Die Zahngesundheit der Berlinerinnen und Berliner hat sich in den vergangenen Jahren verbessert. Benötigten im Jahr 2013 noch die Hälfte eine zahnmedizinische Therapie, waren es im Jahr 2023 nur noch 39,7 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Zahnreport der Krankenkasse Barmer hervor. Doch der Report beinhaltet nicht nur gute Nachrichten: Die Zahl der in Anspruch genommenen Kontrolluntersuchungen erreicht einen neuen Tiefstand.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Demnach gingen im Jahr 2013 noch 53,5 Prozent der Berlinerinnen und Berliner für eine Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt, im Jahr 2023 waren es nur noch 48,4 Prozent. „So wird die Chance vergeben, dass Zahn- und Zahnfleischerkrankungen in einem frühen Stadium erkannt werden, in dem sie sich noch gut behandeln lassen“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg. Besonders Männer sind Vorsorgemuffel. Bei ihnen lag die Inanspruchnahme im Jahr 2023 bei 45,2 Prozent, bei Frauen waren es 51,6 Prozent.
Besonders Männer sind Vorsorgemuffel
Gesetzlich Versicherte haben zweimal im Jahr Anspruch auf eine zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung. „Bei einer Kontrolluntersuchung wird jeder Zahn einzeln auf Verfärbungen, Zahnstein und Karies hin überprüft und der Status des Zahnfleisches begutachtet. Auch Putzfehler können aufgedeckt werden, bevor Karies entsteht und Zähne aufwändig behandelt werden müssen“, so Leyh. Mit ihrer Inanspruchnahme von 48,4 Prozent bei den Kontrolluntersuchungen im Jahr 2023 lagen die Berlinerinnen und Berliner aber immerhin in etwa im Bundesdurchschnitt, der 48,5 Prozent betrug. Am eifrigsten gingen die Thüringerinnen und Thüringer zur Zahnvorsorge mit einem Anteil von 55,5 Prozent. Schlusslicht war Bremen mit 39,5 Prozent.
Auch viele Kinder in Berlin und Brandenburg verpassen nach einer Auswertung der Daten der AOK Nordost die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt. Im Jahr 2024 besuchte weniger als die Hälfte der Kinder zwischen 0 und 6 Jahren eine Zahnarztpraxis. In Berlin gingen vergangenes Jahr nur 44 Prozent der Kleinkinder zur Vorsorge, in Brandenburg nur 42 Prozent.
Viele Kinder verpassen die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen
Bei den Sechsjährigen, die 2024 zum Zahnarzt gingen, musste in Berlin fast jedes dritte Kind (29 Prozent) wegen Karies behandelt werden. In Brandenburg war es jedes fünfte Kind (rund 20 Prozent). Immerhin hat sich die Lage in den vergangenen fünf Jahren leicht verbessert. 2019 erhielten in Berlin noch 34 Prozent eine Zahnfüllung, in Brandenburg 27 Prozent.
Eine Zunahme hingegen gibt es der AOK-Analyse zufolge bei den Kinderkronen. In Berlin bekam vergangenes Jahr rund jedes fünfte Kind mit behandlungsbedürftigen Zähnen zwischen 0 und 6 Jahren eine Krone, in Brandenburg etwa jedes zehnte. Am häufigsten würden Kronen im Alter zwischen drei und fünf Jahren eingesetzt. „Und zwar dann, wenn die Karies schon stark fortgeschritten ist, ein Zahn durch einen Unfall stark beschädigt ist oder Erkrankungen am Zahnschmelz, wie beispielsweise Kreidezähne, vorliegen.“
Mehr Zahnärzte als im Bundesdurchschnitt
Die Versorgung mit Zahnarztpraxen ist in Berlin insgesamt gut. Auf 10.000 Einwohner kommen 4,79 Zahnarztpraxen. Das sind 13 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt, der bei 4,23 Zahnarztpraxen je 10.000 liegt. Allerdings verteilen sich die Zahnarztpraxen in Berlin sehr ungleich. Besonders gut versorgt ist Charlottenburg-Wilmersdorf. Hier kommen auf einen Zahnarzt beziehungsweise eine Zahnärztin 653 Einwohnerinnen und Einwohner. In Marzahn-Hellersdorf hingegen kommen mehr als doppelt so viele, nämlich 1657 Einwohnerinnen und Einwohner auf einen Zahnarzt beziehungsweise eine Zahnärztin. Dies ergibt sich aus Zahlen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlin.





