Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner möchte politische Diskussionen um Berlins Olympiabewerbung am liebsten vermeiden. „Lassen Sie uns Olympia nicht zum Wahlkampfthema machen, sondern gemeinsam schauen, wie wir für Berlin etwas hinbekommen“, sagte der Christdemokrat am Mittwoch im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Zuvor hatte der Manager der Handball-Füchse Bob Hanning sich ähnlich geäußert.

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In der Debatte um den Haushalt für Wegners Senatskanzlei wurde aber schnell deutlich, dass die olympia-kritische Opposition diesem Appell nicht Folge leisten wird. „Wir diskutieren, ob Olympia für die Entwicklung der Stadt dienlich ist oder nicht“, sagte der Linken-Haushaltspolitiker Steffen Zillich. Die Erfahrung mit früheren Bewerbungsversuchen „macht skeptisch“. Es werde „in der Wahlauseinandersetzung besprochen werden müssen, was richtig und was falsch sei für die Stadt. Das geht nicht anders.“ Zentrale Fragen zum neuen Bewerbungsanlauf für 2036, 2040 oder später seien „nicht beantwortet“.

Opposition fragt nach den Folgekosten für die zweite Phase der Olympia-Bewerbung

Für die Grünen sagte Finanzexperte André Schulze, der Senat müsse darstellen, welche Folgekosten für die zweite Phase der Bewerbung auf die Stadt zukämen, falls Berlin mit seinen Partnern Ende 2026 vom Deutschen Olympischen Sportbund den Zuschlag für eine deutsche Bewerbung erhält. Das sei für den gerade beratenen Doppelhaushalt 2026/27 relevant. „Wir müssen ein Gefühl für die Dimension bekommen, was da eventuell auf uns zukommt“, sagte Schulze.

Die Oppositionspolitiker bezweifeln auch die Aussagen des Regierenden Bürgermeisters und der Sportsenatorin Iris Spranger (SPD), der Bund werde die für Olympischen Spiele nötige Infrastruktur finanzieren. Es sei nicht klar, was die von Wegner ins Feld geführte grundsätzliche Zusage des Bundes bedeute. Man können auf diese Zusicherung „noch nicht so richtig vertrauen“, sagte der Linken-Politiker Zillich. In der Vergangenheit sei das bei deutschen Bewerbungen „keineswegs klar“ gewesen.

Sechs Millionen für Olympia setzt den Etat der Innen- und Sportsenatorin unter Druck

Die Opposition kritisierte auch die am Dienstag vom Senat beschlossene Finanzierung einer Steuerungseinheit für Olympia in der Senatskanzlei. Sechs Millionen Euro soll die Innen- und Sportsenatorin bereitstellen. Zusätzliches Geld gibt es aber nicht. Spranger soll stattdessen als Gegenbuchung „pauschale Minderausgaben“ in ihren Haushalt schreiben, also eine Sparvorgabe, die noch nicht klar beschrieben ist.

Aus Sicht der Opposition setzt diese Art der Finanzierung den ohnehin ausgeknautschten Etat für Sport, Polizei und Feuerwehr weiter unter Druck. Grüne und Linke verlangten zudem vom Senat einen Bericht darüber, was genau mit den sechs Millionen Euro bezahlt werden soll.

Hat Fragen der Abgeordneten nicht beantwortet: Missbilligungsantrag gegen Spranger

Der Ärger über Spranger ist so groß, dass Grüne und Linke eine offizielle Missbilligung gegen die Senatorin wegen der Kommunikation zur Olympiabewerbung fordern. Sie habe die vielen Fragen der Abgeordneten zu dem Thema nicht fristgerecht beantwortet. Aus politischen Gründen, so der Argwohn. Die Antworten hätten die „Olympia-Show von Wegner und Spranger in der Senatspressekonferenz stören können“, so die Linken. Aus Sicht der Grünen ein schlechtes Vorzeichen. Die Kontrollrechte des Parlaments zu übergehen und keine ausreichende Transparenz über die Kosten zu schaffen, lasse „Böses erahnen, wie mit künftigen Ausgaben für Olympische Spiele umgegangen“ werde.