Bei einer propalästinensischen Demonstration am Berliner Alexanderplatz ist es zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Die Polizei führte am Abend insgesamt 80 Menschen ab, wie am Freitagmittag mitgeteilt wurde. Gegen die Personen würden nun unter anderem Strafverfahren wegen besonders schweren Landfriedensbruchs, Widerstands und tätlicher Angriffe auf Vollstreckungsbeamte oder auch Sachbeschädigung eingeleitet, hieß es weiter. Anlass der Demonstration war der Stopp der Gaza-Hilfsflotte durch die israelische Marine.

Anlass der Demonstration war, dass die israelische Marine im Mittelmeer eine propalästinensische Gruppe privater Segel- und Motorboote kurz vor dem Gazastreifen gestoppt hat.
Anlass der Demonstration war, dass die israelische Marine im Mittelmeer eine propalästinensische Gruppe privater Segel- und Motorboote kurz vor dem Gazastreifen gestoppt hat.© Sven Kaeuler/dpa | Sven Kaeuler

„In der Spitze waren es 800 Teilnehmende, die anfangs auch sehr friedlich waren“, sagte eine Sprecherin der Polizei vor Ort. Im Verlauf hätten sich mehrere Demonstranten auf die Straßenbahngleise gesetzt. Die Einsatzkräfte hätten die Menschen dazu aufgefordert, die Gleise zu verlassen. Daraufhin sei es zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen. Die Versammlung wurde aufgelöst, so die Polizei.

Bei dem Protest seien auch verbotene Parolen gerufen und Pyrotechnik gezündet worden. Vereinzelt seien auch Flaschen geworfen worden. Mehrere Polizeibeamte wurden den Angaben nach leicht verletzt, kamen aber nicht ins Krankenhaus. Der Straßenbahnverkehr war nach Polizeiangaben vorübergehend lahmgelegt. Zudem seien Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen zu sehen gewesen.

Propalästinensische Demo auch in Wedding

Zuvor hatten propalästinensiche Demonstranten die Müllerstraße in Berlin-Wedding kurzzeitig blockiert. Anschließend lieferten sie sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei.

Gaza Protest in Berlin
Gaza-Protest in Berlin: Israel hat eine Flotte mit Hilfsgütern gestoppt. © Leonard Laurig | Leonard Laurig

Etwa 150 Aktivisten hatten sich zunächst nahe des Leopoldplatzes versammelt. Unter Rufen „Free, Free Palestine“ und „Stop the Genocide“ marschierten sie dann die Müllerstraße entlang und blockierten für einige Zeit den Verkehr, bis die Polizei einschritt. Auch nach der Aktion versammelten sich noch etwas 300 Demonstranten unangemeldet in der Müllerstraße am Leopoldplatz. Sie skandierten „we won‘t be silent“ und „stop the bombing“ („Wir werden nicht schweigen, stoppt die Bombardierung“).

Gaza-Protest Leopoldplatz
Die Pro-Palästina-Demonstration auf dem Leopoldplatz© BM | Leonard Laurig

Bei einer kurzen Verfolgungsjagd mit den Einsatzkräften warfen einige Demonstranten Gegenstände auf die Fahrbahn. Es gab mindestens eine Festnahme, weil ein Demonstrant laut Augenzeugen bei seiner Flucht vor der Polizei ein Verkehrsschild auf die Straße warf.

Die Polizei bot den Demonstrierenden an, die unangemeldete Versammlung auf dem Leopoldplatz fortzuführen. Dort schwenkten die etwa 300 Demoteilnehmer Palästina-Flaggen, bezeichneten Israel als „Terror-Staat“ und forderten die Bundesregierung auf, sich für die festgenommen Aktivisten der Gaza-Flotille einzusetzen. Gegen 21 Uhr löste sich die Kundgebung auf.

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Zuvor hatte eine Gruppe von Aktivisten zu einer Aktion des zivilen Ungehorsam aufgerufen, um gegen den Stopp der Schiffe der Gaza-Flottille mit Hilfsgütern für den Gazastreifen zu protestiert.

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Die Aktion war für 19 Uhr am U-Bahnhof Leopoldplatz angekündigt. Polizisten hatten sich an den Bahnsteigen und um den U-Bahnhof herum positioniert, wurden von der spontanen Straßenblockade dann aber überrascht.

Die Polizei war nach eigenen Angaben mit hunderten Einsatzkräften vor Ort. Konnte aber noch keine weiteren Angaben zum Einsatz machen.

mit dpa/bee