Zum Artikel „Nachtflugverbot: Airlines-Präsident fordert Lockerung“ vom Datum 12. Oktober
Von den negativen Folgen unseres Nachtflugverbots waren wir vor einiger Zeit selbst betroffen. Unser Pilot kündigte beim Abflug vom Urlaubsort an, dass wir Berlin kurz vor Mitternacht erreichen würden.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Eine halbe Stunde vor der Landung dann die Durchsage, wir würden zwei Minuten zu spät eintreffen und man versuche, trotzdem eine Landegenehmigung zu erhalten. Diese wurde nicht erteilt, und wir landeten in Rostock, von wo uns dann Busse nach Berlin bringen mussten.
Abgesehen davon, dass es mit unserer Nachtruhe dadurch nichts wurde, wage ich gar nicht an die Kosten zu denken, die der Fluggesellschaft entstanden sind: Der Flieger musste ja am folgenden Morgen wieder nach Berlin gebracht werden, was zweimal unnötigen Kerosinverbrauch verursachte dazu noch die Busse, die uns nach Berlin brachten. Das alles nur wegen zwei Minuten Verspätung.
Ein Nachtflugverbot an großen Flughäfen ist kontraproduktiv, verhindert zeitnahe Anschlussflüge und schreckt Fluggesellschaften ab. Andere Luftdrehkreuze freuen sich. Das Nachsehen haben wir Berliner.
Bernhard Bergmann, per Mail
Mit seiner Aufstellung von Situationen, die eine halbstündigen Aussetzung des Nachtflugverbotes rechtfertigen würden, hat sich der Condor Chef Peter Gerber selbst um Kopf und Kragen geredet. Warum bei einem Gewitter über dem Balkan, einem Streik der Fluglotsen in Frankreich oder Drohnen über Lettland, eine ganze Region länger wach bleiben oder früher aufstehen muss, erschließt sich dem Bürger nicht.
Herr Gerber sollte aufhören zu zündeln, wirklich den Bevölkerungswillen und den Planfeststellungsbeschluss zum Nachtflug respektieren und die Bevölkerung vor solchen Milchmädchenrechnungen von „10 Tage pro Jahr und einer halben Stunde“ verschonen.
Dietmar Astfalk, per Mail
Zum Artikel „Höhere Beitragsbemessungsgrenzen: Mehr Sozialabgaben für Millionen“ vom 8. Oktober
Ich bin als Kleinstunternehmer unterwegs und freiwillig gesetzlich versichert. Meine Krankenkasse erhöhte kürzlich drastisch den Beitrag, da sie anscheinend der Meinung war, dass ich urplötzlich mehr verdienen würde, nur weil dies im Allgemeinen wohl auch so sei. Anders lässt sich der Aufschlag von über 60 Euro im Monat nicht erklären. Ich legte dagegen selbstverständlich Widerspruch ein, welcher ebenso selbstverständlich abgeschmettert wurde. Für mich ist das Ganze inzwischen ernsthaft existenzgefährdend. Politisches Versagen und Raffgier Verantwortlicher tragen die größte Schuld an dieser Misere. Und ein Ende der Preisspirale ist nicht einmal ansatzweise absehbar.
Ullrich Herzau, per Mail
Zum Artikel „Warum der Stil der Olympiabewerbung für Skepsis sorgt“ vom Datum 4. Oktober
„Darf es etwas mehr sein?“, ist auch heute noch eine gängige Frage an seltener werdenden Wursttheken. Geht es um öffentliche Großprojekte, halten sich Politiker und Planer nicht mit höflichen Fragen auf, greifen stattdessen tief in die Taschen des Steuerzahlers, um Milliardenbeträge herauszuholen, denn etwas Neues und Einmaliges soll für die Stadt entstehen. Eine realitätsnahe Planung und Budgetierung würde dabei nur für den Blick aufs große Ganze versperren. Womit wir bei der geplanten Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele in Berlin wären.
Die Befürworter solcher Spiele rechnen die wahren Kosten gekonnt herunter, um Entscheider und Bürger für sich einzunehmen. Geschönte Zahlen auf geduldigem Papier sind in der Regel eine explosive Mischung für den Steuerzahler. Denn erst nach und nach tauchen „unerwartete Hindernisse“ auf oder es werden Neuplanungen erforderlich, die das Vorhaben massiv verteuern. BER, Elbphilharmonie, Stuttgart 21 oder die Kölner Oper sind nur ein paar Beispiele für eine gravierende Verschwendung von Steuergeldern. Es bedarf nicht viel Fantasie zur Vorstellung, dass Olympische Spiele in Berlin zum nächsten öffentlichen Pannenprojekt avancieren, noch bevor der erste Startschuss gefallen ist. Außerdem wird der wirtschaftliche Nutzen derartiger Events von Ökonomen als marginal angesehen, zumal sich die Folgekosten für die Sportstätten noch gar nicht im Detail abschätzen lassen. Für ihren Erhalt bei deutlich weniger Nutzern dürften erst recht die Mittel fehlen.
Dabei beherrschen seit Jahren zwei Themen den Alltag in der Hauptstadt: Der Verfall der Infrastruktur (Schulen, Schwimmbäder, Straßen, Brücken, ÖPNV) auf der einen und die fehlenden Milliarden zur notwendigen Sanierung auf der anderen Seiten. Statt das nächste Megaprojekt auf Kosten des Steuerzahlers an die Wand zu fahren, sollte mit den verfügbaren Mitteln sinnvoll und nachhaltig gewirtschaftet werden.
Bernd Eiber, per Mail





