Liebe Leserin, lieber Leser,
was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages:
• 14:00 Uhr (in eigener Sache!): Konferenz auf dem Euref-Campus. Konzepte für die Zukunft der Stadt.
• 18:30 Uhr: Hertha empfängt am Freitagabend Eintracht Braunschweig im Olympiastadion. Der Hauptstadtklub hat vier Pflichtspiele in Folge gewonnen und steht nur noch drei Zähler hinter Relegationsrang drei.
• Bundeskanzler Friedrich Merz besucht am bundesweiten Vorlesetag die Robert-Reinick-Grundschule in Berlin.
Gestern Nachmittag in der S-Bahn. Ein kleiner Mann mit Lautsprecher steigt ein, aus dem irgendeine Musik dudelt. Ich befürchte das Schlimmste. Doch so klein der Mann, so großartig auf einmal seine Stimme. Einem Opernsänger gleich beschallt er den ganzen Wagen. Als er nach zwei Stationen endet, fangen einige Fahrgäste an zu klatschen.
Neues aus Berlin
Berlin ist besonders, Berlin ist einzigartig. Doch etwas hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Es sind mehr Menschen in der Stadt, die Preise sind gestiegen. Zugleich hat Berlin Kreativpotential wie kaum eine andere Stadt in Europa. Eine Metropole, im besten Sinn. Menschen aus allen Teilen der Welt leben hier. Für viele ist Berlin Wahlheimat geworden. Und wir? Meckern gern über unsere Stadt. In Paris sei das früher auch so gewesen, sagte neulich die dortige Kulturdezernentin Aurélie Filippetti. Das habe sich erst verändert, als man angefangen habe, die Stadt neu zu entwickeln. Das könnte ja auch in Berlin so sein. Was also muss sich eigentlich bei uns ändern?
Was uns eint, ist die Liebe zu dieser großartigen Stadt. Deshalb veranstalten „Tagesspiegel“, Berliner Morgenpost und Euref-Campus mit Unterstützung von „RadioEins“ am Freitag die Konferenz „Neustart Berlin“. Der Titel ist bewusst provokant, der Ansatz simpel: Im Sommer haben wir einen Aufruf gestartet, Konzepte für unsere wachsende Metropole einzureichen. Wir wollen einen Raum schaffen, gute Ansätze zu diskutieren. Und gleichzeitig fragen, was für deren Umsetzung nötig ist.
70 Initiativen und Organisationen haben Konzepte eingereicht, nahezu aus allen Themenbereichen. Sport, Kultur, Bildung, Verkehr, Umwelt, Migration, Stadtentwicklung, Forschung. Es ist alles dabei. Die Einreichungen zeigen eine erstaunliche thematische Vielfalt und eine bunte Mischung von ganz verschiedenen Teilen der Stadtgesellschaft. Acht Konzepte stellen sich nun im Gasometer in Schöneberg vor, und was auch wichtig ist: Wir wollen die Projekte auch weiter begleiten. Das Ganze gibt es dann auch live, von 14 Uhr bis 17 Uhr übertragen wir auf Youtube.
Außerdem wichtig
5,2 Milliarden Euro zu verteilen, ist nicht trivial. Zumal, wenn es sinnstiftend und gerecht sein soll – ein Ding des Unmöglichen. Die Kritik der Opposition ließ im Abgeordnetenhaus nicht lange auf sich warten.

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Dann reibt man sich mal wieder verwundert die Augen. Um es diplomatisch auszudrücken: Olympia hat in dieser Stadt seine Befürworter und Gegner. Aber geraten auf einmal Olympiabefürworter und Expo-Freunde gegeneinander. Verstehe das, wer will.
Eine kontroverse Debatte wird derzeit – auch in Berlin – über verbale sexuelle Belästigungen geführt. Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) hat im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses Zweifel geäußert, ob das sogenannte Catcalling – wie von den Grünen in einem Antrag gefordert – unter Strafe gestellt werden kann. Mit ihren Bedenken ist sie nicht allein.
Ganz persönlich freue ich mich jetzt, dass morgen früh kein Wecker klingelt. Wer noch Tipps fürs Wochenende braucht, dem sei auf jeden Fall der wöchentliche Newsletter von Felix Müller empfohlen. Ich ganz persönlich überlege noch, ob ich trotz Kälte dem Botanischen Garten einen Besuch abstatte.
Ich wünsche ein entspanntes Wochenende. Vielleicht mit den ersten Schneeflocken?
Ihr Peter Schink,
Chefredakteur
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