Kaum hat sich die Aufregung um den Ausbau der A100 zwischen Neukölln und Treptow etwas gelegt, wagt sich Ronald Normann, Direktor der Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH, mit einer neuen Idee aus der Deckung. Normann fordert den kompletten Ausbau des Berliner Stadtrings, will heißen: einen Ringschluss. „Das Berliner Autobahnnetz reicht für diese große Stadt nicht aus“, sagte Normann der „Berliner Zeitung“.

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Normanns Vorschlag dürfte bei Verkehrspolitikern von Linke und Grünen für Schnappatmung sorgen. Bereits die Eröffnung des Teilstücks in Treptow im August wurde von ihnen als „verkehrspolitischer Irrsinn“ gegeißelt. Die Inbetriebnahme wurde von massiven Protesten begleitet. „Den Preis für die CDU-Verkehrspolitik zahlt der ganze Kiez rund um das Ende der A100 am Treptower Park“, erklärte die Grünen-Fraktion seinerzeit im Abgeordnetenhaus.
Autobahnchef: Neues Teilstück der A100 ist noch „aufnahmefähig“
Normann sieht es anders. „Die Staus zeigen, dass die Autobahn nach Treptow gebraucht wird“, sagte er der „Berliner Zeitung“. Die Lage werde sich schon bald entspannen, wenn der erste neue Überbau der Elsenbrücke zwischen Treptow und Friedrichshain freigegeben worden sei und sich die Kapazität dieser Spreequerung verdreifacht habe, erklärte Normann weiter. Die Strecke sei noch „aufnahmefähig“ und verkrafte auch täglich 40.000 Fahrzeuge. Aktuell sind es 10.000 bis 15.000.
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Der Autobahnchef hat schon die nächste Verlängerung der A100 im Blick – 4,1 Kilometer Bundesautobahn von der Straße Am Treptower Park zur Frankfurter Allee, an die sich 1,6 Kilometer Stadtstraße zur Storkower Straße anschließen. Normann hält diesen 17. Bauabschnitt genau wie die Berliner CDU für absolut notwendig. „Die Menschen in den betroffenen Kiezen haben ein Recht darauf, vor Durchgangsverkehr geschützt zu werden“, erklärte er gegenüber der „Berliner Zeitung“.
Die Autobahn GmbH hat eine Studie zur Verlängerung in Auftrag gegeben. Derzeit läuft eine Machbarkeitsuntersuchung, bei der verschiedene Bauvarianten geprüft werden. Die Ergebnisse sollen im Mai oder Juni 2026 vorliegen, im Anschluss soll auch die Berliner Bevölkerung beteiligt werden.
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Normann fordert den Lückenschluss
Doch auch nach einem möglichen 17. Bauabschnitt soll nach den Vorstellungen von Normann noch nicht Schluss sein. „Nennen Sie mir eine Hauptstadt von Relevanz, die keinen Autobahnring in der Innenstadt besitzt. Außer Berlin natürlich“, sagt der Autobahnchef und fordert den Lückenschluss, das heißt eine Verbindung zum Ende der A100 an der Seestraße in Wedding. Doch dies wäre eine Mammutaufgabe, denn der Stadtring müsste durch dich besiedelte Gebiete in Lichtenberg, Pankow und Mitte geführt werden. Massive Proteste wären die Folge.
Normann lässt sich allerdings davon nicht beirren und bringt immer wieder sein Hauptargument vor: Eine Schließung des Stadtrings würde die Kieze beim Durchgangsverkehr signifikant entlasten, meint er. Doch bevor der Ringschluss ernsthaft ein Thema ist, wird wohl noch viel Wasser die Spree hinunterfließen.
tok




