Der beliebte Kulturzug zwischen Berlin und der polnischen Stadt Wrocław (Breslau) soll zum 28. Dezember eingestellt werden. Das berichten der „rbb“ und die „Berliner Zeitung“ übereinstimmend unter Berufung auf die Berliner Verkehrsverwaltung und das Brandenburger Verkehrsministerium.

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Laut den Medienberichten werden die hohen Betriebskosten als Hauptgrund für das Aus genannt. Der Zug, der seit 2016 eine kulturelle Brücke zwischen Deutschland und Polen bildet, sei wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Anders als bei anderen Bahnverbindungen würden Berlin und Brandenburg die Kosten nicht nach den gefahrenen Kilometern, sondern zu gleichen Teilen tragen, was die Berliner Seite stärker belastet. Laut „Berliner Zeitung“ erhält der Kulturzug keine finanzielle Unterstützung aus Polen. Rund 90 Prozent der Fahrgäste stammen aus Deutschland, auch wenn die beteiligten Künstlerinnen und Künstler aus beiden Ländern kommen.

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Ein weiterer Kostenfaktor: Die Fahrzeuge würden unter der Woche nicht im Berufsverkehr eingesetzt werden können. Da der Kulturzug nur am Wochenende fährt, sei er laut Medienberichten „unterdurchschnittlich gut ausgelastet“. Zudem hätten sich die Fahrgastzahlen nach der Corona-Pandemie nicht erholt.

Kulturzug Berlin–Wrocław bekommt mögliches Nachfolgeprojekt

Seit 2016 verband der Kulturzug die deutsche Hauptstadt mit der früheren Kulturhauptstadt Europas. Während der Fahrt fanden regelmäßig Konzerte, Lesungen und Diskussionsrunden statt – ein „europäisches Kulturfestival auf Rädern“, wie es der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) einmal beschrieb.

Nach Informationen des rbb wird derzeit über ein Nachfolgeprojekt nachgedacht, das an die Europa-Abteilung der Senatskanzlei angedockt werden könnte. Demnach könnte es künftig in den regulären Zugverbindungen zwischen Berlin und Wrocław kulturelle Angebote geben. Offiziell bestätigt ist das aber bislang nicht.