Zum Haftantritt begleitet Dan E. seinen rechtsextremen Kollegen Julian M. Er steht hinter einem Transparent. Darauf zu lesen: „Standhaft bleiben“. Schwarze Brille, Glatze und Adidas-Jacke: E. lauscht den Worten seines Kameraden, nickt ihm anerkennend zu. Das war Anfang September. Weniger Wochen später ist der aus Bayern stammende Rechtsextremist selbst ins Visier der Berliner Sicherheitsbehörden geraten. Am 26. September wurde E. festgenommen, wegen möglicher Anschlagsabsichten – zuerst berichtete der „Tagesspiegel“.

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„Er soll in einer therapeutischen Einrichtung geäußert haben, dass er, bevor er sich das Leben nehme, noch möglichst viele Ausländer töten wolle“, erklärt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, Michael Petzold, auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Dem „Tagesspiegel“ zufolge soll er zudem den rechtsextremen Terroristen Anders Breivik als Vorbild genannt haben. Dieser hatte 2011 im norwegischen Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen umgebracht. Weiterhin habe E. erklärt als Märtyrer sterben zu wollen, indem er nach seiner Tat von der Polizei erschossen wird.
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Im Rahmen der polizeilichen Durchsuchungen wurden laut Staatsanwaltschaft ein verbotenes Messer sowie elektronische Datenträger gefunden. Dan E. wird die Androhung von Straftaten sowie der Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Er wurde vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht, ein Gutachten steht noch aus. Zudem dauerten die Ermittlungen an.
Dan E. bereits in Bayern festgenommen – wegen möglicher Anschlagspläne
Dan E. ist kein Unbekannter in der Neonazi-Szene. In Bayern war er Funktionär in der rechtsextremen Partei „Die Rechte“, trat bei Veranstaltungen des Pegida-Ablegers Nügida auf und nahm auch an einer Kundgebung der AfD teil, wie Medienberichten zu entnehmen ist. Laut Bayerischem Rundfunk sprach er bei einer Pegida-Veranstaltung 2016 in München von einem „Systemwechsel“ und drohte Journalisten mit „Vergeltung vom Volk“.
Auch den Sicherheitsbehörden ist E. bekannt: 2015 wurde er im Zuge einer Polizei-Razzia festgenommen. Die Einsatzkräfte durchsuchten Wohnungen von Neonazis in Ober- und Mitelfranken und beschlagnahmten unter anderen eine scharfe Schusswaffe mit Munition sowie Stichwaffen. Die rechtsextreme Gruppe um Dan E. stand unter Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben, wie es in einer damaligen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Bamberg und der Polizei Oberfranken hieß. Ihnen wurde vorgeworfen, Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte mit sogenannten Kugelbomben geplant zu haben. E. kam kurz nach seiner Festnahme wieder frei.
Weiterhin war Dan E. laut Informationen der Zeit 2015 an einem Angriff auf eine feministische Demonstration beteiligt. Er soll Pfefferspray auf linke Demonstranten gesprüht haben.
Deutsche Jugend Voran: Immer wieder Razzien und Festnahmen
Seit mehreren Jahren soll E. in Berlin leben. Wie und wann er mit der Deutschen Jugend Voran in Kontakt gekommen ist, lässt sich nicht sagen. Die rechtsextreme Jugendbewegung gilt als besonders gewaltbereit. Immer wieder werden Wohnungen der jungen Neonazis durchsucht, zuletzt Ende September.
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Fünf Männer zwischen 18 und 20 Jahren sowie drei Frauen zwischen 17 und 22 Jahren sollen im August zwei Journalisten am Ostkreuz in Berlin-Friedrichshain angegriffen haben. Bei der Razzia wurde ein 18-Jähriger festgenommen, der an weiteren Taten beteiligt gewesen sein soll. Die Hausdurchsuchungen standen laut Staatsanwaltschaft jedoch nicht im Zusammenhang mit der Festnahme von Dan E.







