Die Pläne für den Umbau des ehemaligen Flughafens Tegel zu einem Hochschulcampus geraten erneut ins Stocken. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung schiebt die Sanierung des ehemaligen Terminals A aufgrund knapper Haushaltsmittel auf. Statt 2030 sollen die Arbeiten laut Prognose jetzt erst 2035 fertig sein. Die Kosten für das Projekt könnten sich dadurch deutlich erhöhen – auf bis zu 833 Millionen Euro, wie Unterlagen der Verwaltung, die dem „Tagesspiegel“ vorliegen, zeigen.

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Ursprünglich war geplant, dass die Berliner Hochschule für Technik (BHT) bereits 2027 in das historische Flughafengebäude einzieht. „Wir könnten aus baulicher Sicht schneller sein“, erklärte eine Sprecherin der Senatsbauverwaltung gegenüber der Zeitung. . Allerdings stünden im Doppelhaushalt 2026/27 die Mittel so bemessen zur Verfügung, dass der Großteil der Baukosten erst nach 2030 abgerufen werden könne.

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Bis Anfang 2026 sollen zunächst Rückbauarbeiten und die Entfernung von Schadstoffen erfolgen. Danach könne die eigentliche Sanierung beginnen, allerdings nur in sehr kleinem Umfang. 2027 stehen laut Planungen lediglich 15 Millionen Euro für das Projekt bereit, 2028 sollen es 20 Millionen Euro und 2029 40 Millionen Euro sein. Erst danach seien die dringend benötigten Mittel für den Großteil der Baumaßnahme verfügbar.

Sanierung von Tegel: Kosten steigen, Verzögerungen sorgen für Unmut bei BHT

Während ursprünglich Kosten von rund 450 Millionen Euro kalkuliert waren, hatte die Verwaltung bereits für die Fertigstellung 2030 mit 650 Millionen Euro gerechnet. Wird das Projekt bis 2035 verschoben, könnten die Ausgaben laut der Zeitung auf bis zu 833 Millionen Euro steigen. Die Senatsverwaltung betont gegenüber der Zeitung, dass es sich dabei um eine Hochrechnung handele. „Diese kann auch geringer ausfallen“, teilte die Sprecherin mit.

Die Verzögerungen sorgen für Unmut bei der BHT. Erster Vizepräsident Hans Gerber kritisiert gegenüber der Zeitung: „Uns fehlt vom Land die strategische Verlässlichkeit. Wie sollen wir unsere Zukunft planen, wenn gleichzeitig unsere Perspektive immer wieder verschoben wird?“ Das Vorhaben, auf dem Campus urbane Technologien zu bündeln und ein Start-up-Hub zu etablieren, werde durch die Unsicherheit massiv belastet.

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Besonders heikel: Die Hochschule selbst und Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) erfuhr von den neuen Prognosen erst über die Medienanfrage der Zeitung. „Ich bin mir mit Senator Gaebler einig, dass eine frühere Fertigstellung des Campus Tegel für den Umzug der Berliner Hochschule für Technik nötig und möglich ist“, erklärte sie.

„Super Vorhaben“: Tegel-Campus verzögert sich weiter – langfristig sinnvoll für Berlin

Die Pläne für den Umbau des ehemaligen Flughafens bestehen bereits seit 2008. Zwischenzeitlich verzögerten unter anderem die verspätete Eröffnung des BER und die Nutzung des Terminals als Ankunftszentrum während des Ukraine-Kriegs die Umsetzung. Nun sind es vor allem finanzielle Engpässe, die den Fortschritt ausbremsen.

Gerber betont dennoch gegenüber der Zeitung den langfristigen Wert des Projekts: „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass das ein super Vorhaben ist und sehr sinnvoll für die Wertschöpfung des Landes.“ Zwar hätte man den Campus in Wedding für deutlich weniger Geld früher entwickeln können, doch Tegel biete langfristig die bessere Lösung.