Liebe Leserin, lieber Leser,
die Berliner SPD hat einmal mehr bewiesen, dass sie sich selbst am meisten im Weg steht. Während andere Parteien mühsam um Wähler werben, schafft es die SPD zuverlässig, die eigenen zu verprellen. Dieses Mal durch den Umgang mit Martin Hikel, einem der wenigen Vertreter eines pragmatisch-bürgerlichen Kurses in Neukölln. Er wurde von der eigenen Basis abgestraft, weil er den Mut hat, Probleme beim Namen zu nennen. Nun zieht Hikel die Konsequenz und will nicht mehr antreten. Nicht aus Mutlosigkeit, sondern weil ihm die eigene Partei den Mut austreibt.

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Dass Hikel sich gegen Clan-Kriminalität engagiert, ist kein Populismus, sondern eine Selbstverständlichkeit. Wer auf der Sonnenallee schon einmal einen Zolltrupp im Einsatz gesehen hat, weiß: Ohne Kontrolle läuft dort gar nichts. Doch statt Rückendeckung bekommt Hikel parteiinterne Gegenwehr. In einer SPD, die lieber über „antimuslimischen Rassismus“ debattiert, als zugleich über Sicherheitsprobleme zu sprechen, ist das kein Zufall.
SPD verliert Glaubwürdigkeit in der politischen Mitte
Doch während die SPD versucht, die Linke links zu überholen, verliert sie in der Mitte den letzten Rest ihrer Glaubwürdigkeit. Bürgerliche Wähler wenden sich ab, linke bleiben lieber bei den Originalen. So sägt die Partei an dem Ast, auf dem sie sitzt – mit sozialdemokratischer Präzision.
Bleibt zu hoffen, dass Hikel seine Entscheidung noch einmal überdenkt. Denn wenn selbst in der Berliner SPD kaum noch jemand Lust auf Realitätssinn hat, bleibt von der Partei bald nur noch ein roter Haufen Selbstmitleid – mit Fraktionssitz im politischen Nirwana.
Wie es zum Beben bei der Berliner SPD kommen konnte
Die SPD in Neukölln gilt schon lange als gespalten, am Wochenende kam es zum Bruch. Nun steht die Partei vor einer Zäsur. Alles Weitere lesen Sie hier.
Ihr Berlin-Tipp
Wo schmeckt der Kaffee am besten? In welchem Kiezversteck gibt es das beste Feierabendbier? Und wo zeigt sich Berlin von seiner schönsten, schrulligsten oder überraschendsten Seite? Alles wichtige Fragen, die Sie nun beantworten können. Der heutige Tipp kommt von Maria aus Zehlendorf:
„Mein Lieblingsplatz für ein ruhiges Frühstück ist das Café Anneliese am Teltower Damm. Schön renoviert, hell und trotzdem gemütlich. Besonders lecker: das Frühstück mit Avocado und Räucherlachs und der San-Sebastian-Cheesecake. Ein echtes Stück Zehlendorfer Gemütlichkeit!“
Und jetzt sind Sie gefragt: Schreiben Sie mir Ihren ganz speziellen Tipp – ob Lieblingsplatz, Geheimadresse oder Alltagsflucht – an spaeti@morgenpost.de. Ihre Einsendungen stelle ich hier im Newsletter vor.
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Jetzt kommt noch Kasupke ...
... der sich ebenfalls über die Berliner SPD wundert:
„Die SPD fährt seit einija Zeit maue Umfrajewerte und Wahlerjebnisse ein. Und wat machen die Sozen da? Sie zalejen sich selba. Die Partei hat echt ‘n seltnet Talent, jute und beliebte Führungskräfte abzumeian. Die Neuköllna Sozen tun sich da besondas hervor. Erst werfen se olle Giffey beim Weech ins Abjeordnetenhaus Knüppel zwischen de Füße. Jetz ham se ihrem Bezirksbürjameesta Hikel ‘n „Denkzettel“ vapasst – und wundan sich nu, det der nich wieda antreten will. Det nennt man Haltung, liebe SPD. Is det vaantwortungslos von Hikel? Nee, eha von den Jenossen, die die Linken partout links übaholen wolln.“

Und damit schließt der Späti für heute. Schreiben Sie mir gerne, wenn Sie Fragen, Tipps oder Lieblingsorte haben. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Tag.
Herzliche Grüße!
Ihr Pascal Biedenweg
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