Liebe Leserin, lieber Leser,

was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages:

• Heute empfängt der Regierende Bürgermeister Kai Wegner Bundeskanzler Friedrich Merz zu dessen Antrittsbesuch im Roten Rathaus. Im Anschluss an die Eintragung ins Goldene Buch von Berlin folgen weitere Gespräche. (12.30 Uhr)

• Am Vormittag wird am Kriminalgericht Moabit der Prozess gegen einen 19-Jährigen wegen eines mutmaßlich islamistisch und antisemitisch motivierten Messerangriffs am Holocaust-Mahnmal fortgesetzt. Die Bundesanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe, darunter versuchten Mord und terroristische Mitgliedschaft. (9.15 Uhr)

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

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• Das neue Flugabwehrsystem Arrow 3 geht in Schönewalde in Betrieb. Die Luftwaffe vollzieht mit der Anfangsbefähigung den ersten Schritt zur Abwehr ballistischer Flugkörper außerhalb der Erdatmosphäre, als Reaktion auf die Bedrohung durch Russland. (13 Uhr)

Neues aus Berlin
Neues aus Berlin

Wie schwer sich Deutschland mit der neuen, alten Realität abfindet – dafür bin ich ein sehr gutes Beispiel. Viele Jahre dachten wir, Krieg gehöre nicht mehr zu unserer Welt. Auseinandersetzungen dieser Art seien irgendwie passé. Jedenfalls für uns Deutsche.

Überschriften, die zur besseren Ausrüstung der Bundeswehr mahnten, gar einen Iron Dome für Berlin forderten; Bilder von Kriegsgerät oder von kampfbereiten Soldaten; Namen von Waffengattungen; Bilder von verzweifelten Menschen in den aktuellen Kriegsgebieten – ich habe mich so lange, wie es ging, verweigert. Für mich, für meine Familie wollte ich ein solches Szenario für immer ausschließen.

75. Sitzung Berliner Abgeordnetenhaus
Wollen Rüstungsindustrie stärken: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU), und Franziska Giffey, (SPD) Senatorin für Wirtschaft.© Britta Pedersen/dpa | Britta Pedersen

Wenn man sich die Zahlen ansieht, die Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag vorstellte, wird klar, dass es viele Menschen gibt, deren Sachverstand sie schon viel früher zu einem Umdenken geführt hat. Die Rüstungsindustrie ist in Berlin bereits heute eine starke Wirtschaftsbranche. 130 Unternehmen in Berlin und Brandenburg setzten acht Milliarden Euro um und beschäftigen 26.000 Menschen, berichtet Joachim Fahrun. Dazu produzieren sie 430  Güter, die für zivile und militärische Zwecke geeignet sind. Das gilt zum Beispiel für viele Firmen aus der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Nun hat der Senat beschlossen, dieses diskret arbeitende Ökosystem offensiv zu stärken. „Wir haben eine veränderte Lage, die es notwendig macht, mehr in Verteidigungswirtschaft zu investieren“, sagte Giffey. Man wolle den Sektor so aufstellen, dass er „für den Wirtschaftsstandort immer wichtiger wird“. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, Berlin solle Leuchtturm werden für Sicherheitstechnologie. Wie genau sich die Rüstungsindustrie entwickeln soll, lesen Sie hier.

Dazu passt auch das Interview, das Philipp Siebert mit dem Berliner evangelischen Landesbischof Christian Stäblein geführt hat. Er fordert in der Debatte um eine Musterung und womöglich einer Rückkehr zur Wehrpflicht mehr Generationengerechtigkeit. Und sagt: „Junge Menschen sind nicht ausreichend am Prozess beteiligt worden.“

Außerdem wichtig
Außerdem wichtig

Giffey legt sich wegen Expo 2035 mit Wegner an: So einig sich Wegner und Giffey in puncto Rüstung waren, der Streit um die Bewerbung für die Expo 2035 in Berlin spitzt sich zu. Während Wegner der Expo eine klare Absage erteilte, ließ Giffey bei der Senats-Pressekonferenz durchscheinen, dass sie davon wenig hält: „Ich würde mir sehr wünschen, dass wir alle Chancen, die unsere Stadt hat und bekommt, auch ausnutzen“, sagte sie mit Blick auf eine sehr aussichtsreiche Expo-Bewerbung.

Heikle Olympia-Bewerbung: Heikel ist das Thema auch wegen des ohnehin belasteten Verhältnis zwischen Wegner und Bundeskanzler Friedrich Merz: Merz könnte die Unterstützung für eine Olympiabewerbung entziehen, sollte Wegner sich für die Expo 2035 in Berlin aussprechen. Bei einem offiziellen Besuch in Berlin wird Merz mit Wegner zusammentreffen.

Marode und schnellstens abrissbedürftig: Die marode Mühlendammbrücke in Mitte wird ab Mai 2026 komplett abgerissen und neu gebaut; also deutlich früher als ursprünglich geplant, wie Verkehrsexpertin Jessica Hanack berichtet. Der Grund: Die latente Gefahr von Spannstahlbrüchen macht ein beschleunigtes Vergabeverfahren nötig, wie aus einer aktuellen Ausschreibung hervorgeht.

Hertha BSC - 1. FC Kaiserslautern
Achtelfinale im DFB-Pokal im Olympiastadion: Luca Schuler (l, Hertha BSC) jubelt mit Teamkollegen nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Kaiserslautern.© Andreas Gora/dpa | Andreas Gora

Kantersieg für Hertha: Die Berliner haben am Dienstagabend für ein fußballerisches Highlight gesorgt. Mit 6:1 fegten sie Kaiserslautern vom Platz und stehen nun im Viertelfinale des DFB-Pokals. Die Morgenpost-Reporter Paul Gorgas und Nelis Heidemann analysieren die Pokalpartie im Olympiastadion. Heute Abend folgt schon der nächste Pokal-Kracher aus Berliner Sicht. Bundesligist Union empfängt den deutschen Rekordmeister Bayern München in der Alten Försterei. Das Spiel wird um 20.45 Uhr angepfiffen (live bei Sky und im ZDF). Warum es in dem K.o.-Spiel vor allem auch auf Vize-Kapitän Rani Khedira ankommt, erklärt Michael Färber.

Schnittchenkauf
Kathrin Angerer und Milan Peschel in „Der Schnittchenkauf“. © Volksbühne | Apollonia T. Bitzan

„Der Schnittchenkauf“ an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ist ein besonderes Stück: Es bringt einen Text von René Pollesch auf die Bühne, dem 2024 verstorbenen Intendanten des Hauses, und ist vom Ensemble kollektiv erarbeitet worden. Die Jury des Friedrich-Luft-Preises, der zusammen von der Morgenpost und Deutschlandfunk Kultur vergeben wird, sieht darin die beste Inszenierung der Spielzeit 2024/25. Am Sonntag, 14. Dezember, wird der Preis nach der Aufführung (Beginn: 20 Uhr) in der Volksbühne vergeben. Mit etwas Glück können Sie dabei sein! Die Berliner Morgenpost verlost 5x2 Tickets. Dazu einfach das Formular unter morgenpost.de/verlosung ausfüllen und absenden. Teilnahmeschluss ist der 7. Dezember.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Mittwoch,

Ihre Heike Dietrich,
Leitende Redakteurin

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