Das neue Jahr bringt wie üblich auch Tarifverhandlungen zwischen den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und der Gewerkschaft Verdi. Am Dienstag gab es das erste Treffen, bei dem über einen neuen Manteltarifvertrag gesprochen wurde. Für Fahrgäste bedeutet das auch, dass in den kommenden Wochen wieder Warnstreiks drohen könnten. Bis zum Nachmittag saßen beide Seiten zusammen. Die BVG teilte im Nachgang mit, sie habe ihre Vorstellungen gegenüber Verdi verkündet. Die Gewerkschaft wiederum habe ihre Forderungen „konkretisiert und ausgeweitet“, so das Unternehmen. „Die BVG wird das Forderungspaket nun intern bewerten und sich auf dieser Grundlage auf die kommenden Verhandlungsrunden vorbereiten.“

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Verdi-Verhandlungsführer Serat Canyurt sagte am Abend, die BVG habe während des ersten Treffens kaum eine Reaktion auf die Forderungen der Gewerkschaft gezeigt, obwohl diese seit Ende November bekannt seien. In der nächsten Verhandlungsrunde Ende des Monats erwarte man eine Stellungnahme dazu. „Da muss inhaltlich etwas kommen“, sagte er.
Während sich die Tarifrunde im vergangenen Jahr um mehr Geld drehte, geht es dieses Mal um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. Verdi fordert unter anderem eine Mindestruhezeit zwischen den Schichten von elf Stunden, 500 Euro mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage sowie mehr Urlaub für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für alle soll es demnach 33 Urlaubstage geben.
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Verdi fordert 33 Urlaubstage für BVG-Mitarbeiter – so regelt es die S-Bahn
Erst im vergangenen Jahr wurde im Tarifvertrag die Zahl der Urlaubstage für alle BVG-Beschäftigten auf 30 erhöht. Geplant ist zudem, ab diesem Jahr eine Wahlmöglichkeit zwischen 500 Euro Urlaubsgeld oder zwei zusätzlichen Entlastungstagen zu schaffen. Die Wahl, ob sie mehr Urlaub oder mehr Geld haben möchten, haben auch Beschäftigte anderer Unternehmen, etwa der Deutschen Bahn und damit auch der Berliner S-Bahn.
Neue Mitarbeiter haben dort grundsätzlich Anspruch auf 28 Tage Urlaub, weniger also als bei der BVG. „Dieser Anspruch erhöht sich nach fünf und zehn Jahren Betriebszugehörigkeit um jeweils einen Tag“, erklärt ein Bahn-Sprecher. Darüberhinaus können die Mitarbeiter selbst entscheiden, ob sie lieber sechs oder zwölf Tage mehr Urlaub oder stattdessen etwa 2,6 beziehungsweise 5,2 Prozent mehr Gehalt wollen. In Summe seien so bis zu 42 Tage Urlaub im Jahr möglich, heißt es. Zudem gibt es, abhängig davon, wie viel Nachtarbeit zwischen 20 und 6 Uhr geleistet wird, Anspruch auf Extra-Urlaub.
Nächste Verhandlungsrunde bei der BVG am 29. Januar
In vielen anderen Branchen gelten 30 Tage Urlaub als Standard, etwa für Ärzte und Pflegekräfte an der Charité. Dort gibt es ebenfalls Extra-Urlaubstage für Mitarbeiter im Schichtdienst. 30 Tage sieht beispielsweise auch der Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie vor, der unter anderem für Mercedes oder Siemens gilt.
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Die BVG hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in Berlin im Vergleich zu anderen Bundesländern schon jetzt zu den großzügigsten gehörten. Verdi verhandelt bundesweit parallel über die Manteltarife im öffentlichen Nahverkehr in allen 16 Bundesländern – auch das ist ein Grund, warum trotz vergleichsweise guter Arbeitsbedingungen in Berlin ebenfalls gestreikt werden könnte. Bei den letzten Manteltarifverhandlungen 2024 wurden Arbeitskämpfe nahezu bundesweit gleichzeitig organisiert.
Auch die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder finden aktuell statt und bringen Streiks unter anderem in landeseigenen Kitas, Bürgerämtern oder bei der Feuerwehr. Bei der BVG ist die nächste Verhandlungsrunde mit Verdi für den 29. Januar angesetzt, weitere Termine sollen im Februar und März folgen.
mit dpa





