Die Lücke zwischen berufstätigen Männern und Frauen wird auch Gender-Pay-Gap genannt. Die Europäische Union hat dieses Jahr den 15. November zum „EU Equal Pay Day“ erklärt. Das Datum symbolisiert den Zeitpunkt, an dem berufstätige Frauen im Vergleich zu Männern für das Jahr „keine Bezahlung mehr erhalten“. In Deutschland gibt es einen ähnlichen Tag, der an diese Ungleichheit erinnern soll. Auch sein Datum ist flexibel, je nachdem, wie groß die Lücke ist, liegt er früher oder später hinter dem Jahresanfang.

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Wie sieht die Bezahllücke in Berlin und Brandenburg aus? Laut den letzten aktuellen Statistiken betrug der „Gender-Gap Arbeitsmarkt“ im letzten Jahr 24 Prozent in Berlin und 19 Prozent in Brandenburg. Damit liegen die Bundesländer aber nicht an der Spitze der Ungleichheit. Für Deutschland insgesamt lag der „Gender-Gap Arbeitsmarkt 2024“ bei 37 Prozent. Und in den westdeutschen Bundesländern lag die Differenz sogar bei 39 Prozent. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Fehlanzeige!

Berlin ist nach den jüngsten Zahlen das Bundesland mit der kleinsten Ungleichheit beim Verdienst, teilte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg zuletzt mit.

Brandenburg hat die Nase vorn, Berlin landet im oberen Drittel

Im Vergleich mit allen Bundesländern hat Brandenburg die geringsten Ungleichheiten, wenn man neben dem Verdienst noch die Arbeitszeit und den Grad der Beschäftigung einberechnet. Berlin landete bei diesem Gesamtvergleich nur noch im oberen Drittel.

Laut den letzten Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg verdienen Frauen in Berlin im Durchschnitt 24,33 Euro pro Stunde, 2,79 Euro weniger als Männer. Das ergibt eine Lücke bei Lohn und Gehalt von zehn Prozent. Die Differenz in Brandenburg sieht da deutlich besser aus, sie liegt nur bei zwei Prozent. Frauen verdienten hier im Schnitt 21,46 Euro, Männer 21,79 Euro pro Stunde, eine Differenz von 33 Cent.

Banner mit der Aufschrift «Equal Pay Day - Lohnlücke»
Der bundesweite Aktionstag „Equal Pay Day“ fiel dieses Jahr auf den 7. März.© dpa | Christophe Gateau

Bundesweit scheint die Lücke bei Löhnen und Gehältern von Frauen und Männer langsam kleiner zu werden. „Neben einem seit einigen Jahren anhaltenden Aufholen der Frauen kann dabei auch eine Rolle spielen, dass männerdominierte Branchen wie Industrie und Bau in der Krise waren“, erklärte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg. Diese beiden Krisen könnten also unbeabsichtigt zu etwas mehr Gleichheit geführt haben.

Frauen leisten viel mehr unbezahlte Arbeit

Gemessen wurde auch der Grad der Beschäftigung: So gingen 70,3 Prozent der Frauen in Berlin und 77,3 Prozent der Männer einer bezahlten Arbeit nach. In Brandenburg waren es etwas mehr: 74,9 Prozent der Frauen und 79,8 Prozent der Männer. Hier liegt die Lücke zwischen Mann und Frau bei neun Prozent in Berlin und sechs Prozent in Brandenburg, so die Statistiker.

Auch in Sachen Arbeitszeit liegen Frauen und Männer relativ dicht zusammen: So arbeiten Frauen in Berlin rund 137 Stunden im Monat, bei den Männern sind es rund 148 Stunden im Monat, elf Stunden mehr. „Damit brachten Frauen in Berlin sieben Prozent weniger Zeit für bezahlte Arbeit auf als Männer“, so die Statistiker. In Brandenburg waren es sogar zwölf Prozent. Hier arbeiteten Frauen im Schnitt 134 Stunden und Männer 152 Stunden pro Monat. Frauen leisten aber weit mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Und Frauen stellen zwar rund die Hälfte aller Beschäftigten in der Wirtschaft, doch weniger als ein Drittel (29 Prozent) der Top-Führungskräfte sind weiblich. Dieser Anteil hat sich in mehr als 20 Jahren nur um vier Prozentpunkte erhöht.

mit KNA