Mit ihrer vor der Bundeszentrale der CDU in Berlin errichteten Statue des ermordeten Politikers Walter Lübcke sorgt das „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) derzeit für Furore. Doch nicht nur das: Die Künstlergruppe musste nun eine juristische Schlappe hinnehmen.

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Wie die städtische Tourismusfirma „visitBerlin“ mitteilte, zeige eine Informationstafel zur Statue ein altes Logo der visitBerlin Berlin Tourismus & Kongress GmbH. Das Unternehmen distanzierte sich deshalb in einer Mitteilung von der Errichtung. „visitBerlin ist nicht der Absender der Aktion, diese wurde nicht von visitBerlin unterstützt“, sagte Burkhard Kieker, Sprecher der Geschäftsführung. Das Logo sei von den Kreativen „missbräuchlich verwendet“ worden.
Zentrum für Politische Schönheit gibt Unterlassungserklärung ab
Außerdem entspreche es nicht dem „aktuellen Auftritt des Unternehmens“. Weiter heißt es: „visitBerlin bittet die Künstlergruppe um Unterlassung und behält sich juristische Schritte vor.“
Am Donnerstagabend erklärte das ZPS auf Anfrage dieser Redaktion, dass eine Abmahnung des Unternehmens eingegangen sei. „Unsere Anwälte werden eine Unterlassungserklärung dazu abgeben“, erklärte der Gründer Philipp Ruch. Auf die Frage, ob die Verwendung des Logos mit VisitBerlin abgesprochen war, reagierte er in gewohnter satirischer Weise: „Sollte das eines der üblichen CDU-Landesunternehmen sein, wird es sich wohl eher um ein klassisches PR-Manöver von denen handeln. Man hängt sich irgendwo dran und klebt sich drauf. Das Denkmal dürfte ein absoluter Touristenmagnet werden.“
Warum ein altes Logo verwendet wurde, konnte er nicht sagen. Entfernt habe man es jedenfalls nicht. „Es wurde umgehend durch ein Logo der CDU Deutschland ersetzt“, so Ruch.
In der Nacht auf Dienstag, 2. Dezember, hatte die Künstlergruppe die Bronzestatue wenige Schritte vom Konrad-Adenauer-Haus entfernt in der Klingelhöferstraße errichtet. Neben der Statue weist ein Informationsschild auf die Aktion hin – offenbar ist dort ein Logo des Berliner Unternehmens abgebildet.
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Aktion des „Zentrum für politische Schönheit“ erntet Kritik aus der CDU
Mit der Aktion will das „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) laut eigenen Angaben vor einer Zusammenarbeit mit der AfD warnen. „Nur durch den Schulterschluss zwischen Konservativen und Nazis konnte der Rechtsextremismus in Deutschland die Macht an sich reißen“, heißt es auf einer Website zur Statue. Das Lübcke-Denkmal soll davor mahnen, die Brandmauer zur AfD einzureißen. Der sogenannte Lübcke Memorial Park sei vom Bezirksamt Berlin-Mitte offiziell genehmigt worden.
Aus der Partei gab es für die Guerilla-Maßnahme Kritik. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, die Aktion sei „in ihrer Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten“. Eine Sprecherin der CDU-Bundesgeschäftsstelle verurteilte ebenfalls die „unaufrichtige Instrumentalisierung“ des CDU-Politikers Walter Lübcke.
Die Aktion des Zentrums für Politische Schönheit ist in ihrer Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten. 1/4
— Kai Wegner (@kaiwegner) December 2, 2025
Lübcke war am 2. Juni 2019 von einem Rechtsextremisten ermordet worden. Ein Mann hatte den 65 Jahre alten Politiker vor dessen Haus erschossen. Der Täter war Anhänger der AfD. Zuvor hatte Lübcke bei einer Bürgerversammlung Pläne für eine Geflüchtetenunterkunft vorgestellt. Er hatte sich seit 2015 mehrfach für Geflüchtete eingesetzt und zu den Werten einer offenen Gesellschaft bekannt.





