Die umstrittene Umbenennung der Berliner Mohrenstraße durch den Bezirk Mitte kann erfolgen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte eine entsprechende Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts. Ein Antrag auf Berufung wurde abgewiesen, damit ist das Urteil rechtskräftig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Es bestünden keine Zweifel mehr an der Rechtmäßigkeit des Urteils der ersten Instanz, befand das Oberverwaltungsgericht. Es werde nicht willkürlich in die Rechte des Klägers – eines Anwohners – eingegriffen.

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Noch steht der konkrete Zeitpunkt für eine offizielle Umbenennung nicht fest. Die Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger freut sich jedoch nach eigenen Worten bereits darauf, „diesen wichtigen Schritt gemeinsam mit der Schwarzen Community zu begehen und ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und für eine erinnerungspolitisch verantwortungsvolle Stadt zu setzen.“
Die Umbenennung der Straße sei Teil einer notwendigen Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit Deutschlands und einem respektvollen Umgang mit den Menschen, die davon betroffen sind. „Ich bin froh, dass wir die Umbenennung nun endlich vornehmen können“, erklärt Remlinger.
Das Bezirksamt stehe weiterhin in engem Austausch mit der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD), Each One Teach One (EOTO) e.V. und weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen. Gemeinsam mit diesen Partnern sei eine feierliche Einweihung der Anton-Wilhelm-Amo-Straße geplant.
Aktivisten nahmen Umbenennung vorweg
Am 20. Juni 2025 hatten Aktivisten die U-Bahn-Station mit Sprühdosen vorübergehend in Anton-Wilhelm-Amo-Straße umbenannt. Amo war der erste bekannte Philosoph afrikanischer Herkunft in Deutschland. Die Guerilla-Aktion wurde aber in der Zwischenzeit von Mitarbeitern der BVG wieder rückgängig gemacht. Derzeit ist nichts auf dem U-Bahn-Schild zu lesen.
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Jahrelanger juristischer Streit beendet
Der von den Grünen geführte Berliner Bezirk Mitte will die Mohrenstraße schon länger umbenennen, weil er den Namen wegen des Begriffs „Mohr“ für problematisch oder rassistisch hält. Der ausgewählte neue Name lautet Anton-Wilhelm-Amo-Straße, nach einem afrikanischstämmigen Gelehrten im 18. Jahrhundert in Berlin. Eine entsprechende Allgemeinverfügung wurde am 4. Mai 2021 im Amtsblatt bekannt gemacht.
Anwohner klagten gegen die Umbenennung, das Verwaltungsgericht wies die Klagen im Juli 2023 zurück. Die Entscheidung wurde aber nicht rechtskräftig, weil ein Anwohner die Berufung vor dem OVG beantragte – ohne Erfolg.
Die klagenden Anwohner hatten argumentiert, die Namensgebung für die Straße vor 300 Jahren sei nicht rassistisch, sondern wertschätzend gemeint. Viele historische Straßennamen hätten mehrere Seiten, aber sie seien Teil der Geschichte der Stadt und man müsse sie erklären.






