Der Stromausfall im Südosten Berlins am Dienstag weckt Erinnerungen an den Blackout in Köpenick am 19. Februar 2019. Damals waren bei Bauarbeiten an der Salvador-Allende-Brücke zwei Starkstromkabel beschädigt worden. Köpenick, Müggelheim, Grünau, Bohnsdorf, Schmöckwitz und Teile Lichtenbergs waren über 30 Stunden ohne Strom. Betroffen waren insgesamt rund 31.500 Haushalte und 1920 Gewerbebetriebe, insgesamt rund 60.000 Menschen. Der Stromausfall war der größte in Berlin seit dem zweiten Weltkrieg.

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Konkret war eine Schweizer Baufirma im Begriff, eine Baugrubenwand im Rampenbereich der Brücke zu verankern. Dafür wurde eine Ankerbohrung durchgeführt. Dabei beschädigten Bauarbeiter die beiden Hochspannungsleitungen des Umspannwerks Landjägerstraße.

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Wegen des Blackouts gingen die zwei Blockheizkraftwerke, die Köpenick und Friedrichshagen mit Energie versorgen, vom Netz. Rund 5000 Haushalte konnten nicht beheizt werden. Betroffene hatten die Möglichkeit, mehrere Schulen aufzusuchen, um sich dort aufzuwärmen oder ihre Handys zu laden.

Besonders schwer traf der Stromausfall die Krankenhäuser: Das DRK Krankenhaus Köpenick musste durch ein Notstromaggregat des Technischen Hilfswerks (THW) mit Strom versorgt werden. Nur absolut notwendige Operationen wurden durchgeführt, 23 Patienten aus Intensivstationen verlegte man vorsorglich in andere Krankenhäuser. Die Notaufnahmen konnten keine Patienten mehr aufnehmen. Auch das Krankenhaus Hedwigshöhe war betroffen.

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Das THW versorgte neben den beiden Krankenhäusern auch Pflegeeinrichtungen, Abwasserpumpwerke und ein Umschaltwerk der Berliner S-Bahn mit Strom, das Bezirksamt stellte die Versorgung der Anwohner mit warmen Getränken und Essen sicher. Anwohner konnten bis zur Wiederherstellung der Stromversorgung kostenlos BVG fahren, der ÖPNV war allerdings nur eingeschränkt verfügbar.

Am Abend des 20. Februar 2025 war der Schaden behoben und alle betroffenen Haushalte und Betriebe wieder am Netz. Bürgerinnen und Bürger konnten über ein Formular auf der Internetseite von Vattenfall Schadensersatz fordern.