Zum Artikel „Nachtflugverbot: Debatte alarmiert Anwohner“ vom 8. Juli

Das Recht, auf eine untragbare Situation hinzuweisen, hat nicht Ryanair, sondern allenfalls die Anwohner, die durch die zahlreichen Ausnahmegenehmigungen ohnehin Nacht für Nacht um erholsamen Schlaf gebracht werden. So auch seit 2023 im südlichen Lichtenrade. Offenbar nach Verlagerung der Startrouten erfolgen bei allen West-Wind-Wetterlagen Startvorgänge hier im 2-Minutentakt in extrem geringer Höhe weil aus Kostengründen nicht die gesamte Startbahn genutzt wird - und zwar wenigstens in der Zeit von 5:30 bis 23:30 Uhr. Dazu kommen dann die genehmigten Nachtflüge. Der Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg prognostiziert „es wird noch schlimmer, ziehen Sie weg“. Bei der Wohnungssituation in Berlin ist das aber nicht möglich. In der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt will davon überhaupt niemand etwas wissen. Von dort kommt die Aussage, diese durch Fotos dokumentierten Flüge würden gar nicht stattfinden! Der Bitte um eine Inaugenscheinnahme vor Ort wird nicht nachgekommen. Die betroffenen Anwohner sind schon unter den gegebenen Umständen einem Lärm-Terror ausgesetzt, der bereits zu ernsthaften gesundheitlichen Beeinträchtigungen geführt hat. Jeder Eidechse, jedem Haussperling wird mehr Aufmerksamkeit und Fürsorge zuteil, als den Menschen, die - durch Gentrifizierung an den äußersten Stadtrand verdrängt- durch ihre Berufstätigkeit diese Stadt „am Laufen“ halten. 

Claudia Gentzmer , per E-Mail

Ich erinnere mich an einen Aufenthalt in einem beschaulichen bayerischen Städtchen. Anfangs saß ich senkrecht im Bett, wenn nachts viertelstündlich die nahe Kirchturmuhr gongte. Doch schnell hatte mein Unterbewusstsein sich mit diesem Geräusch angefreundet. Für wen machen am BER fünf Minuten den entscheidenden Unterschied? Mit Sicherheit für die Passiere, die erst mit vielen Stunden Verspätung gemartert an ihr Ziel kommen, und für die Fluggesellschaft, der nennenswerte Zusatzkosten entstehen. Vor einigen Jahren, damals noch zu Zeiten von Tegel TXL, saß ich, aus Norwegen kommend, in Amsterdam bereits im Flieger, als der Pilot uns bat, wieder auszusteigen. „Die Berliner Luftaufsicht verweigert uns den Start, da wir erst wenige Minuten nach der Sperrstunde in Berlin wären.“ Wir wurden umsorgt, auch schnell umgebucht. Dennoch hieß dies, in Amsterdam zu übernachten, um mit einem Tag Verspätung den Flug anzutreten. Ist das verhältnismäßig? Ich halte es für Schildbürgerei.

Frank Zornow, per E-Mail

Zum Artikel „Mohrenstraße kann umbenannt werden“ vom 10. Juli

Bei Umbenennung müsste der Bezirk für Anwohner und Firmen sämtliche entstehende Kosten übernehmen. Dann würde schnell klar werden, dass einfach erklärende Zusatzschilder die günstigere Variante wären. Allerdings finde ich, dass die Anlieger nicht dazu befragt werden und Bedenken einfach beiseite gewischt werden, bedenklich. Durch solche Umbenennung ändert sich nichts an unserer Geschichte. Daher wäre Erklärung immer besser als einfache Tilgung, nach dem Motto: Was ich nicht sehe, gab es nicht.

Viviane Schütt, per E-Mail

Eine große Gedächtnistafel an die „Mohren“ in Berlin etwa auf dem U-Bahnhof (es gibt auch zeitgenössische Bilder) wäre viel sinnvoller, als sich aus der Geschichte davonzustehlen und auch noch die letzten Namen zu tilgen. 

Dr. Thomas Buske, per E-Mail

Zum Artikel „Graffiti-Angriff auf Berlins U-Bahn-Prototyp – ‚äußerst ärgerlich‘“ vom 8. Juli

Was den Vandalismus durch Graffiti an Bahnen aller Art in Berlin angeht hätte ich einen Vorschlag wie man dieses riesige Problem in der Stadt evtl. ein bisschen eindämmen könnte. Wie wäre es, gleich echte Airbrush/ Graffitikünstler die Züge gestalten zu lassen. Die Zeiten, zu denen in der Szene das ungeschriebene Gesetz galt, dass gute Bilder nicht überschmiert werden, sind zwar auch vorbei. Aber nicht wenige Vandalen hätten mit Sicherheit eine Leinwand, wie sie ihnen auf neuen und unbefleckten Zügen geboten wird, viel lieber als eine Bearbeitete auf deren ihre ,Kunst‘ dann nicht so sehr zur Geltung kommen würde.

Ullrich Herzau, per E-Mail

Zum Artikel „Eine Million Bäume für Berlin? Was die Hauptstadt davon hält“ vom 8. Juli

Bei uns in Reinickendorf kommt das Grünflächenamt schon jetzt nicht mit der Pflege der jungen Bäume hinterher. In der Oranienburger Str. auf dem Mittelstreifen wurden nach der Erneuerung der Straße neue Bäume gepflanzt. Diesen Bäumen sieht man die Vernachlässigung deutlich an. Selbst auf dem Betriebshof in Wittenau wird die Grünanlage nicht gewässert. Die Gehölze bekommen alle gelbe Nadeln oder gehen ganz ein. Auch die Bäume leiden. Bei einem Anruf im Amt wurde als Begründung der Sturm angegeben. Die Hitzewelle war aber schon vor dem Sturm. Außerdem haben die jungen Bäume keine Zeit zu warten, bis die Sturmschäden beseitigt sind, dann müssen sie wahrscheinlich auch beseitigt werden. Also neue Bäume nur, wenn sie auch gepflegt werden, sonst ist es rausgeschmissen Geld. 

Barbara Wolters, per E-Mail

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