Happy End in Berlin-Kladow: Das seit Sonntag ausgebüxte Känguru ist wieder aufgetaucht. Das Wallaby, eine der kleinsten Känguruarten, war am vergangenen Wochenende aus seinem Gehege geflohen, nachdem ein Unbefugter die Tür geöffnet hatte. Passanten hatten das Känguru im Südwesten der Stadt gesichtet. Polizisten versuchten vergeblich, das Tier einzufangen – es hüpfte daraufhin in einen Wald. Seitdem wurde das Känguru nicht mehr gesehen. Nun berichtet sein Besitzer Jakob Augstein, Verleger und „Spiegel“-Erbe, wie das Känguru wieder auftauchte.

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„Unser Wallaby ist wieder da“, so Augstein am Ende des aktuellen Podcasts „Augstein & Blome“, den er mit RTL-Politikjournalist Nikolaus Blome aufnimmt. „Es ist von alleine gekommen. Es wollte nach Hause. Wir freuen uns sehr.“ Er danke den Kollegen vom Leibniz-Institut für Wildtierforschung, dem Umwelt- und Naturschutzamt Spandau und der Berliner Polizei „für ihre tolle Arbeit. Das war sehr, sehr nett und wir sind sehr dankbar.“

Zunächst sprechen die beiden Journalisten in dem Podcast eine halbe Stunde über die Wiedervereinigung. Als Augstein die Sendung beenden möchte, unterbricht Blome ihn. „Nein, nein, nein. Ich sehe am Horizont eine hüpfende Bewegung.“ Der „Spiegel“-Erbe windet sich zunächst und sagt immer wieder lachend „Nein, nein, nein“. Auf Blomes Frage, wie das Tier heiße, antwortet Augstein zunächst: „Wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen.“
Augstein über Känguru: „ganz, ganz bezaubernd, sehr hübsch, sehr süß und sehr lustig“
Diese Tiere seien „ganz, ganz bezaubernd, sehr hübsch, sehr süß und sehr lustig. Völlig ungefährlich, ganz reizend, sehr einfach zu halten“, so Augstein. „Dieses Tier hatte keinen Namen, weil wir mehrere hatten und man sie ganz schlecht auseinanderhalten kann, weil sie alle gleich aussehen.“
Das Wallaby stamme aus Thüringen und sei dadurch ein ostdeutsches Wallaby, scherzt er. Der „Spiegel“-Erbe sei nach dem Verschwinden des Tieres unter anderem von einer Kollegin der „Süddeutschen Zeitung“ um ein Statement gebeten worden. Augstein erläutert daraufhin im Podcast, dass er Themen wie Gaza, Ukraine oder Trump für relevanter halte als ein entlaufenes Wallaby.
Weiter klärt er auf: „Dieses Tier ist nicht entlaufen, sondern ein, ich möchte sagen, unerwünschter Besucher, hat sich Zutritt zu dem Gehege verschafft – das Gehege ist sicher und Wallaby-würdig, wie es sein soll – und hat die Tür eingetreten.“ Es brauche etwas Aufwand, aber es sei durchaus möglich, etwas so zu bauen, dass Tiere nicht reinkommen oder rauskommen. Etwas so zu bauen, dass Menschen nicht reinkommen, könne man auch machen, so Augstein. Das sehe dann aber ganz anders aus und nennt in dem Zusammenhang Gefängnisse und Psychiatrien als Beispiele. Der Druck durch Vandalismus sei eine Katastrophe.
Känguru wurde in der Nähe seines Geheges entdeckt
Wie der „Tagesspiegel“ am Donnerstag berichtete, hatten Mitarbeiter eines Gartenbauunternehmens das Känguru auf dem Grundstück eines Kunden nahe der Havel entdeckt. Und zwar nur zwei Häuser neben dem Gehege. „Es war ortsgebundener, als wir alle dachten. Es war offenbar gar nicht in Brandenburg, sondern immer in Kladow“, sagte die Stadträtin.
Es war ein Arbeitseinsatz, den die Mitarbeiter der Gartenfirma nicht mehr vergessen werden. „Meine Mitarbeiter haben gerade den Rasen gemäht und die Äste geschnitten, da sprang plötzlich ein Känguru aus der Hecke“, sagte Marco Kratz, Inhaber der Gartenfirma MK Gartenservice dem Tagesspiegel. Er postete auch ein Video vom Känguru auf der sozialen Plattform Instagram.
Känguru wurde vor dem Einfangen betäubt
Die Mitarbeiter machten aber keine Versuche, das Wallaby selbst einzufangen. Stattdessen riefen sie das Veterinäramt an. Daraufhin schickten Fachleute eine Tierärztin los und verständigten einen Wildtierexperten vom Leibniz-Institut. Mithilfe eines Blasrohrs und eines Pfeils mit Betäubungsmittel konnte das Känguru schließlich gefasst werden.
Laut Tierarzt-Check hat das Wallaby seinen Ausflug in die Großstadt gut überstanden. Es ist gesund und hatte offenbar ausreichend Nahrung. Es wurde noch am späten Nachmittag zu seinem berühmten Besitzer und den anderen Kängurus am Kladower Havelufer zurückgebracht.
jp/pvt




