Seit Anfang Januar lief das Schutzschirmverfahren, jetzt kommt die gute Nachrichte: Das Krankenhaus Waldfriede wurde nach Auskunft der Klinikleitung erfolgreich saniert. Der Betrieb soll mit allen acht Abteilungen und allen 700 Beschäftigten ohne Einschränkungen weitergehen. Das Amtsgericht Charlottenburg wird das Verfahren in Kürze aufheben.
„Wir haben die Abläufe in allen Abteilungen unseres Krankenhauses Waldfriede sehr genau unter die Lupe genommen und Maßnahmen ergriffen, die der Klinik bereits jetzt aber insbesondere langfristig weiterhelfen“, erklärte Vorstand Bernd Quoß. Maßgeblich dazu beigetragen hätten alle Mitarbeiter, da sie die Sanierungsmaßnahmen bereits engagiert umsetzen.
Immer mehr Operationen sollen ambulant erfolgen
Zukünftig will Quoß die ambulante Patientenversorgung in Waldfriede weiterentwickeln. „Die Ärzte führen immer häufiger Operationen ambulant durch“, erläutert der Vorstand. Hierfür wurde schon im Jahr 2021 ein ambulant-stationäres OP-Zentrum in Betrieb genommen. Diese Entwicklung werde aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zur Vergütung medizinischer Versorgungsleistungen weiter zunehmen.
Nach Auskunft der Klinik werden im Waldfriede die zweitmeisten Darmkrebs- und Brustkrebsoperationen in der Hauptstadt durchgeführt. Die Klinik verfügt außerdem über die größte handchirurgische Abteilung in Deutschland. Im Bereich der Pankreaschirurgie liegt das Haus unter den Top 4 der Berliner Krankenhäuser, es gehört zu den wenigen Kliniken bundesweit, die den Eingriff an der Bauchspeicheldrüse robotergestützt durchführen.
Zwei Positionen wurden in dem Krankenhaus neu besetzt
Im Zuge der Neuaufstellung wurde auch die Position des ärztlichen Direktors neu besetzt. Diese Stelle hat nun der bereits zuvor im Krankenhaus Waldfriede als Chefarzt tätige Priv.-Doz. Dr. Martin Lautenbach übernommen. Die Pflegedienstleitung wird ebenso neu besetzt.
Das Schutzschirmverfahren war aus verschiedenen Gründen notwendig geworden. Dazu gehörten die Preissteigerungen vor allem in den Bereichen Energie, Unterhalt von Gebäuden und medizinischen Geräten und beim (Leasing-) Personal. Die Vergütung der medizinischen Leistung – vor allem über die Fallpauschalen, über die sich die Kliniken maßgeblich finanzieren – wurden nach Klinikangaben nicht im erforderlichen Umfang angepasst.
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Zudem musste das Krankenhaus Waldfriede aufgrund seiner Leistungsentwicklung in den letzten zwölf Jahren rund 9 Millionen Euro an Patienteneinnahmen im Rahmen der Mehrleistungsabschläge wieder zurückzahlen, was zu einer zusätzlichen erheblichen Belastung führte.

Das „Krankenhaus Waldfriede“, das heute von dem gleichnamigen Verein betrieben wird, wurde 1920 gegründet. Es ist damit das zweitältesten Krankenhaus nach der Charité in Berlin. Vor 25 Jahren nahm es als erste Klinik in Deutschland eine Babyklappe in Betrieb, in der in Not geratene Mütter ihre Neugeborenen abgeben können.
Heute gehört heute das Gesundheitszentrum Prima Vita zum Angebot, ebenso das „Desert Flower Center“, das die weltweit einmalige ganzheitliche Betreuung genitalverstümmelter Mädchen und Frauen ermöglicht. Seit 2005 hat das Waldfriede eines von elf anerkannten Brustkrebszentren in Berlin. 2021 wurde das „Zentrum für Onkologische Oberbauchchirurgie und Robotik“ eröffnet. Jährlich werden etwa 15.000 Patienten stationär und 120.000 Patienten ambulant behandelt.



