Warum werden die Kartoffeln verteilt?

Die Osterland Agrar GmbH blieb auf den 4000 Tonnen sitzen. Das sind etwa 40 Prozent der Jahresernte des mittelständischen Betriebs aus Frohburg bei Leipzig. Die Kartoffeln wurden bestellt und bezahlt, dann aber nicht abgeholt. Der Großhändler hätte für den Transport höhere Kosten gehabt, als er mit dem Weiterverkauf eingenommen hätte. Grund dafür ist die üppige Kartoffelernte in diesem Jahr. Der Markt ist schlicht übersättigt. Das führt zum einen zwar zu niedrigen Preisen im Supermarkt, aber auch dazu, dass viele Landwirte ihre Kartoffeln nicht loswerden und vernichten müssen. Auch bei Osterland stand man vor Platzproblemen.

Um welche Kartoffelsorte handelt es sich?

Die Sorte nennt sich Agria und ist zumeist mehligkochend. Sie stammen aus konventioneller Landwirtschaft, sind hochwertig und entsprechen allen deutschen Lebensmittelstandards. Sie wurden in einer Halle auf dem Hof in Frohburg gelagert, wo sie mit einem bio-zertifizierten, organischen Mittel zur Keimhemmung behandelt wurden. Die Kartoffeln sind ungewaschen, weil sie so länger haltbar sind. 2022 wurde die Agria übrigens zur „Kartoffel des Jahres“ gekürt.

Gibt es die Kartoffeln wirklich umsonst?

Ja. Sie werden den Verteilstellen kostenlos zur Verfügung gestellt und dürfen nur kostenlos an Dritte weitergegeben und nicht weiterverkauft werden.

Kann ich auch bei Osterland Agrar direkt Kartoffeln abholen?

Auf gar keinen Fall! Die Firma bittet dringend darum, dass niemand zu ihnen kommt, weil das die Betriebsabläufe komplett durcheinanderbringen würde. Eine Kartoffelausgabe vor Ort ist unter keinen Umständen möglich.

Wie viele Kartoffeln darf ich mitnehmen?

Im Prinzip: So viele, wie Sie wollen. Aber denken Sie auch an andere, die sich ebenfalls über einige kostenlose Kartoffeln freuen.

Irgendwie sehen die Kartoffeln anders aus als die im Laden. Wie kommt das?

Diese Kartoffeln wurden vom Feld geerntet und in der Halle der Osterland Agrar in Frohburg südlich von Leipzig eingelagert. Sie wurden allerdings nicht gewaschen, das passiert erst im nächsten Schritt. Die kostenlosen Kartoffeln kommen frisch vom Feld, Erde haftet noch an. Im Lager liegen sogar noch Steine zwischen den Kartoffeln, die fälschlicherweise vom Acker „mitgeerntet“ wurden. Bei der Abfüllung in die Big Bags für Berlin wurden allerdings alle Steine bei einer Kontrolle aussortiert.

Sind die Kartoffeln bio?

Der herstellende Betrieb befindet sich in der laufenden Umstellung auf Bio-Produktion. Viele der angebauten Produkte erfüllen bereits die Bio-Voraussetzungen, die Kartoffeln sind allerdings nach herkömmlichem Verfahren angebaut.

Es gibt ganz schön große Brummer unter den Kartoffeln. Warum sind die so riesig?

Diese Kartoffeln waren ursprünglich für die Produktion von Pommes Frites gedacht, und dafür nutzt man am besten große Kartoffeln, um lange Pommes schneiden zu können. Osterland-Agrar-Geschäftsführer Markus Wiggert schwört auf Pommes aus Agria-Kartoffeln, zubereitet in der Heißluftfritteuse.

Wird es nächstes Jahr wieder eine solche Aktion geben?

Eine Wiederholung ist nicht geplant.