Betroffen von Schließungen waren laut der Initiative Bündnis Klinikrettung bundesweit zwei Krankenhäuser in öffentlicher, vier in privater und sieben in freigemeinnütziger Trägerschaft. Insgesamt 1287 Krankenhausbetten fielen dadurch weg, 63.650 Einwohner mehr mussten dadurch länger als 30 Minuten zum nächsten Krankenhaus fahren.

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In Berlin machte im September 2023 das Wenckebach-Krankenhaus in Tempelhof dicht, bis auf eine Abteilung für Geriatrie und Psychiatrie. Das Krankenhaus Waldfriede in Zehlendorf ging insolvent, konnte aber gerettet werden. Von Schließung bedroht sind laut der Initiative in Berlin die Schlosspark-Klinik in Charlottenburg, das Jüdische Krankenhaus und das DRK-Krankenhaus in Mitte sowie die Park-Klinik in Weißensee.
In Brandenburg sind es die Krankenhäuser in Elsterwerda, Finsterwalde, Herzberg, Hennigsdorf, Lauchhammer, Seelow und die Klinik Wittstock/Dosse. Das Krankenhaus in Spremberg gilt als gerettet. „Ein Beispiel, wo sich die Beschäftigten sehr für den Erhalt eingesetzt haben“, erklärt Laura Valentukeviciute, Geschäftsführerin von „Gemeingut in BürgerInnenhand“, Trägerorganisation des Bündnisses Klinikrettung.
63.650 Menschen wurden von einer nahen stationären Versorgung abgeschnitten
Bundesweit schlossen 2025 drei Krankenhäuser in Bayern, je zwei Kliniken in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und ein Krankenhaus in Baden-Württemberg. Durch die Schließungen seien 63.650 Menschen von einer wohnortnahen stationären Versorgung abgeschnitten worden, das heißt, das nächste Krankenhaus ist für sie jetzt mehr als 30 Minuten Fahrzeit entfernt, so die Initiative.
„Krankenhausschließungen waren 2025 rückläufig, dennoch besteht kein Grund zur Entwarnung“, erklärte Dr. Rainer Neef, Sprecher des Bündnisses. Seit 2020 gingen 12.456 Betten und 101 Krankenhäuser verloren. Die gesunkene Zahl sei auch darauf zurückzuführen, dass 2025 in 13 Fällen bedrohte Krankenhäuser gerettet werden konnten, so Neef.
2026 und 2027 könnte die Zahl der geschlossenen Häuser wieder steigen
2026 und 2027 werde die Zahl der geschlossenen Häuser wieder steigen. Neef: „Die Folgen der Krankenhausreform und damit massenhafte Schließungen kleinerer Allgemeinkrankenhäuser im ländlichen Raum werden erst in den nächsten Jahren durchschlagen, wenn das System der Leistungsgruppen greift“, warnt er.
Eine Ursache für das Krankenhaussterben sieht die Initiative im Gesetz zur Neuordnung der Krankenhausfinanzierung (KHNG) von 1985, das Gewinne und Verluste im Krankenhauswesen zuließ. „Damit wurde das Markt- und Konkurrenzprinzip im Kliniksektor eingeführt und private Krankenhauskonzerne zugelassen“, so Neef. Doch sogar während der Corona-Pandemie mussten Häuser schließen, besonders kleine sind aktuell bedroht. „Kliniken wurden mit dem KHNG zum Geschäfts- und Anlagemodell“, kritisiert Valentukeviciute.
Zwischen 1985 und 2024 sank die Zahl der Krankenhäuser bundesweit fast um ein Viertel
Auch der aktuelle Reformprozess stoppe den Niedergang der Krankenhausversorgung nicht. „Abfließende Gewinne machen den Krankenhausbetrieb teuer. Die sind im Krankenhauswesen im Vergleich zu anderen Bereichen der Daseinsvorsorge hoch und bisher nicht gedeckelt, die Renditen liegen bei bis zu 15 Prozent“, erklärt sie und fordert die Abschaffung der Krankenhausrenditen.
Zwischen 1985 und 2024 sank die Zahl der Krankenhäuser bundesweit fast um ein Viertel, 2024 gab es nur noch 1841. Von 537 Krankenhäusern in den ostdeutschen Bundesländern waren 2024 noch 268 übrig – und 86 Kliniken in Berlin.




