Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn Politik manchmal wie eine Folge „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ wirkt, dann lieferten Robert Habeck und Markus Söder zuletzt eine Doppelfolge mit Cliffhanger. Habeck verlässt die Bühne – nicht ohne vorher noch ein paar Giftpfeile loszulassen: gegen Julia Klöckner, gegen Söders Dauerselbstinszenierung – und irgendwie auch gegen das ganze Theater drumherum. Ein Abgang mit Knalleffekt, kein leiser Fade-out.

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Söder wiederum ließ die Steilvorlage nicht liegen: „Geh mit Gott – Hauptsache, weit weg.“ Klingt weniger nach Staatsmann, mehr nach Türknallen in der Vorabendserie. Wer Popcorn parat hatte, konnte die Szene genießen wie den Showdown zweier Hauptdarsteller, die sich nichts mehr schuldig bleiben.
Am Ende bleibt also das bekannte Soap-Gefühl: Die einen trauern Habeck hinterher, die anderen atmen erleichtert auf. Doch sein Schlagabtausch mit Söder war noch einmal bestes Polit-Entertainment – Drama, Ironie, Übertreibung. Stillos oder klare Kante? Das klären meine Kollegen Patricia von Thien und Philipp Luther in einem Pro & Contra.
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Ihr Berlin-Tipp
Wo schmeckt der Kaffee am besten? In welchem Kiezversteck gibt es das beste Feierabendbier? Und wo zeigt sich Berlin von seiner schönsten, schrulligsten oder überraschendsten Seite? Alles wichtige Fragen, die Sie nun beantworten können. Der heutige Tipp kommt von Anna aus Moabit:
„Die Tour durch die versteckten Hinterhöfe in Mitte war ein echtes Highlight: kleine Galerien, historische Höfe und viel Berliner Geschichte abseits der Touristenpfade. So entdeckt man die Stadt ganz neu.“
Und jetzt sind Sie gefragt: Schreiben Sie mir Ihren ganz speziellen Tipp – ob Lieblingsplatz, Geheimadresse oder Alltagsflucht – an spaeti@morgenpost.de. Ihre Einsendungen stelle ich hier im Newsletter vor.
Die Themen des Tages
• Der Berliner Verkehr hat in diesem Sommer wieder viele Debatten geprägt: durch die Probleme bei S-Bahn und Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), die bevorstehende Eröffnung des neuen A100-Abschnitts oder auch den von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) erneut aufgebrachten Vorschlag einer Magnetschwebebahn. Im Exklusiv-Interview mit der Berliner Morgenpost erklärt die Politikerin, warum sie die Idee einer Magnetschwebebahn weiterverfolgt. Sie spricht aber auch über das mangelnde Miteinander im Verkehr und darüber, was in der Planung von Radwegen nun anders gemacht werden soll.
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• Apropos Brücke: Das Bauwerk, das die Stadtautobahn A100, Berlins wichtigste Verkehrsader im Westen, wieder in beide Richtungen befahrbar machen soll, sieht auf den ersten Blick wenig spektakulär aus. „200 Meter lang, 25 Meter breit, je Fahrtrichtung drei Spuren plus jeweils Einfädelstreifen.“ So nüchtern beschreibt Andreas Irngartinger, Technischer Geschäftsführer der Deges, den Ersatzneubau der Ringbahnbrücke. Doch vor allem für gestresste Autofahrer in Richtung Norden und Anwohner soll sie endlich Entlastung bringen. Rein optisch und in ihren Dimensionen werde sich die neue Brücke nicht wesentlich von ihrem im April abgerissenen, maroden Vorgängerbau unterscheiden. „Die Unterschiede liegen in den konstruktiven Details“, sagt Irngartinger bei der Vorstellung des Bauvorhabens. Meine Kollegin Isabell Jürgens berichtet.
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• In manchen Kreisen hat sich das Feindbild „Polizei“ seit Jahrzehnten etabliert. Vor allem am Rande von Protesten – nicht selten aus dem linken Lager – beklagen Einsatzkräfte immer wieder auch körperliche Attacken. Zuletzt stand die Polizei allerdings erneut wegen eines vermeintlich zu rabiaten Vorgehens in der Kritik. Insgesamt 322 Angriffe auf die eigenen Kräfte erfasste die Polizei Berlin bei Versammlungen und Demonstrationen im vergangenen Jahr. Der Großteil liegt allerdings woanders. Wo? Das verrät Ihnen mein Kollege Philipp Siebert.
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Jetzt kommt noch Kasupke ...
... der nicht an einen schnellen Bau der Ringbahnbrücke glaubt:
„Als ick jelesen hab, det die neue Ringbahnbrücke bis Somma ‘27 fertich sein soll, hab ick nur hohl kichan können. Sicha, der Abriss jing turbokowski, aba det Bauen? Ick meene, wenn die Bauzeit schon als „ambitioniert“ jilt, denn wissen wa doch als Otto Normalfahra, wat wa davon zu halten ham. Erst steijen die Kosten, denn jib’ts Verzöjerungen noch und nöcha wejen Material oda Wetta oda Planungsproblemen oder sonstwat, und im Somma 2027 weeß keena mehr wat von dem Datum. Da heeßt et dann, vor 2028 wird det nüscht. Und Übajabe is 2030. BER, ick hör dir trapsen.“
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Und damit Schluss für heute. Ob Politdrama oder A100-Brücke – ich hoffe, es war etwas für Sie dabei. Wenn ja: Dann lesen wir uns morgen wieder im „Morgenpost Späti“. Schreiben Sie mir, wenn Sie Fragen, Tipps oder Lieblingsorte haben. Und denken Sie dran: Wer den Späti liest, ist klar im Vorteil.
Herzliche Grüße!
Ihr Pascal Biedenweg
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