Auf der Homepage der Bahn steht als Eröffnungstermin für Berlins neue S-Bahn-Linie noch immer das „erste Quartal 2025“. Auch am Berliner Hauptbahnhof ist die neue Linie S15 schon so lange ausgeschildert, dass vielleicht einfach niemandem mehr auffällt, dass es sie gar nicht gibt. Eigentlich sollte die neue Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Nordring schon seit 2017 fahren. Nun hat die Deutsche Bahn den Start ein weiteres Mal nach hinten verlegt. Die Fahrten der S15, im digitalen Fahrplan ab 30. März angekündigt, „können vorerst nicht erfolgen“. Das teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Mittwoch auf Morgenpost-Anfrage mit.

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Zwar seien die neue S-Bahn-Strecke und auch der vollständig ausgestattete Interimsbahnsteig am Berliner Hauptbahnhof inzwischen betriebsbereit. Damit seien schon „wesentliche Meilensteine erreicht“, so der Sprecher. Die technischen und baulichen Voraussetzungen für einen sicheren und zuverlässigen S-Bahn-Betrieb zwischen den Bahnhöfen Gesundbrunnen, Wedding und Berlin Hauptbahnhof seien damit erfüllt. Das hätten auch die Abnahmefahrten gezeigt. Im Prinzip, so die Nachricht, kämen die Arbeiten zur Inbetriebnahme des ersten Bauabschnitts des Großprojektes S21 Berlin also voran.

Stromversorgung im neuen Bahnhof fällt durch die Prüfung

Hauptbahnhof Berlin Jubiläum
Die S15 ist im Berliner Hauptbahnhof schon lange auf den Schildern zu sehen, regulär gefahren ist sie noch nie. © BM | Uta Keseling

Allerdings hat sich in letzter Minute eine „Verzögerung“ ergeben, wie es im Bahndeutsch gern heißt. „Die Zulassungs- und Abnahmeprozesse sicherheitsrelevanter Ausrüstungstechnik im Bahnhof laufen noch“, so die Mitteilung des Bahn-Sprechers. Demnach ist unter anderem die Notstromversorgung, die im Falle eines Stromausfalls einspringen soll, technisch nicht abgenommen worden. Während der Prüfung habe sich herausgestellt, dass „unter anderem durch die komplexen Regelungen erneute fachliche Konsultationen notwendig geworden sind“. Die Folge: Der Check wurde abgebrochen. Nun würden die Prüf- und Inbetriebsetzungsprozesse „neu terminiert“ sowie „die personellen und materiellen Ressourcen gezielt angepasst“, heißt es in der Mitteilung.

Nach wie vor rechnet man bei der Bahn aber mit einem Start der S15 noch in diesem Frühjahr, so der Sprecher. Allerdings: „Um einen sicheren Termin nennen zu können, wird die Eröffnung der neuen S-Bahn-Strecke erst kurzfristig bekannt gegeben.“

Sonderfahrt in historischer Bahn auf der Strecke der S15 geplant

Damit steht möglicherweise auch die Sonderfahrt mit einer historischen S-Bahn infrage, die der Verein Historische S-Bahn am kommenden Sonntag anbieten will. Auf der Webseite des Vereins ist für Sonntag, den 29. März, eine Sonderfahrt auf der neuen Strecke angekündigt. Diese „Schnupperfahrt“ soll, so der Verein, trotz des verschobenen S-Bahn-Starts stattfinden und zum Hauptbahnhof (tief) führen. „Wir werden mit einem angepassten Fahrplan unterwegs sein und kurz vorm Interimsbahnsteig wenden, teilte der Verein auf Morgenpost-Anfrage mit.

Die Fahrt sei, wie bei solchen Anlässen üblich, längst ausverkauft.

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Inbetriebnahme verzögert sich seit Jahren

Baustelle der S21-Interimsstrecke
Journalisten und Bauarbeiter im Jahr 2024 auf der Baustelle der S21-Bahnstrecke am Hauptbahnhof. © picture alliance/dpa | Monika Skolimowska

Seit Jahren wird der Start der neuen S-Bahn-Linie S15 immer wieder verschoben. Unvorhergesehene Bodenbedingungen, die Corona-Krise, Materialengpässe wegen des Ukraine-Kriegs und Personalmangel haben der Bahn zufolge dafür gesorgt, dass sich das Projekt immer weiter verzögert hat.

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Der neue Streckenabschnitt bildet den ersten Teil des Großprojektes „S21 Berlin“: Mit der neuen Nord-Süd-Verbindung will die Bahn das Berliner S-Bahn-Netz in einigen Jahren deutlich entlasten. Sie soll vom Nordring über den Hauptbahnhof, Potsdamer Platz und Yorckstraße bis zum Südkreuz führen. 

Zwei weitere Abschnitte sind dafür geplant. Im Bau sind diese bisher nicht. Für die Anbindung der S15 an den Nordring ist unter dem Hauptbahnhof ein eigener „Interimsbahnhof“ entstanden. Dieser ist seit Längerem fertig. Langfristig soll zudem ein neuer S-Bahnhof Perleberger Brücke entstehen, um auch das Europaviertel an die Linie anzubinden. Für dieses Vorhaben läuft bisher aber nicht einmal das Planfeststellungsverfahren.

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mit dpa