Liebe Leserin, lieber Leser,
spulen wir doch mal ein bisschen zurück und hören uns ein paar gute Vorsätze an. Im Sommer 2024, nachdem die bundesweiten Vera-Vergleichsarbeiten einen desaströsen Bildungsstand von Berliner Schülerinnen und Schülern offenbart hatten, zeigte sich Berlins Bildungsverwaltung ehrgeizig. Längsschnittanalysen, Lesetraining, ja eine konsequente „Qualitätsstrategie“ sollten nach Vorstellung von Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) den Schülerinnen und Schülern auf die Sprünge helfen. Und was hat‘s gebracht? Die Frage führt in die Gegenwart – und tief in den Schlamassel.

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Unserer Bildungsredakteurin Nicole Dolif liegen die Antworten des Senats auf eine Anfrage des Abgeordneten Alexander King (BSW) zu den aktuellen Vergleichsarbeiten vor. Demnach sind die Leistungen der Berliner Schülerinnen und Schüler in den Fächern Deutsch und Mathematik weiterhin dramatisch schlecht. „Fast jeder zweite Berliner Drittklässler kann kaum lesen, schreiben und rechnen“, fasst Dolif die Ergebnisse zusammen. „An den Integrierten Sekundarschulen lagen 73 Prozent der Achtklässler in Mathematik unter dem Mindeststandard, den Optimalstandard erreichte kein einziger.“ An den Gymnasien sieht die Sache etwas besser, aber keineswegs rosig aus.
Und die Bildungsverwaltung? Die bewertet den Anteil der Schülerinnen und Schüler, die das Ziel verfehlen, „weiterhin als zu hoch“ – so Torsten Kühne (CDU), Staatssekretär für Schulbau und Digitalisierung. Basiskompetenzen in den Bereichen Sprache und Mathematik gezielt zu fördern, sei „zentrales Ziel“ in der strategischen Ausrichtung der Bildungsverwaltung. Also immer noch. Na dann. Welche Maßnahmen den nächsten Déjà-vu-Effekt verhindern sollen, lesen Sie hier.
Was sonst noch wichtig ist
Protest gegen Straßenumbenennung. Gerade haben sich die Gemüter wegen der neuen Anton-Wilhelm-Amo-Straße in Mitte etwas beruhigt, da steht schon wieder Ärger ins Haus, weil ein Name geändert werden soll. Diesmal in Kreuzberg, wie Patrick Goldstein berichtet.
„Die Leute fahren, wie sie wollen“. Am Wochenende gab es ein paar Neuerungen an der Elsenbrücke, um die Verkehrssituation zu beruhigen. Seit der Eröffnung des neuen A100-Teilabschnitts wird dort jeden Tag große Stauparty gefeiert. Nun wurde eine Busspur verlängert. Hat‘s was gebracht? Alexander Rothe weiß mehr.

Psycho-Beratungsstelle vor dem Aus. Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) spricht davon, in ihrem Bereich sei „der große Kahlschlag abgewendet“ worden. Unterdessen wird die Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch kranke oder labile Menschen im S-Bahnhof Schöneberg ab 2026 nicht weiter finanziert. Wie passt das zusammen? Joachim Fahrun berichtet.
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Ihr
Felix Müller, Leitender Redakteur
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