Die Einschränkungen für Autofahrer und Anwohner auf und entlang der A100 im Berliner Westen sollen bis Sommer 2027 beendet sein. Dann soll der Ersatzneubau der sogenannten Ringbahnbrücke fertig sein und in Betrieb genommen werden, wie die bundeseigene Autobahngesellschaft und die zuständige Projektgesellschaft Deges am Montag mitteilten. Mit dem Neubau wurde nach einem europaweiten Vergabeverfahren die Arbeitsgemeinschaft Habau/MCE beauftragt.

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„Weitgehend parallel zur Ringbahnbrücke soll außerdem der Neubau der ebenfalls abgebrochenen Westendbrücke erfolgen“, hieß es. „Perspektivisch soll somit die Richtungsfahrbahn Nord der A100 im Abschnitt zwischen Messedamm und Spandauer Damm im Sommer 2027 wieder befahrbar sein.“
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Baubeginn in der zweiten Oktoberhälfte 2025

Der Neubau der Ringbahnbrücke soll nach bauvorbereitenden Maßnahmen in der zweiten Oktoberhälfte beginnen. Die gesamte Bauzeit ist mit weniger als zwei Jahren veranschlagt – das gilt für ein Projekt dieser Größe als äußerst ambitioniert. Die Kosten in Höhe von rund 80 Millionen Euro trägt der Bund.
Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus Habau Hoch- und Tiefbaugesellschaft und dem Stahlbauunternehmen MCE GmbH sicherte sich den Auftrag der Autobahn GmbH zum Neubau der wichtigen A100-Brücke nicht nur wegen des vergleichsweise günstigen Preises. „Entscheidend für die Auftragsvergabe war neben dem Preis die Kombination aus kurzer Bauzeit und minimierten Beeinträchtigungen für den Bahnverkehr“, so Andreas Irrgartinger, Technischer Geschäftsführer der Deges. Die Vertragsgestaltung setze zudem bewusst auf Leistungsanreize: Mit der ARGE wurde eine Bonus-Malus-Regelung vereinbart, die die pünktliche Fertigstellung zum Vertragstermin unterstützt.

„Wir haben auch die die 453 Meter lange Talbrücke Rahmede in Nordrhein-Westfalen in Bau“, sagte Andreas Jancar, Ingenieur und technischer Leiter des Gesamtprojekts bei Habau. „Dort sind wir auch gut unterwegs und werden den Terminplan einhalten“, so der technische Leiter. Für die Deges habe man auch die Autobahnabschnitte A10 und A24 zwischen dem Autobahndreieck Pankow und der Anschlussstelle Neuruppin sechsstreifig ausgebaut und erneuert. „Das haben wir auch innerhalb der verabredeten Zeit zu aller Zufriedenheit geschafft“, so Jancar. Auf welche Summe sich die vereinbarte Vertragsstrafe im Falle einer Bauverzögerung beläuft, wollten allerdings weder die Habau noch Deges sagen.
Die alte Ringbahnbrücke war Teil des Autobahndreiecks Funkturm, einem der bundesweit am stärksten belasteten Verkehrsknoten. Im März wurde die Brücke gesperrt, weil sich ein Riss im Tragwerk überraschend ausgebreitet hatte. Kurz darauf wurde die Überführung über die S-Bahn-Gleise abgerissen. So erging es auch der etwas weiter nördlich gelegenen Westendbrücke.
Wegner: Neue Brücke kann Vorbild für ganz Deutschland sein

Im Berliner Westen müssen Autofahrer seither weiträumige Umleitungen hinnehmen. Die Situation ist infolge des Umleitungsverkehrs durch Wohngebiete auch für die Anwohnerinnen und Anwohner eine Belastung.
Das Autobahndreieck inklusive der Ringbahnbrücke wurde Anfang der 60er-Jahre erbaut. Ein Umbau des überlasteten Verkehrsknotens ist seit Jahren geplant. Das Planfeststellungsverfahren läuft bereits. Damit die Brücke nun schneller wieder errichtet werden kann, wurde der Bau aus dem Verfahren herausgelöst. „Das kann Vorbild sein, Vorbild für ganz Deutschland, wenn es darum geht, unsere Infrastruktur zukunftsfest zu machen“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister, Kai Wegner (CDU).
mit dpa




