Dass Gregor Gysi als prominenter Kommunist eine gewisse Distanz zur Religion pflegt, liegt auf der Hand. Berührungsängste kennt der Alterspräsident des Deutschen Bundestages jedoch nicht. Und so wird der in Treptow-Köpenick direkt gewählte langjährige Vorsitzende der SED-Nachfolgepartei PDS am Sonntag, den 18. Januar in einer katholischen Kirche predigen.

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In der Gemeinde Heilig Geist in Westend (Bayernallee 28, 14502 Berlin) macht der 77-Jährige Politiker den Auftakt einer Reihe, in der bekannte Persönlichkeiten fast jeden Monat jeweils in einer Sonntagsmesse um 11.30 Uhr sprechen werden. „Sie werden ihre persönlichen Erfahrungen mit uns teilen“, heißt es auf der Homepage der Gemeinde, sie werden „erzählen von Momenten, in denen Gott für sie spürbar wurde – in Kindheit und Krise, in Verantwortung und Berufung, in besonderen Begegnungen oder unverhofften Augenblicken“. Die Predigten zeigten, „wie vielfältig Menschen heute glauben, zweifeln, suchen und finden“.
Auch Wolfgang Bosbach, Dirk Niebel und Schauspieler Thomas Heinze werden predigen
Danach gebe es immer noch ein kurzes Nachgespräch. Jeder Laien-Prediger soll auch auf das jeweilige Evangelium des Tages eingehen. Im Falle Gysis ist das ein Teil des Johannesevangeliums, in dem Johannes der Täufer Zeugnis für Jesus ablegt.
Am 15. Februar ist der Medienmanager und langjährige BZ-Chefredakteur Georg Gafron angekündigt. Im März folgt der Filmproduzent Martin Krug. Für Juni hat sich der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete und frühere Talk-Show-Dauergast Wolfgang Bosbach angesagt. Im Oktober soll der frühere Entwicklungshilfe-Minister Dirk Niebel (FDP) sprechen, der inzwischen für den Rüstungskonzern Rheinmetall tätig ist. Im Dezember wird der Schauspieler Thomas Heinze (u.a. Der Alte) die Reihe beenden.





