Zum Artikel „Olympia-Bewerbung in Berlin: Gegner drohen mit Volksbegehren“ vom 27. Oktober

Olympia-Bewerbung in Berlin: Gegner drohen mit Volksbegehren

München verzeichnet einen wichtigen Sieg auf der ersten Etappe des internationalen Olympia-Bewerbungsmarathons. Entsprechend triumphierend tönt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von einem „starken“ Signal als Ergebnis der offiziellen Bürgerbefragung in der Landeshauptstadt an der Isar. Tatsächlich ein überragend positives Resultat, mit dem in diesem Ausmaß kaum jemand gerechnet hatte.
460.000 Münchnerinnen und Münchner, fast zwei Drittel aller Stimmberechtigten, stimmten für eine Olympiabewerbung ihrer Metropole. Ein Top-Ergebnis, das in Berlin undenkbar wäre. Schließlich ist man bereits unbestrittene Weltstadt, deutsche Hauptstadt in Politik, Kultur und Unterhaltung, Wissenschaft, Lehre und Sport – eine Vielfalt mit ganzjährigen Attraktionen und Publikumsmagneten, aber auch kostspieligen Herausforderungen. Animierend und völkerverbindend. Stetig wachsend, mit und ohne Olympia.
Es geht um Sommerspiele plus Paralympics wahlweise 2036, 2040 oder 2044. Gewichtige Konkurrenten könnten Indien, Katar und Saudi-Arabien sein. Die Vergabe erfolgt durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) mit Sitz in Lausanne. Das wird ein hartes Ringen hinter den Kulissen. Unabhängig vom Ausgang ist Deutschland in jedem Fall dabei – über milliardenschwere Sportförderung hoffnungsvoller Medaillenkandidaten, als Zuschauer vor Ort oder weltweit in allen Medien. Die nationale Entscheidung zwischen den vier deutschen Bewerbern ist für Herbst 2026 geplant. Entschieden ist noch nichts. Doch aktuell hat München die Nase vorn – eine kleine Kurvenvorlage im global-olympischen Wettbewerb von morgen.

Jochen Freihold, via Email

Das Ansinnen derer, die unserem Land und ihrer Region durch die Ausrichtung der Olympischen Spiele zu einem Aufschwung verhelfen wollen, in allen Ehren, aber es mutet mich an wie der Versuch, ein Auto, dessen Motor schwächelt, dessen Bremsen schleifen und dessen Karosserie klappert, durch einen schicken neuen Anstrich wieder auf Vordermann (und durch den TÜV) zu bringen. In diesen Zeiten, in denen Europa politisch, wirtschaftlich und sogar kulturell auf die Verliererseite zu geraten droht, bedarf es anderer Maßnahmen als sich jahrelang darauf vorzubereiten, für ein paar Wochen „Brot und Spiele“ zu genießen. Die Milliarden, die dafür aufgewandt werden müssen - fehlen uns an anderer Stelle. Und, traurig genug, „unsere“ Medaillen holen wir doch fast nur noch in Sportarten, die mit dem Ideal von der „Jugend der Welt“ nicht viel zu tun haben. Isabell Werth wird auch in zehn Jahren noch mehr Edelmetall erreiten, wenn man sie aufs richtige Pferd setzt, als alle Leichtathleten zusammengenommen.

Wolf-Rüdiger Heilmann, via Mail

Wer daran glaubt, dass Berlin imstande ist, Olympia zu stemmen, der glaubt auch an den Zitronenfalter, der Zitronen faltet. Nicht mal eine schlichte Silvester-Feier bekommt Berlin hin – was soll da noch kommen?
Paris ist eine Weltstadt, Berlin dagegen ein Dorf. Das ICC vergammelt, der öffentliche Verkehr zuckelt verspätet vor sich hin, Baustellenchaos allerorten, Kriminalität ausufernd ohne Grenzen und nicht zuletzt ein unentschlossener, hilfloser Senat. Wer soll das alles finanziell stemmen? Der Länderfinanzausgleich wohl kaum. Insgesamt ein Wunschdenken, das aller Realität Grenzen setzt. Nur völlig Unbedarfte glauben noch an Wunder.

Thomas Hansen, via Mail

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Die Probleme wären weitaus geringer, würden sich beide Seiten mal aufeinander zubewegen.
Auf der einen Seite haben wir Behörden, die sich zum Teil noch recht papierlastig mit rigiden Entscheidungsinstanzen erst sehr langsam der modernen Arbeitswelt öffnen. Einstellungen dauern gerne mal ein halbes Jahr, und es herrscht auch wegen aktuellen Sparzwangs eine massive Überlastung. Überdies trifft man dort nicht selten auf die alteingesessene Kraft, die sich kein Stück von ihrer eingespielten Routine wegbewegen will – es hat ja die letzten Jahrzehnte gut geklappt. Auf der anderen Seite stehen junge Menschen, die als Fans flacher Hierarchien und Duzkultur und aufgewachsen in einer schnelllebigen Welt oft nicht bereit sind, Entscheidungswege auszuhalten, sich über ihren künftigen Arbeitgeber ausreichend zu informieren oder auch ihren Teil der Integration und Anpassung beizutragen. Als jemand, der seit etwa anderthalb Jahrzehnten dort arbeitet und diese Entwicklung täglich verfolgt, stimmt mich dieses Gegeneinander statt Miteinander nachdenklich – denn beide Seiten könnten unglaublich viel voneinander lernen.

Constanze Meyer-Roick, via Mail

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Gestern, am 27. Oktober, erlebte ich an der Kasse von Edeka in Oranienburg eine böse Überraschung. Meine gekaufte Gans kostete sage und schreibe das Doppelte des bisherigen Preises.
Offenbar nutzen die Konzerne die aktuelle Lage sofort aus: Alle Geflügelprodukte wurden von heute auf morgen um 100 Prozent teurer. An der Tiefkühltruhe standen allerdings noch die alten Preisschilder – die Preisanpassung war dort noch nicht erfolgt. Der Präsident der deutschen Geflügelwirtschaft scheint in Ihrem Artikel von moderaten Preissteigerungen auszugehen. Doch die Realität im Supermarkt sieht ganz anders aus: Die Preise haben sich verdoppelt. Hier hätte man sich besser über die tatsächliche Preisentwicklung im Handel informieren sollen, bevor man Entwarnung gibt.

Monika Bohm, via Mail

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