Der niederländische Techkonzern ASML baut seinen Berliner Standort weiter aus. Am Donnerstag eröffnete das Unternehmen eine neue Produktionshalle im Neuköllner Ortsteil Britz. Dort sollen rund 200 Beschäftigte in einem komplexen Verfahren sogenannte Wafer-Tafeln fertigen. Die Bauteilen kommen in der Chip-Herstellung auf der ganzen Welt zum Einsatz.

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„Die Wafer-Tafeln werden von unseren Kunden dringend gebraucht“, versicherte Markus Matthes, Chef des ASML-Standortes Berlin. Die Tafeln werden in Lithographie-Maschinen des Konzerns verbaut, mit denen wiederum Chips hergestellt werden. Weil die neuen in Berlin entwickelten Wafer-Tafeln eine Diamantbeschichtung haben, sollen sie länger halten. Für die großen Chipkonzerne wie Intel, Samsung oder TSMC ist das relevant. Eine komplette Lithografie-Maschine zur Chipherstellung von ASML kostet mehrere Hundert Millionen Euro. 

Bei der Produktion der Wafer-Platten geht es vor allem um Präzision. „Die Bauteile werden auf wenige Nanometer Genauigkeit bearbeitet“, erläuterte Thomas Polzer, Geschäftsführer Produktion bei ASML Berlin. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist um die 70.000 Nanometer dick. Um eine solche Präzision zu erreichen, arbeite man teils mit Ionenstrahlen-Technologie, berichtete Polzer.

Die Reinräume, in denen Beschäftigte diese hochpräzisen Arbeiten durchführen, liegen mehrere Stockwerke tief im Keller des neuen 5000 Quadratmeter großen Produktionsgebäudes an der Waldkraiburger Straße. Dort seien störende Erschütterungen, etwa durch den Straßenverkehr, am niedrigsten, so Polzer. Rund 250 Prozessschritte seien insgesamt nötig, um eine neue Wafer-Tafel zu produzieren, erläuterte er. Das dauere etwa ein halbes Jahr.

Auf dem ASML-Campus in Britz wird weiter gebaut

Rund 1900 Beschäftigte arbeiten derzeit am ASML-Standort Berlin. Neben dem Firmencampus in Britz unterhält das Unternehmen noch einen kleineren Standort in Schöneweide. Die nächste Großinvestition ist bereits in Planung. In den kommenden drei Jahren soll auf dem Campus in Britz eine weitere Produktionshalle mit rund 20.000 Quadratmetern für sogenannte Wafer-Klemmen entstehen. Die Zahl der Beschäftigten wird damit laut Matthes um einige Hundert wachsen. Wie hoch die Investitionssumme ist, sagt der ASML-Manager nicht. Für das kleinere nun fertiggestellte Produktionsgebäude habe das Unternehmen „einen hohen zweistelligen Millionenbetrag“ investiert, berichtete er.

ASML-Manager und Politiker bei der Eröffnung der neuen Produktionsstätte in Britz.
ASML-Manager und Politiker bei der Eröffnung der neuen Produktionsstätte in Britz.© Johannes Vetter | Johannes Vetter

ASML hat seit fünf Jahren einen Standort in Berlin. Das Unternehmen kaufte damals seinen Zulieferer Berliner Glas. Wayne Allen, Vorstand des Konzerns, betonte am Rande der Eröffnungsfeier am Donnerstag, dass der Standort seit der Übernahme um etwa 40 Prozent gewachsen sei.

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    Dass sich das Unternehmen mit seinen Wachstumskurs politischer Unterstützung sicher sein darf, wurde bei der Eröffnung überdeutlich. Neben dem Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) kamen auch zwei Staatssekretäre aus Bundesministerien vorbei, um Grußworte zu übermitteln. Die Bundesregierung versucht seit Jahren, wichtige Unternehmen der Chipindustrie zu Investitionen in Deutschland zu bewegen, teils mit hohen Subventionszusagen. Für die neue Produktionshalle in Britz ist laut Matthes allerdings kein staatliches Fördergeld geflossen.