerter Einnahmeausfall, da der überwiegende Teil der Fahrgasteinnahmen über Monats-, Umwelt- und Deutschlandtickets erzielt wird und weniger über Tagesfahrscheine. Wo also ist das Druckmittel? Man kann die Buchhaltung, Werkstätten, Automatenwartung und den Verkauf von Fahrkarten bestreiken, aber jedes Jahr aufs Neue die Kunden, die auf die BVG angewiesen sind, und letztlich für alle Gehälter einschließlich des Vorstands aufkommen? Der Gipfel jedoch ist es, Straßenbahnen zur Vermeidung der Vereisung der Oberleitungen während des Warnstreiks fahren zu lassen, die Beförderung der Fahrgäste auf diesen Fahrten jedoch abzulehnen. Erwartet Verdi dafür tatsächlich unser Verständnis? Hier der Appell an Gewerkschaft und Firmenleitung: Setzt euch zusammen und entwerft einen realistischen Plan für die kommenden fünf bis zehn Jahre, wie die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter Schritt für Schritt denen anderer Verkehrsverbünde angepasst werden können, anstatt die Fahrgäste jedes Jahr als Geiseln der Tarifauseinandersetzung zu missbrauchen.

Carsten Zachariae, per E-Mail

In den sozialen Netzwerken war auch dank herrlich reißerischer Überschriften wieder ein kollektives Aufplustern und Gezeter gegen Verdi zu vernehmen. Dass es dieses Mal um den Manteltarifvertrag, also um bessere Arbeitsbedingungen und eher weniger um Lohnerhöhungen ging, dass diesem Streik bereits zwei erfolglose Verhandlungsrunden vorausgegangen waren, darüber schwieg man in manchen Artikeln bewusst oder packte dies geschickt irgendwo ans Ende in einen Nebensatz. Man macht es sich dieser Tage echt einfach, Stimmung gegen Gewerkschaften zu machen, aber wenn es dann dazu kommt, nimmt man deren Errungenschaften wie die Fünf-Tage-Woche, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder den Schutz vor willkürlichen Kündigungen wie in den USA offenbar doch ganz gerne mit, oder? 

Constanze Meyer-Roick, per E-Mail

Die Tarifverhandlungen sind nun mal jetzt und nicht im Frühjahr oder Sommer. Als Streikende/r jetzt draußen zu stehen, ist für die Teilnehmenden auch kein Zuckerschlecken.

Melanie Elumelu, per Facebook

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Zur Berichterstattung über die Glatteis-Gefahr und den Streusalz-Streit

In was für einer Stadt leben wir hier eigentlich? Da wird das Selbstverständlichste tagelang zum Politikum: nämlich Streuen im Winter. Im Sommer wird dann wahrscheinlich wochenlang über das Aufspannen von Sonnenschirmen diskutiert. In was für einer politisch grotesken Welt lebt diese Stadt?

Detlef Trzeciak, per E-Mail

Wenn die Gehwege innerhalb des S‑Bahnrings schon schlecht sind, was sollen dann die Nutzer der Wege in den Außenbezirken sagen? Die sind schon im trockenen Zustand kaum noch zu benutzen, da sie langsam zuwachsen und die kleinen Katzenkopfsteine so uneben und holperig sind, dass man selbst mit einem Rollator kaum gefahrlos laufen kann. Der sichere Weg ist auf der Straße, da stolpert man nicht so schnell. Bei Frost und Glätte sind die Wege schon gar nicht mehr zu benutzen.

Jürgen Tramburg, per E-Mail

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Zum Artikel „Umami: Das Beben am Gaumen“ vom 31. Januar

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Frau Reichert bezeichnete Umami als den fünften Geschmack auf der Zunge als schwer zu beschreiben. Da stapelte sie sehr tief. Mich hat der gesamte Artikel nicht nur gefesselt, sondern auch mit einer lebendigen und leidenschaftlichen Beschreibung fasziniert. Als Leser schmeckte man alles mit in der Beschreibung. Eine sehr gute Bildsprache, die Kopfkino erzeugte. Ich tauchte in den Text von Frau Reichert ein und bekam das Gefühl, dabei zu sein. Sehr überzeugend und inspirierend, was mich begeisterte. Die Klarheit und die kleinen Witzeleien belebten das Interesse, den gesamten Artikel zweimal zu lesen. Mir wird nichts anderes übrig bleiben, eines der Restaurants aufzusuchen und mir das „Beben am Gaumen“ wirklich werden zu lassen.

Fritz Houdek, per E-Mail

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