Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern bleibt in Deutschland hartnäckig bestehen. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen: Frauen verdienen 2025 weiterhin 16 Prozent weniger als Männer – durchschnittlich 22,81 Euro pro Stunde gegenüber 27,05 Euro bei ihren männlichen Kollegen. In Berlin liegt der Gender Pay Gap (GPG) im Jahr 2025 bei zehn Prozent und damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Bundesweit hat sich die Lohnlücke im Vergleich zum Vorjahr nicht verringert.
Frauen in Führung
Fast die Hälfte aller Erwerbstätigen sind Frauen, doch nur 29,1 Prozent der Führungspositionen sind weiblich besetzt. Warum ist das so? Wir haben mit fünf weiblichen Führungskräften aus Berlin gesprochen und sie porträtiert. Alle Teile der Serie lesen Sie hier.
Besonders alarmierend ist die Stagnation auch bei Führungspositionen. Nur 29,1 Prozent aller Führungskräfte sind weiblich – eine minimale Steigerung von lediglich 0,1 Prozentpunkten innerhalb eines Jahrzehnts. Deutschland liegt damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 35,2 Prozent. Während Schweden mit 44,4 Prozent Vorreiter ist, bildet Deutschland zusammen mit Zypern das Schlusslicht.
Die Problematik geht über reine Zahlen hinaus: Eine EY-Studie belegt, dass weibliche Führungskräfte seltener Wertschätzung erfahren. Nur 72 Prozent der Managerinnen fühlen sich gewürdigt, bei männlichen Kollegen sind es 82 Prozent. Experten sprechen von einem „Spagat“, den Frauen in Führungspositionen bewältigen müssen – sie benötigen mehr Durchsetzungskraft als Männer, um anerkannt zu werden. Gleichzeitig werden sie dann aber oft weniger gemocht, als männliche Manager-Kollegen. Trotz politischer Bekenntnisse zeigen die Daten: Der Weg zur echten Geschlechtergerechtigkeit bleibt lang.
- Arwen Colell: Berlinerin will mit „Windduschen“ das Klima retten
- Katharina Wrohlich: Drei massive Barrieren blockieren den Aufstieg
- Cynthia Wirth: Pionierin im Maschinenraum bei Siemens – „Ich kann das“
- Julia Helmke: „Da war ich plötzlich die Jüngste“
Die Berliner Morgenpost wollte nun wissen, wie Berliner Chefinnen ticken. Wir haben fünf erfolgreichen Frauen aus ganz verschiedenen Branchen und Lebensbereichen zu den Themen Führung und Karriere befragt: Wie geht’s Ihnen damit, was haben sie ihrer Ansicht nach richtig und vielleicht auch falsch gemacht, was hilft und was frustriert, und ist Berlin ein guter oder eher schlechter Ort, um als Frau Karriere zu machen? Die Ergebnisse, dass der Weg nach oben steinig, aber machbar ist, lesen Sie in unserer Serie „Frauen in Führung“.


