BVG-Streik zu ungünstigem Zeitpunkt – „Bei diesem Wetter?“
Es ist ungewöhnlich still. Normalerweise drängen sich morgens die Menschen über den Hackeschen Markt, doch heute legt der BVG-Streik den Berufsverkehr lahm. Nur vereinzelt zücken Passantinnen und Passanten ihre Smartphones, um nach Alternativen in der App zu suchen. Viele scheinen den Ausfall gelassen hinzunehmen – doch wie stark trifft der Stillstand die Berlinerinnen und Berliner wirklich?
Eine, die es trotzdem eilig hat, ist Rose M.. Sie schaut gestresst auf ihr Handy und eilt mit schnellen Schritten zur Arbeit: „Es ist so stressig. Ich bin schon jetzt 20 Minuten zu spät für die Arbeit und noch nicht einmal da – und es ist erst Montag!“ Sie habe Verständnis für die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, findet aber, dass der Zeitpunkt ungünstig sei: „Bei diesem Wetter?“
Auch Burhan S. blickt mit gemischten Gefühlen auf den Streik. Er sorgt sich vor allem um die, die auf geöffnete Stationen angewiesen sind. „Wenn die U-Bahnhöfe geschlossen sind, was ist dann mit den Obdachlosen?“, fragt er. Der 33‑Jährige ist selbst verspätet, nimmt es aber gelassener. „In einer Großstadt passiert so etwas. Wir sind in Berlin mit dem Nahverkehr immer noch privilegiert“, meint er und betont, dass er die Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen unterstütze.
Nate O. dagegen hat Glück: Für ihn läuft trotz Streik alles nach Plan – und das ist wichtig, denn heute steht seine C1-Deutschprüfung an. „Gott sei Dank bin ich kaum betroffen“, sagt der 31‑Jährige erleichtert. Der 31-Jährige versteht die Beweggründe der Gewerkschaft, weiß aber auch, dass viele Mitarbeitende innerhalb der BVG den Streik kritisch sehen. „Kann man nichts machen“, meint er gelassen.