Es sind Summen, die aufgrund der Milliarden-Beträge des Haushalts, über die am heutigen Donnerstag im Abgeordnetenhaus debattiert wird, kaum auffallen dürften: Knapp 39.000 Euro in 2026 und knapp 39.000 Euro in 2027 kosten die Gehaltserhöhungen für die obersten Feuerwehr-Chefs Berlins, die die Finanzverwaltung auf den letzten Drücker in das Haushalts-Paket verhandelt hat.

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Die Empörung aber ist umso größer. Neben dem Landesbranddirektor Karsten Homrighausen steigen auch die Chefs der Feuerwehrschule, der Einsatzleitung, der Feuerwehr-Akademie und des Rettungsdienstes von Besoldungsstufe B2 (ab 8923,23 Euro im Monat) auf bis zu B6 (ab 11.172,26 Euro im Monat). Die breite Masse der Feuerwehrleute hingegen geht leer aus. Zuerst hatte die „B.Z.“ berichtet.
Kritik der Grünen: Überstunden in einer Leiter-Position
„Es ist ein Schlag ins Gesicht aller Feuerwehrbeschäftigten, dass sich im Schatten der Haushaltsberatungen der Landesbranddirektor eine fette Gehaltserhöhung gönnt“, kritisiert Vasili Franco, innenpolitischer Sprecher der Berliner Grünen. „Mit der Hebung auf eine B-6-Stelle würde er damit genauso viel verdienen wie ein Bezirksbürgermeister.“ Dass sich Homrighausen zudem trotz B-Besoldung tausende Überstunden als sogenannte Behördenleiterdienste aufschreibe, sei unanständig und ungerechtfertigt, so Franco weiter.
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Dieser Umstand sorgte bereits am Montag im Innenausschuss für Diskussionen. Vertreter der Innenverwaltung signalisierten, nicht unbedingt glücklich über diese Praxis in der obersten Etage der Feuerwehr zu sein. Dem Vernehmen nach lenkte die Innenverwaltung bei der Höherstufung ihrer Feuerwehr-Kollegen zudem nur ein, um die parallel laufende Strukturreform der Polizei nicht zu gefährden, bei der es (unter anderem) ebenfalls um Beförderungen geht. Die Feuerwehr selbst gab auf Anfrage der Morgenpost an, sich grundsätzlich nicht zu „Personaleinzelangelegenheiten“ zu äußern.
Feuerwehr: Auch Befürworter der Gehaltserhöhungen
„Angesichts der schwierigen Haushaltslage fehlt an der Basis ohnehin jeder Euro“, sagt Innenexperte Franco. „Dass eine leistungslose und unverhältnismäßige Anhebung auf den letzten Metern in den Haushalt geschummelt werden soll, ist ein absolut inakzeptables Verfahren“. Der Vorgang müsse noch gestoppt werden. „Es kann nicht sein, dass der Behördenleiter die Berliner Feuerwehr zur Selbstbereicherung ausnutzt“, so der Grünenpolitiker.
In der Basis der Feuerwehrleute scheint der Geldsegen indes auch Befürworter zu haben. In der „B.Z.“ wird ein anonymer Gewerkschafter folgendermaßen zitiert: „Die Verantwortung für die Feuerwehr in Berlin ist eine ganz andere Hausnummer. Unsere Eingangsämter, unsere Beförderungsstruktur – im Vergleich zur Polizei einfach lachhaft. Jetzt haben wir halt einen Landesbranddirektor, der Netzwerker ist und für seine Leute und die Behörde mit allen Mitteln und auf allen Wegen kämpft.“





