Die Berliner Umweltverwaltung warnt vor einer hohen Ozonkonzentration in Berlin. Erhöhte Ozonkonzentrationen können beim Menschen eine Reizung der Atemwege, Husten, Kopfschmerzen und Atembeschwerden bis hin zu Einschränkungen der Lungenfunktion und Lungenkrankheiten hervorrufen. 

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Die Verwaltung empfiehlt vorsorglich allen Personen, die empfindlich auf Luftschadstoffe reagieren, insbesondere ungewohnte und starke körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden. Und sie hat eine Bitte: „Lassen Sie das Auto stehen, jeder nicht gefahrene Kilometer spart Ozon und andere Schadstoffe.“ Das ist gut gemeint, allerdings dürften angesichts der aktuell desaströsen Situation bei der Berliner S-Bahn nur wenige Menschen den Drang verspüren, sich stattdessen in überfüllte Züge ohne Klimaanlage zu drängen.

Höchster Ozonwert in Neukölln gemessen

Am Stadtrand seien heute Mittag Ozonwerte zwischen 151 Mikrogramm pro Kubikmeter in Buch und 173 in Marienfelde gemessen worden, teilte die Behörde mit. Für Wohngebiete in der Innenstadt reichen die Ozon-Werte nach Angaben der Verwaltung zwischen 175 in Wedding und 188 in Neukölln. Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation zufolge sollte eine Konzentration von 100 Mikrogramm pro Kubikmeter als höchster 8-Stunden-Mittelwert eines Tages nicht überschritten werden.

Ab einem Schwellenwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter gemittelt über eine Stunde, muss die Bevölkerung zum Schutz von besonders empfindlichen Personen informiert werden, wie das Umweltbundesamt (UBA) erklärt. Würden 240 Mikrogramm überschritten, bestehe ein Gesundheitsrisiko für die Gesamtbevölkerung.

Hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung

Hohe Ozonkonzentrationen treten laut UBA üblicherweise bei hohen Temperaturen auf. Voraussetzung seien eine intensive Sonneneinstrahlung und eine mehrere Tage andauernde stabile Schönwetterperiode, die zu einer Speicherung von Ozon in den unteren Luftschichten führe.

Ozon ist ein farbloses Gas. In Bodennähe auftretendes Ozon wird nicht direkt freigesetzt, sondern bei intensiver Sonneneinstrahlung durch komplexe Prozesse aus anderen Schadstoffen gebildet, wie das UBA informiert.

tok/dpa