Die Berliner Stadtreinigung (BSR) startet gut ausgerüstet in diesen Winter. 2300 Beschäftigte mit 540 Räumfahrzeugen stehen in den 16 Winterdienst-Standorten der BSR bereit, um die Straßen Berlins von Schnee und Eis zu befreien. Auch die Vorräte der BSR sind Anfang Dezember gut gefüllt, rund 13.000 Tonnen Salz befinden sich in den Lagern. Dazu kommen rund 2100 Kubikmeter flüssige Sole und etwa 5000 Tonnen Split.

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Im Wintereinsatz sind auch mehrere große Lkw, Spezial-Streufahrzeuge mit Feuchtsalz- oder Kombisole-Aufbau im typischen BSR-Orange. Sie haben bis zu sechs Kubikmeter Trockensalz und bis zu 5500 Liter Sole an Bord. Im Fahrerhaus des 7,5-Tonners steckt ein großes Display und Bedienknöpfe, womit die Verteilung von Salz und Sole gesteuert werden, die hinten am Fahrzeug gemischt werden. Der Sole- und Salzeinsatz kann einzeln vom Fahrer gesteuert werden. Zehn Gramm Salz plus Sole pro Quadratmeter Straße sind im Winter optimal. Auch die Streubreite, von drei bis zwölf Metern, lässt sich vom Fahrerhaus aus genau steuern. Ebenso die Ausrichtung des Schneepfluges über einen Joystick. Auch Sprachausgabe, Schichterfassung und Navigation sind vorhanden, mit dem alle Wege automatisch und „gerichtsfest“ aufgezeichnet werden. Im Schnitt werden rund 20 Streukilometer pro Schicht in der Stadt gefahren, bis zu 40 Kilometer werden dafür insgesamt gefahren. Dafür braucht man einen LKW-Führerschein und eine Extra-Prüfung der BSR.

1560 Tonnen Salz aus Sachsen-Anhalt, 350 Kubikmeter Splitt aus Brandenburg

Befüllt werden die Fahrzeuge zum Beispiel auf der Regionalstelle VR 31 in Pankow mit Salz und flüssiger Sole aus drei Silos, der Werkhof ist für den ganzen Bezirk zuständig. Nebenan lagern bis zu 1560 Tonnen normales Salz aus Bernburg (Sachsen-Anhalt) in einer neun Meter hohen Halle. Ein paar Meter weiter liegen bis zu 350 Kubikmeter Splitt bereit. „Lausitzer Grauwacke aus Brandenburg“, wie BSR-Sprecher Sebastian Harnisch bei einem Termin in der Regionalstelle erklärt. Das Salz wird mit einem großen, gelben Schaufellader bewegt, seine große Schaufel fasst bis zu fünf Kubikmeter Trockensalz auf einmal. Beladen werden die Räumfahrzeuge in der Regel am Tag vor dem Einsatz, um Zeit zu sparen. Denn bei Schnee und Eis müssen die Fahrer sofort ausrücken können, oft auch schon, Stunden bevor es glatt und rutschig wird. Über die Wetterlage informiert die BSR ein spezieller Wetterdienst.

Winterdienst Berliner Stadtreinigung
Ein Schneepflug mit „Auswurfsperre“ ist vor ein Räumfahrzeug der BSR montiert.© Christophe Gateau/dpa | Christophe Gateau

Zuständig ist die BSR für insgesamt 260 Kilometer Stadtautobahnen, die im Winterdienst oberste Priorität haben. Dann kommen 3600 Kilometer Straßen der „Einsatzstufe 1“, das sind Hauptstraßen und Straßen, auf denen zum Beispiel BVG-Busse fahren. Danach folgen 7000 Kilometer der „Einsatzstufe 2“, meistens Neben- und Wohnstraßen. Hier darf die BSR zwar räumen, aber nicht streuen, so schreibt es das Straßenreinigungsgesetz vor. „Für den Winterdienst auf den Gehwegen sind grundsätzlich die Anwohner zuständig“, betont BSR-Sprecher Harnisch. Wird das rechtzeitige Räumen versäumt, kann es gefährlich und teuer werden, denn dies gilt als Ordnungswidrigkeit, gegen die das Ordnungsamt ein Bußgeld verhängen kann. Bei einem Unfall auf nicht geräumtem Schnee oder Glatteis können auch Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen drohen, erklärt Harnisch.

Winterdienst Berliner Stadtreinigung
Ein Streufahrzeug der BSR wird aus einem Salz-Silo für den Winterdienst beladen.© Christophe Gateau/dpa | Christophe Gateau

Die BSR kümmert sich auch um die Räumung an rund 6300 Bushaltestellen, zwölf Plätzen und sechs Fußgängerzonen in Berlin, ebenso um 59.000 Fußgängerüberwege, Radfahrstreifen und rund 1200 Kilometer Radwege. Für geschützte Radfahrstreifen kommen kleinere Streufahrzeuge zum Einsatz, die auch Gefahrenstellen vor Kitas und Schulen räumen können. An alle Fahrzeuge kann vorn auch ein Schneepflug mit einer sogenannten Auswurfsperre montiert werden. Diese sollen verhindern, dass Schnee und Eis auf Kreuzungen oder Bushaltestellen landen, erklärt Regionalstellenleiter Manuel Dücker.

Diese Schneepflüge kommen ab etwa drei Zentimeter Schneehöhe zum Einsatz. Die BSR-Mitarbeiter im Winterdienst sind regulär in zwei Schichten im Einsatz, bei heftigem Winterwetter wird auf einen Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr umgestellt. Bis zu vier Touren können während einer Schicht gefahren werden. Derzeit werden noch die Reste des letzten Herbstlaubes von der BSR in Berlin beseitigt, bei Schnee und Eis hat aber immer der Winterdienst Vorfahrt, erklärt Harnisch.

Die BSR ist mit insgesamt 6300 Mitarbeitern die größte kommunale Straßenreinigungs- und Abfallwirtschaftsfirma Deutschlands. Wie sich die BVG auf diesen Winter vorbereitet, lesen Sie hier.