In einer schier endlos langen Schlange warten jedes Wochenende Menschen vor den Türen eines der legendärsten Clubs Berlins: dem KitKat. Neben vielen Stammgästen lockt der berüchtigte Techno-Club in der Köpenicker Straße auch zahlreiche Touristen an, die einen Blick in das extravagante Herz des Berliner Nachtlebens werfen wollen.

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Doch das Besondere: Nicht jeder schafft es hinein. Der KitKat ist bekannt für seine strenge Türpolitik – und für ein einzigartiges, offenes und grenzenlos liberales Ambiente. An der Tür wird vor allem eines geschätzt: kreative und ungewöhnliche Outfits. Bevorzugt werden Fetisch- und BDSM-Looks mit Latex, Lack oder Leder. Wer in normaler Straßenkleidung oder nur Unterwäsche auftaucht, hat keine Chance. Doch was macht diesen Ort so besonders? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
Sexpositive Partys im KitKat: Was heißt das in der Praxis?
Berlin ist berühmt für seine sexpositiven Partys, die längst ein fester Bestandteil des Nachtlebens sind. An jedem Wochenende können Menschen auf diesen Veranstaltungen ihre sexuellen Wünsche, Fantasien und Bedürfnisse frei und offen ausleben – oft begleitet von treibenden Techno-Beats. Die sexuelle Orientierung spielt keine Rolle, denn im Mittelpunkt steht vor allem eines: die Diversität.
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Auch das KitKat feiert „Sex Positivity“: Clubgäste finden dort ein großzügiges „Spielzimmer“ sowie zahlreiche intime Ecken und Bereiche, in denen sie ihrer Sexualität freien Lauf lassen können. Dabei gilt immer die goldene Regel: Nichts muss, aber alles kann – solange es einvernehmlich geschieht. Sex ist dabei definitiv kein Tabu, sondern ein fester Teil der Clubkultur. Auch öffentliche Selbstbefriedigung ist im KitKat akzeptiert und wird nicht verurteilt.
Besonders bekannt ist der Club für die beliebte Partyreihe „CarneBall Bizarre“, die jeden Samstag stattfindet. Bei den ikonischen Events gehören ausgefallene Fetisch-Outfits und teilweise oder vollständige Nacktheit quasi zum Standard. Doch so offen und freizügig die Atmosphäre auch ist: Respekt steht an oberster Stelle. Niemand darf die Grenzen anderer überschreiten – ungefragtes Berühren oder Annäherungen sind tabu. Der KitKat lebt von seiner respektvollen Clubkultur, die gegenseitiges Einvernehmen und Akzeptanz feiert.
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KitKat-Club: Das ist hier absolut verboten
Diskriminierung jeglicher Art – ob Homophobie, Rassismus oder Sexismus – wird im KitKat-Club nicht toleriert und konsequent mit einem Hausverbot geahndet. Sollte es zu unangemessenem Verhalten kommen, wird den Gästen dringend geraten, sich sofort an das Sicherheitspersonal zu wenden.
Um eine sichere und ungestörte Atmosphäre zu gewährleisten, herrscht zudem ein striktes Handyverbot: Alle Mobiltelefone müssen bereits an der Garderobe abgegeben werden. Für diejenigen, die besondere Momente festhalten möchten, gibt es meist einen Partyfotografen. Dieser fragt jedoch immer vorab um Erlaubnis, bevor Fotos oder Videos zum Beispiel auf Instagram veröffentlicht werden.
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Kritik am KitKat-Club: Diesen Vorwürfen musste sich der Club stellen
Der beliebte Fetisch-Club ist in der Vergangenheit nicht selten in die Kritik geraten. Für Aufsehen sorgte 2024 der Besuch von Rammstein-Sänger Till Lindemann, gegen den zuvor Vorwürfe wegen sexualisierter Übergriffe erhoben worden waren. Dennoch soll der Künstler nach einer Umarmung mit einem Türsteher ohne Taschenkontrolle Zugang zum KitKat erhalten haben.
Ebenfalls 2024 brachte zudem eine Recherche der Plattform „Exif“ den Techno-Club in Erklärungsnot: Dem KitKat wurde vorgeworfen, Sicherheitskräfte zu beschäftigen, denen Verbindungen in die rechtsextreme Szene nachgesagt wurden. Betreiberin Kirsten Krüger wies jedoch alle Vorwürfe zurück – rechte Türsteher habe der Club nicht, schrieb sie damals auf Morgenpost-Anfrage.
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Vorfall sorgt für Schlagzeilen: Club kündigt neue Sicherheitsmaßnahmen an
Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen wurde der KitKat-Club kürzlich erneut hart kritisiert, nachdem eine Vergewaltigung im September 2024 offiziell bestätigt wurde. Eine junge Frau schilderte gegenüber der „taz“, dass ein Mann gewaltsam mit dem Finger in sie eingedrungen sei. Sie habe sofort das Sicherheitspersonal alarmiert, welches die Polizei einschaltete. In der Charité sei später ein Vaginalriss diagnostiziert worden; die Frau erstattete Anzeige.
Der Club reagierte mit einer offiziellen Stellungnahme und kündigte den Einsatz von Awareness-Teams an, um solche Vorfälle künftig zu verhindern. Gleichzeitig betonten die Verantwortlichen, dass trotz aller Maßnahmen ein Restrisiko bestehe und Gäste verdächtige Situationen sofort melden oder im Ernstfall selbst eingreifen sollten.









