Die eigene Fraktion beteiligt sich nicht daran, politischen Druck auf den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wegen des Umgangs mit seinem Tennismatch am Samstagmittag während des Stromausfalls auszuüben. Bei einer Videoschalte am Donnerstagmorgen gab es nach Angaben von Teilnehmern keine weitere Kritik an Wegner und seiner Kommunikationspolitik.

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Zu Beginn der 45-minütigen Schalte habe Wegner die Erfolge bei der früher als erwartet gelungenen Reparatur des Schadens hervorgehoben und die schnellen Reaktionen der Stromnetz-Techniker, von Polizei und Feuerwehr sowie der Hilfsorganisationen gelobt. Zu seinem Tennismatch mit seiner Lebensgefährtin und Bildungssenatorin Katharina Günther-Wunsch (CDU) wiederholte Wegner das, was er am Abend zuvor in der Abendschau des RBB gesagt hatte. Er schilderte noch einmal die Informationsflüsse, die ab Samstag kurz nach sechs Uhr morgens liefen, als der Brand an der Kabelbrücke über den Teltowkanal festgestellt wurde. Er kündigte auch in der Fraktion an, das Krisenmanagement weiter verbessern zu wollen.
Wegner zeigte Selbstkritik über seine persönliche Kommunikation in der Krise
Wegner räumte aber auch ein, dass seine persönliche Kommunikation nicht optimal gewesen sei. Seinen Worten sei eine „ordentliche Portion Selbstkritik“ zu entnehmen gewesen, hieß es nach der Schalte. Die zugeschalteten Fraktionsmitglieder waren mit dieser Erklärung zufrieden gewesen, hieß es. Es habe Lob gegeben, dass der Strom schon am Mittwochvormittag und nicht wie zunächst avisiert erst am Donnerstagnachmittag zurückgekommen sei.
Wahrscheinlich wird die politische Debatte über das Krisenmanagement und das Kommunikationsverhalten des Regierenden Bürgermeisters noch ein politisches Nachspiel haben in der nächsten Sitzung des Abgeordnetenhauses am Donnerstag kommender Woche.
Walter Momper hält Wegners Tennisspiel für „ein bisschen abwegig“
In einer Sendung von Welt TV hatte Wegner am Abend zuvor offenbar mit Blick auf seine öffentlich sehr aktiven Senatorinnen Franziska Giffey und Iris Spranger (beide SPD) gesagt, manche legten Wert auf Bilder. Auch er hätte in das betroffene Gebiet fahren können. Aber er habe den Betroffenen vor Ort besser helfen können, indem er mit Stellen auf der Bundesebene telefonierte und Unterstützung organisierte.
Von der politischen Konkurrenz gab es am Donnerstag weitere Kritik. So nannte es der frühere Regierende Bürgermeister Walter Momper (SPD) „ein bisschen abwegig“, dass Wegner Tennisspielen gegangen sei. Er habe „die ganze Dimension der Geschichte nicht erkannt“ und habe „nicht angemessen reagiert“. Der Sportausflug Wegners war am Mittwoch durch einen Hinweis aus der Tennisanlage in Seeburg bekannt geworden.





