Die Gewerkschaft Verdi hat in der laufenden Tarifrunde bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) für Montag zu Warnstreiks aufgerufen. Der Tram-, Bus- und U-Bahnverkehr soll dann ganztägig bestreikt werden, teilte die Gewerkschaft mit. Fahrgäste müssen sich darauf einstellen, dass der gesamte Nahverkehr der BVG zum Erliegen kommt.

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Die Berliner S-Bahn ist nicht betroffen. Sie wird von der Deutschen Bahn betrieben. Zudem fahren Regio-Züge regulär. Auch einzelne Bus-Linien, die von privaten Unternehmen im Auftrag der BVG unterwegs sind, dürften unterwegs sein, Informationen darüber lagen aber zunächst nicht vor.
BVG-Streik am Montag (2. Februar): Wer fährt – und wer nicht? Der Überblick
| Verkehrsmittel | Lage am 2. Februar |
|---|---|
| U-Bahnen | Streik, kein U-Bahn-Verkehr |
| Busse der BVG | Streik, kein Busverkehr |
| Trams | Streik, kein Tram-Verkehr |
| Busse im Auftrag der BVG | fahren voraussichtlich |
| S-Bahn Berlin | kein Streik, regulärer Verkehr |
| Regionalbahnen der Deutschen Bahn | kein Streik, regulärer Verkehr |
| Regionalbahnen der ODEG | kein Streik, regulärer Verkehr |
BVG-Streik: Gewerkschaft macht Druck, BVG reagiert
Verdi wirft den Arbeitgebern vor, in der aktuellen Tarifrunde kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt zu haben. Stattdessen forderten die Arbeitgeber sogar Verschlechterungen bei den tariflichen Regelungen, insbesondere bei der Wochenarbeitszeit, den Zuschlägen und den Regelungen zum Krankengeldzuschuss.
Die BVG verurteilte die Streikankündigung, scharf. „Die Verhandlungen haben noch nicht einmal richtig begonnen. Voraussetzung für zielführende Verhandlungen und ein ernsthaftes Angebot sind realistische und fokussierte Forderungen“, teilte ein Sprecher mit. Die BVG appellierte an die Gewerkschaft, den Streikaufruf zurückzunehmen und Lösungen am Verhandlungstisch zu finden.
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Streikaufruf von Verdi: BVG prüft juristische Schritte
Angesichts der aktuellen Extremwetterlage und der weiterhin bestehenden Herausforderungen, insbesondere im Straßenbahnbetrieb gefährde die Arbeitsniederlegung den Tramverkehr in Berlin erneut. Wenn bei der angekündigten Wetterlage die von vielen unermüdlichen Mitarbeitenden rund um die Uhr mühsam enteisten Oberleitungen nicht regelmäßig befahren werden, drohten durch Wiedervereisung erneute Einschränkungen für die Fahrgäste.
Das Unternehmen müsse das historisch hohe Ergebnis der Entgeltrunde 2025 stemmen. Es sei in den Revisionsverhandlungen gelungen, die daraus resultierenden Mehrkosten für Personal von rund 140 Millionen Euro pro Jahr langfristig und nachhaltig über den Verkehrsvertrag, und damit Landesmittel, aufzufangen. Im aktuellen Jahr sei dagegen kaum Spielraum vorhanden, weshalb gemeinsam über nachhaltige Maßnahmen zur Entlastung der Mitarbeitenden gesprochen werden müsse, ohne die wirtschaftliche Stabilität der BVG zu gefährden.
Aufgrund der zu erwartenden „massiven und völlig unverhältnismäßigen Auswirkungen auf die Fahrgäste“ prüfe die BVG rechtliche Schritte gegen den Streikaufruf der Gewerkschaft, heißt es weiter.
Auch Fußverkehr-Aktivist Roland Stimpel hält angesichts der vereisten Gehwege in Berlin den für Montag angekündigten BVG-Warnstreik für falsch. „Ich habe viel Verständnis für die Belange der BVG-Beschäftigten – aber kein Verständnis dafür, sie in diesen ungeeigneten Zeiten durchzusetzen“, sagt der FUSS e.V.-Chef. Gerade angesichts der vereisten Wege seien vor allem ältere Menschen auf den Bus angewiesen, um durch die Stadt zu kommen.
Zwei Gesprächsrunden bisher ohne Ergebnis
Zwei Gesprächsrunden zwischen den beiden Tarifparteien sind bisher ohne Ergebnis geblieben. Verdi verhandelt derzeit parallel in allen 16 Bundesländern mit den Verkehrsunternehmen. Während sich die Tarifrunde im vergangenen Jahr um mehr Geld drehte, geht es dieses Mal in den meisten Ländern um den sogenannten Manteltarifvertrag, so auch in Berlin. Dieser regelt vor allem die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.
Verdi fordert unter anderem mehr Urlaubstage für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden sowie mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage. Außerdem will die Gewerkschaft eine Erhöhung der sogenannten Wendezeit auf sechs Minuten ohne Ausnahme. Das betrifft die Zeit, die Fahrerinnen und Fahrer an einer Endhaltestelle haben, bevor sie wieder in die Gegenrichtung aufbrechen.
Der BVG zufolge hat die Gewerkschaft in der ersten Runde ihren Forderungskatalog noch einmal ausgeweitet. Darin enthalten sei auch eine 35-Stunden-Woche, die die Gewerkschaft durchsetzen wolle. Verdi selbst hatte sich bisher nicht dazu geäußert.
dpa/tok




