Wechselhaft – so ließe sich das Wetter in Berlin der vergangenen Wochen zusammenfassen. Auf Hitzetage Anfang Juli folgte tagelang Regen mit grauem Himmel. Nach dem sonnigen und warmen Wochenende geht es in der neuen Woche in Berlin mit Starkregen und Gewitter weiter. Ist das normal? Zwei Experten ordnen das aktuelle Wetter ein.

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Fragt man dieser Tage Berlinerinnen und Berlinern nach dem Wetter in diesem Sommer, dann schneidet er nicht sonderlich gut ab. Regnerisch, unbeständig, untypisch – diese Assoziationen kommen auf. Aber stimmt das? Denn wirklich „normal“ wird ohnehin keiner der kommenden Sommer mehr werden, sagen Experten. Auch der im Jahr 2025 nicht.

Klimawandel: Auch der Sommer in Berlin 2025 ist zu warm und trocken

Denn der Klimawandel schreitet immer weiter voran. Die Wetterdaten der vergangenen Jahrzehnte zeigen in unserem interaktiven Wetter-Tool: Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin steigt tatsächlich. Auch, wenn man etwa das Wetter der vergangenen 30 Tage in Berlin betrachtet und mit der Durchschnittstemperatur zwischen 1961 und 1990 sowie 1991 und 2020 in derselben Periode vergleicht, wird deutlich: Die Temperatur ist im Sommer 2025 im Schnitt 3,5 beziehungsweise 2,3 Grad Celsius höher.

Dass vielen der Sommer in Berlin trotzdem nicht besonders warm vorkommt, liegt daran, dass er so wechselhaft ist. Oft unterscheidet sich dann die gefühlte Wahrnehmung des Wetters von den Fakten. Auf ein paar Hitzetage folgten im Juli mehrere regnerische Tage, die sich kühler anfühlten. Hat man hohe Erwartungen an den Sommer, können sich Experten zufolge Regen-Tage insgesamt negativ auf die Wetterwahrnehmung auswirken.

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Sommer in Berlin 2024: Besonders viele Sommer- und Hitzetage

Auch die Anzahl der Hitzetage und sogenannten Sommertage mit mehr als 25 Grad Celsius können sich auf das wahrgenommene Wetter auswirken. Im Jahr 2024 gab es laut Statistik Berlin-Brandenburg insgesamt 19 Hitzetage. 2025 gab es bis zur Hälfte des Sommers insgesamt sieben Hitzetage. Zu den Sommertagen mit Temperaturen über 25 Grad gibt es für 2025 noch keine Auswertung des Deutschen Wetterdiensts (DWD). Sicher ist: Im vergangenen Sommer gab es davon ganz besonders viele in Berlin, nämlich 69 Stück – dass sich diese Zahl wiederholt, ist nach der ersten Hälfte des Sommers nicht absehbar.

Fest steht auch: Berlin war im Juni mit durchschnittlich 19,3 Grad Celsius nach Baden-Württemberg und dem Saarland das drittwärmste Bundesland. Es war im Schnitt 2,2 Grad wärmer als im vieljährigen Mittel. Und es regnete im Juni in Berlin nur 43 Prozent des Solls. Auch teils heftige Gewitter, etwa das Tief Ziros, das Schäden in Berlin und Brandenburg verursachte, konnten daran nichts ändern. Die Sonne schien im Juni mit 268 Stunden mehr als üblich (226 Stunden).

Juli 2025 in Berlin: vergleichsweise regnerisch

Dass der Juli 2025 bislang recht bescheiden auf viele Berlinerinnen und Berliner wirkt, hat unter anderem mit dem Niederschlag zu tun. „Wir haben immer mal Jahre, die trocken sind und immer mal wieder Jahre, die feucht sind“, sagt Frank Kreienkamp, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Vor allem im Juli 2025 ist es laut Kreienkamp in Berlin in vielen Regionen in und um die Hauptstadt herum vergleichsweise feucht. Das schadet ihm zufolge aber nicht. Und unnormal ist es auch nicht: Betrachtet man die Klimadaten für die Hauptstadt der vergangenen Jahrzehnte, so ist der Juli historisch einer der regenreichsten Monate des Jahres.

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In Hinblick auf die Wetterdaten der vergangenen 30 Tage im Vergleich mit derselben Zeitspanne in den vergangenen 30 Jahren sowie zwischen 1961 und 1990 ist der Juli 2025 etwas stürmischer als in der Vergangenheit. Laut Hagen Koch, Wissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, handelt es sich entgegen der Empfindung vieler Menschen aber trotzdem um eines der trockensten und wärmsten Jahre in Berlin und Brandenburg.

Wetter 2025: Insgesamt unterdurchschnittliche Regenmengen in der Region

„An der Messstation in Potsdam war das erste Halbjahr 2025 das niederschlagsärmste seit Aufzeichnungsbeginn“, sagt Koch. In den vergangenen zwei Wochen habe es tatsächlich etwas mehr geregnet, „aber der einzige Monat, der dieses Jahr normale Niederschlagsmengen oder teilweise erhöhte Regenmengen gebracht hat, war der Januar.“ Für die Region Berlin-Brandenburg ist der Niederschlag im bisherigen Sommer also unterdurchschnittlich.

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„Klimawandel bedeutet nicht, dass den ganzen Sommer vier Monate lang 30 bis 40 Grad herrschen“, erklärt der Experte. Das Klima in Berlin-Brandenburg sei insgesamt wechselhaft. „Wir haben in den vergangenen Jahren häufiger blockierende Wetterlagen“, erklärt der Experte. Dann setzt sich ein Hochdruckgebiet fest. Für ein bis zwei Wochen bewegt sich manchmal gar nichts. Dies führt zu Extremwetterlagen; wie etwa zu mehreren Hitzetagen Anfang Juli.

Sommer in Berlin: Experte erklärt, wie sich das Wetter langfristig entwickelt

„Es ist langfristig damit zu rechnen, dass es häufiger langanhaltende Perioden mit keinem oder geringem Niederschlag gibt. Wenn dann mal aus Richtung Mittelmeer oder Atlantik warme Luftmassen kommen und viel Feuchtigkeit mitbringen, dann gibt es häufiger Starkniederschläge.“ Es kann also sein, dass dann auf den Monat gerechnet genauso viel oder sogar weniger Regen fällt – nur verteilt sich die Masse auf eine viel kürzere Zeitspanne. Trifft Starkregen auf ausgetrocknete Böden, kann das zu Überschwemmungen führen, weil diese viel weniger Wasser aufnehmen können.

Langfristig können mit dem fortschreitenden Klimawandel Sommer wie der aktuelle in Berlin also zur neuen Normalität werden. Und wie geht es kurzfristig diesen Sommer weiter? „Die Modelle sind sich nicht hundertprozentig einig, wohin es geht“, sagt Kreienkamp vom DWD. „Es ist jedenfalls nicht erkennbar, dass wir bald eine langanhaltende Hochdruckphase erleben.“ Eine Hitzewelle bleibt also erst einmal aus. Die nächsten zehn Tage wird es in Berlin eher regnerisch.

Auch wenn der Blick aus dem Fenster es nicht unbedingt vermuten lässt: Der Sommer in Berlin 2025 ist bisher durchaus ein sehr warmer, sonniger und regional sehr trockener. Noch kann er sich in alle möglichen Richtungen verändern. Nur, so heißt es vom Deutschen Wetterdienst: Zu kalt wird er ziemlich sicher nicht mehr werden.