Das Thema Flüchtlingsunterbringung und die Kosten ist eines, das die Berliner Politik nur ungern öffentlich behandelt. Zu groß ist die Furcht, lokalen Volkszorn zu erregen, wenn Pläne für eine neue Herberge durchsickern. Die riesigen Summen zu nennen, die Berlin für die Versorgung Zehntausender Asylbewerber und Ukraine-Flüchtlinge ausgibt, könnte Wasser auf die Mühlen derer sein, die ihren politischen Erfolg aus der Kritik an der Migrationsgesellschaft ziehen.

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Dennoch veröffentlicht die Morgenpost die vertrauliche Liste der Unterkünfte und der pro Tag und Kopf anfallenden Kosten. Nicht nur, weil es die Aufgabe von Medien ist, öffentliche Angelegenheiten aus dem Dunkel der vertraulichen Debatten zu ziehen. Sondern auch, weil die Informationen für künftige Debatten um die Geflüchteten und ihre Unterbringung hilfreich sein können.
Zehntausende Menschen leben in Flüchtlingsheimen, die normale Wohnungslose sind
Die Zahlen zeigen: Eigene Unterkünfte, wie die geplanten Modularbauten (MUFs) sind in der Regel deutlich günstiger als fremd angemietete, vor allem Hotels. Aber selbst die sind meistens noch viel teurer als es die Mieten für reguläre Wohnungen wären. Die Lehre daraus kann nur sein, mehr normalen Wohnraum zu schaffen. Und zwar nicht nur für Geflüchtete. Inzwischen leben tausende Menschen in Flüchtlingsheimen, die längst ein Bleiberecht in Deutschland haben und als normale Wohnungslose gelten. Die Sozialsenatorin geht davon aus, in wenigen Jahren 100.000 Menschen unterbringen zu müssen, ob mit oder ohne Einwanderungsgeschichte. Sollte sich das System nicht ändern, werden die Kosten komplett durch die Decke gehen.





