Angesichts zweistelliger Minusgrade, die in den kommenden Nächten erwartet werden, stellt die Sozialsenatsverwaltung kurzfristig 100 zusätzliche Übernachtungsplätze in der Kältehilfe bereit, wie sie am Freitag verkündete. Die Gesamtzahl steige damit auf 1256 Plätze. Bei Bedarf könnten weitere Unterkünfte bereitgestellt werden. „Unser Motto gilt auch diesen Winter: Wer ein Bett braucht, bekommt auch eins“, erklärte Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD).

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Die Polizei werde Obdachlosen Aufenthalt an warmen Orten gewähren, Krankenhäuser keine Menschen ohne Krankenkarte abweisen oder solche ohne Unterkunft auf die Straße entlassen, heißt es weiter. Bibliotheken seien ebenfalls zum Schutz vor Kälte geöffnet. „Ich bitte alle Menschen in Berlin, bei diesen eisigen Temperaturen besonders achtsam durch die Stadt zu gehen“, appellierte Kiziltepe. „Sprechen Sie Menschen in der Kälte auf Augenhöhe an. Fragen Sie, ob diese Menschen Hilfe brauchen.“

Sprechen Sie Menschen in der Kälte auf Augenhöhe an. 

Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD)

Kältehilfe: Hier erhalten Obdachlose Schutz

Spenden für die Kältehilfe

Berliner helfen e.V., der Verein der Berliner Morgenpost unterstützt seit vielen Jahren die Kältehilfe der Stadt Berlin, darunter die Berliner Stadtmission, Kälte- und Wärmebusse, Obdachlosen-Tagesstätten und Suppenküchen.  

Wenn Sie spenden möchten: Berliner helfen e. V.
Stichwort: „Kältehilfe“.
IBAN: DE73 3702 0500 0003 3071 00, BIC: BFSWDE33XXX.
Durch einen Klick auf die IBAN-Nummer können Sie direkt online spenden.

Weitere Infos unter Tel. 030 8872–77844 oder per E- Mail an: kontakt@berlinerhelfen.de

Weiterhin werden Aufenthalts- und Unterbringungsmöglichkeiten in den folgenden Einrichtungen zur Verfügung gestellt: 50 Plätze im Nachtcafé der Berliner Stadtmission am Hardenbergplatz 13, das ab Freitagabend bis Montagfrüh von 21.30 bis 8 Uhr geöffnet hat. Bis zu 30 Plätze gibt es in der Notunterkunft Berlepschstraße 36 – ab Freitag, 9. Januar, um 20 Uhr, ab 10. Januar bis 16. Januar von 19 Uhr bis 7 Uhr. Ab Sonnabend stellt das Nachtcafé Pfarrei Bernhard Lichtenberg, Gemeinde Herz Jesu/Schönhauser Allee 182, 17 Plätze bereit.

Am Montag sollen weitere 50 Plätze in der Porschestraße (Mariendorf) sowie 30 Plätze im Nachtcafé am Kotti (Reichenberger Straße 131 in Kreuzberg) zur Verfügung stehen.

Sturmtief „Elli“: Warum das große Schneechaos ausblieb

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Bereits am Donnerstag wurde vor extremen Wetterverhältnissen gewarnt. Doch das große Schneechaos blieb aus. Warum? „Die Basis von Wettervorhersagen ist nicht, dass jemand in die Wolken guckt, sondern dass man ein mathematisches Modell laufen lässt, das alle Wetter-Parameter in die Zukunft rechnet“, erklärte Uwe Ulbrich, Professor für meteorologische Extremereignisse an der Freien Universität (FU) Berlin, im Gespräch mit der Morgenpost. Solche Berechnungen würden mit unterschiedlichen Modellen, nicht nur denen vom Deutschen Wetterdienst, sondern auch solchen aus anderen Ländern durchgeführt.

Auf dieser Grundlage würden Wahrscheinlichkeiten errechnet. „Im aktuellen Fall war es tatsächlich so, dass einige Modelle eine Kombination von Windgeschwindigkeit, Schneefall und Temperatur vorhergesagt haben, bei der ich mir vorstellen kann, dass Schneeverwehungen, die etwa auf der Autobahn zur Gefahr werden, entstehen können“, so Ulbrich. Schon kleine Unterschiede in den Parametern, wie Windgeschwindigkeiten, die niedriger ausfallen, könnten einen relativ großen Unterschied machen. Auf die Frage, ob die Berechnungsmodelle überarbeitungswürdig sind, sagt der Forscher: „Es gibt nichts, was man nicht verbessern könnte.“

Der berühmte Meteorologe Jörg Kachelmann echauffierte sich auf X öffentlich über die Panikmache vor dem angeblichen Winterchaos. Seine Kritik: Die Glaubwürdigkeit von Wettervorhersagen werde untergraben, wenn Prognosen derart in sich zusammenbrechen. „Es ist besser, einmal zu viel gewarnt zu haben als zu wenig“, meint hingegen FU-Forscher Uwe Ulbrich. „Dass die jüngsten Warnungen des Wetterdienstes eine so starke Wirkung hatten, erkläre ich mir damit, dass wir seit längerer Zeit wieder eine richtig starke Winterlage haben.“