Der 16. Bauabschnitt der A100 wurde gerade eingeweiht, da wirbt Kai Wegner, Berlins Regierender Bürgermeister (CDU), bereits für die geplante Autobahnverlängerung. In der RBB-Abendschau erklärte der Politiker am Mittwoch, warum er den 17. Abschnitt als notwendig betrachtet und worauf dabei zu achten ist. Zudem äußerte er sich zu den durch den Ausbau gefährdeten Clubs.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Bereits am Nachmittag sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (ebenfalls CDU), dass der am Mittwoch eingeweihte 16. Bauabschnitt nur Sinn ergebe, wenn der 17. Abschnitt folge. Dem schloss sich Wegner an. Allerdings gibt es noch viele Fragezeichen. So stehe die konkrete Streckenführung noch nicht fest. Ein Konzept sieht vor, einen oder mehrere Tunnel unter dem Ostkreuz zu bauen.

A100: So will Wegner die Wohngebiete und Clubs schützen

„Wir sind jetzt im Planfeststellungsverfahren“, so Wegner. „Ich habe heute nochmal mit der Autobahn Gesellschaft gesprochen, dass das Ende nicht mitten in einem Wohngebiet erfolgt.“ Man stehe im Austausch mit der Bundesregierung, die den Ausbau finanziert, und der Autobahn GmbH.

Auch interessant

Kritiker monieren neben dem hohen finanziellen Aufwand für die Verlängerung – der 16. Bauabschnitt gilt als der bislang teuerste Autobahnbau in Deutschland –, die Auswirkungen auf die Umwelt und Anwohnerschaft auch die Zerstörung von Clubkultur. Mehrere Kulturorte sind entlang der geplanten Strecke ansässig und durch den Autobahnausbau gefährdet. Dazu Wegner: „Wir müssen gucken, wie wir die Clubkultur erhalten, dann auch an Alternativstandorten. Vielleicht auch durch Integration.“ Wie dies am Ende aussehen kann, verriet er jedoch nicht.

Wegner: Geld für A100 wäre sonst an Bayern gegangen

In der Abendschau verteidigte sich der CDU-Politiker gegen den Vorwurf, Autofahrerinnen und Autofahrer zu bevorzugen – der Ausbau der Radwege stockt unterdessen. „Das eine tun, ohne das andere zu lassen“, erklärte er hinsichtlich seiner früheren Aussage, das Auto nicht gegen das Fahrrad ausspielen zu wollen. „Die Stadtautobahn ist seit vielen Jahren Hauptschlagader der Mobilität in unserer Stadt.“ Die Bedeutung werde ersichtlich, wenn ein Teil der Autobahn gesperrt ist und die Kieze durch den umleitenden Verkehr überlastet werden.

Zudem verwies Wegner darauf, dass die Kosten für den Ausbau der A100 durch den Bund übernommen werden. „Selbst wenn wir als Land Berlin gesagt hätten, wir nehmen das Geld nicht, hätten Bayern oder Baden-Württemberg gerufen, dann nehmen wir es.“

Warum der 16. Bauabschnitt aber vor der Fertigstellung der Elsenbrücke eröffnet wurde – Kritikerinnen und Kritiker befürchten eine massive Überlastung des Übergangs von Treptow nach Friedrichshain –, erklärte der Regierende Bürgermeister damit, dass der entsprechende Wunsch in der Wirtschaft und bei der betroffenen Anwohnerschaft groß gewesen sei. Zeitgleich räumte er ein, dass sich der Effekt der Autobahn erst voll entfalte, wenn die Elsen-Brücke fertiggestellt und mit drei Bahnen ausgestattet sei