Überquellende Mülleimer in Grünanlagen, Sperrmüll am Straßenrand, weggeworfene Verpackungen auf dem Gehweg, Spritzbestecke im Gebüsch – in Berlin lässt die Sauberkeit an etlichen Stellen zu wünschen übrig. Mit der Gesamtstrategie „Saubere Stadt“ will der Berliner Senat gegensteuern. Aber wie sauber oder dreckig ist unsere Stadt wirklich? Das will die Senatskanzlei durch eine Online-Befragung der Berlinerinnen und Berliner bis zum 31. Juli herausfinden.

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Die anonyme Umfrage ist Teil der Zielvereinbarung „Sauberkeit und Ordnung“. Sie soll dazu dienen, Maßnahmen zu entwickeln, die geeignet sind, um die Sauberkeit in Berlin zu erhöhen. „Die Umfrage wird uns Hinweise geben, wo wir nachsteuern müssen, um die Sauberkeit in Berlin zu verbessern. Ich freue mich deshalb auf eine hohe Beteiligung an der Befragung, für die man sich zehn bis 15 Minuten Zeit nehmen muss“, teilte Martina Klement, Staatssekretärin für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung, mit. „Mit ihren Erfahrungen und Meinungen zum Thema Stadtsauberkeit und Ordnung können die Berlinerinnen und Berliner einen wichtigen Beitrag zu einer sauberen und lebenswerten Stadt leisten.“
Als Belohnung für die Teilnahme gibt es eine Verlosung
Teilnehmen können nicht nur Berlinerinnen und Berliner ab 16 Jahren, sondern auch Personen, die sich nur zeitweise in Berlin aufhalten, wie Tagesgäste, Touristinnen und Touristen sowie Pendlerinnen und Pendler von außerhalb Berlins. Das Online-Formular gibt es in den Sprachen Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Russisch sowie Ukrainisch.
Neben der freien Teilnahme im Netz wurde auch eine Zufallsstichprobe aus dem Berliner Melderegister gezogen – so wurden viele Bürger per Post zur Teilnahme eingeladen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Ergebnisse am Ende wirklich repräsentativ für alle Berliner Bezirke sind. Und eine kleine Belohnung gibt es auch: Wer möchte, kann am Ende der Umfrage an einer Verlosung teilnehmen. Gewinnen kann man zum Beispiel Tickets für Spiele von Hauptstadt-Clubs.
Gefragt wird unter anderem nach der Zufriedenheit mit der Sauberkeit in Berlin und im eigenen Wohnbezirk. Wie sauber sind zum Beispiel Straßen, Gehwege, Unterführungen, Eingänge von U-Bahnhöfen, Grünflächen und Parks, Spielplätze und Wohnanlagen? Welche Verschmutzungen sind in er eigenen Wohngegend besonders ausgeprägt? Sind es zum Beispiel zu volle Abfalleimer, Hundekot, Sperrmüll, Drogenbestecke oder herumliegende Müllsäcke?
Wie bekannt sind Angebote zur Müllvermeidung?
Die Befragung soll auch Aufschluss über die Bekanntheit und Nutzung von Angeboten der Ordnungsämter Berlins zum Thema Müll und Müllvermeidung geben. Wie oft wurde das Ordnungsamt in den letzten zwölf Monaten bei Kontrollen gesehen? Sollten diese häufiger stattfinden? Und welche Möglichkeiten der Abfallentsorgung oder auch der Weitergabe von Dingen sind bekannt? Die BSR-Kieztage zum Beispiel, die Recyclinghöfe oder Online-Portale wie „Verschenken statt wegwerfen“ und das BSR-Gebrauchtwarenkaufhaus.
Es komme schon mal vor, dass man seinen Müll nicht ordnungsgemäß entsorge, heißt es in der Umfrage. Doch was sind die Gründe dafür? Wird Abfall fallengelassen, weil bereits Müll herumliegt? Weil man sich auf wichtigere Dinge konzentrieren muss? Oder weil es die Aufgabe der Stadt ist, den Müll einzusammeln? Damit hier auch wirklich ehrlich geantwortet wird, gibt es bei dieser Frage noch einmal den Hinweis auf die Anonymität. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist für das vierte Quartal 2025 geplant.
Dramatische Rattenplage auf dem Hermannplatz
Dass das Müll- und Abfallproblem in Berlin auf jeden Fall groß ist, hat sich erst kürzlich wieder am Neuköllner Hermannplatz gezeigt. Die Rattenplage hat solche Ausmaße angenommen, dass der Bezirk ab Juli strenge Maßnahmen erlässt. Grund seien weggeworfene Lebensmittel und Abfälle, aber auch das Füttern von Haustieren und Vögeln, teilte das Bezirksamt mit. Dieses Verhalten schaffe einen „idealen Lebensraum für die Gesundheitsschädlinge“.
Zahlreiche Ratten und Rattenlöcher seien gesichtet worden. Zudem gebe es viele Beschwerden und Meldungen von Nachbarn. Weitgehend verboten sei ab dem 1. Juli nun das Füttern von Tieren. Zusätzlich gebe es Anordnungen zur Beseitigung von Müll und Lagerung von Lebensmitteln. Außerdem werden Plakate aufgehängt, die über die Probleme mit den Ratten und die Anordnungen informieren.

Das Bezirksamt warnte, infolge des Rattenbefalls bestehe die konkrete Gefahr der Verbreitung von Krankheiten. Wegen der unmittelbaren Nähe zu vielen Menschen und offenen Lebensmitteln gebe es auf dem Hermannplatz mit Wochenmarkt und vielen Lebensmitteln sowie zahlreichen U-Bahnstationen eine hinreichende Wahrscheinlichkeit für die Übertragungen.





