- Beim Christopher Street Day (CSD) 2025 in Berlin sorgen junge Rechtsextreme für Aufsehen
- Die betrunkenen Pöbler skandieren queerfeindliche und rassistische Parolen
- Unser Video zeigt, wie ein Minderjähriger von seiner Mutter abgeführt wird
Mehrere Festnahmen, erratische Demo-Leitung, offensichtlich alkoholisierte Schreihälse: Der Protest junger Rechtsextremer – darunter die Deutsche Jugend Voran (DJV) – gegen den Berliner Christopher Street Day (CSD) am vergangenen Samstag wurde zum Reinfall. Höhepunkt war ein Minderjähriger mit Deutschlandschal, der abgeführt werden musste – von seiner Mutter.

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Um 11.30 Uhr versammelten sich die jungen Neonazis bereits am Schöneberger Ufer. Zwei Gruppen, die getrennt voneinander standen. Nach etwa einer Stunde verabschiedete sich eine Gruppe, vor Skandieren der ersten queerfeindliche und rassistischen Parolen. „Das war denen zu doof“, erklärte ein Polizeibeamter, der die Rechtsextremen nach draußen begleitete.
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Rechtsextreme Demo gegen CSD: 400 waren angemeldet, etwa 35 kamen
Rund 35 Personen blieben – 400 waren angemeldet. Junge Männer und Frauen, teils Minderjährige mit Pickeln im Gesicht, wollten „Gemeinsam gegen den CSD-Terror und der Identitätsstörung“ (sic!) demonstrieren. Die Parolen verhallten jedoch schnell nach zwei, drei Wiederholungen. Überhaupt: Am lautesten waren die jungen Rechtsextremen bevor der CSD-Zug ankam. Mindestens einer der Teilnehmer war sichtlich betrunken.

Auffällig war, dass Rädelsführer Julian M., der die DJV Berlin gegründet hat und dem eine dreijährige Haftstrafe droht, nicht anwesend war. Seine Gefolgsleute wollten jedoch nicht erklären, warum er an diesem Tag nicht mit seinem Megafon den Pulk anführte. Eine von ihm angemeldete Demonstration Ende Juni gegen den Marzahn Pride sorgte ebenfalls für frustrierte Neonazis. Laut „Tagesspiegel“ soll M. auf dem Weg zur Demonstration in Gewahrsam genommen worden sein.
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Rechtsextreme Jugendliche: Bereits im Vorfeld wurden Personen von der Polizei festgesetzt
Diejenigen, die am Sonnabend das Anheizen ihrer rechtsextremen Genossinnen und Genossen sowie den Kontakt zur Polizei übernahmen, waren bemüht, die Gruppe zu organisieren. So ganz genau schienen sie jedoch nicht zu wissen, wohin mit sich: Nachdem sie ihre Transparente ausgerollt hatten, zogen sie sich ab einem gewissen Zeitpunkt zurück und bildeten einen Kreis – verdeckt von den Transparenten. Die Polizei unterband die eigenartige Einlage jedoch mit dem Argument des Vermummungsverbots.
Bereits im Vorfeld des Protestes wurden laut Polizei sechs Personen am Alexanderplatz in Gewahrsam genommen – unter anderem wegen Beleidigung und den Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz, so eine Sprecherin. Insgesamt habe es mindestens zehn freiheitsbeschränkende Maßnahmen gegeben.
"Es reicht mein Freund, es reicht!", schreit eine Mutter ihren Sohn an, der eben an einer rechtsextremen Demo gegen den #CSDBerlin teilgenommen hat. "Du hast hier nichts zu suchen! Abmarsch", ist die Ansage. via @morgenpost (Aus Datenschutzgründen wurde Video gepixelt) pic.twitter.com/lnz7wbl1zI
— Alexander Rothe (@AlexRothe92) 26. Juli 2025
Der peinlichste Moment sollte aber noch folgen: Gegen Ende der Versammlung wurde ein junger Neonazi mit Deutschland-Schlauchschal von einem Polizisten weggeführt. Hinter dem Hamburger-Gitter empfing ihn seine Mutter, die ihn zurechtwies. Um abzuziehen, mussten beide die Straße überqueren, wo der CSD-Demo-Zug entlang lief – in diesem Moment zog der junge Rechtsextreme seinen schwarz-rot-goldenen Schal zügig runter.
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