In der Berliner Politik hat sich binnen eines halben Jahres ein bemerkenswerter Wandel vollzogen. Während die schwarz-rote Landesregierung seit Herbst 2023 mit schlechten Zustimmungswerten kämpft, erlebt die Linkspartei ein politisches Comeback. Noch im November vergangenen Jahres galt sie als Verliererin im Umfragegeschehen – nun ist sie zweitstärkste Kraft in der Hauptstadt.

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Laut dem aktuellen BerlinTrend von Infratest Dimap, erstellt im Auftrag von „rbb24 Abendschau“ und „rbb 88.8“, liegt die Linke mit 19 Prozent deutlich vor Grünen, SPD und AfD. Nur die CDU liegt mit 25 Prozent noch vor ihr – jedoch mit einem Verlust von zwei Prozentpunkten im Vergleich zum Herbst 2024. Die Linke hat sich innerhalb eines halben Jahres um 13 Prozentpunkte verbessert – ein Wert, den sie zuletzt bei der Wahl 2001 erreichte. Die Ergebnisse im Überblick:

ParteiUmfrage-ErgebnisVeränderung zur letzten Umfrage
CDU25 Prozent- 2 Prozentpunkte
Die Linke19 Prozent+ 13 Prozentpunkte
Die Grünen15 Prozent- 5 Prozentpunkte
SPD14 Prozent+ 2 Prozentpunkte
AfD13 Prozent- 2 Prozentpunkte
BSW4 Prozent- 3 Prozentpunkte
Andere10 Prozent- 3 Prozentpunkte

Quelle: Infratest dimap für RBB, Telefon- und Online-Umfrage im Juni 2025

Auch spannend: Wegner deutet an, 2026 erneut bei Bürgermeister-Wahl anzutreten

CDU vorn – doch Regierung ohne Mehrheit

Trotz des CDU-Vorsprungs hätte eine aktuelle schwarz-rote Koalition keine parlamentarische Mehrheit. Dieses Muster zieht sich nun durch mehrere Erhebungen seit dem Herbst 2023. Für die SPD gibt es leichte Zugewinne auf 14 Prozent, während die Grünen mit 15 Prozent fünf Punkte verlieren und damit auf den dritten Platz rutschen.

Die AfD kommt auf 13 Prozent. Deutlich unter Druck steht das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW): Nachdem es im November noch auf sieben Prozent kam, liegt es nun bei nur noch vier Prozent – und damit knapp unterhalb der Fünfprozenthürde.

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Regierung mit Rekordtief bei der Zufriedenheit

Der eigentliche Tiefpunkt zeigt sich jedoch bei der Bewertung der Berliner Regierung. Nur 26 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit des schwarz-roten Senats zufrieden – 68 Prozent hingegen äußern Unzufriedenheit. Im bundesweiten Vergleich bedeutet das den letzten Platz unter allen Landesregierungen.

Ähnlich düster fällt das Urteil über den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) aus: Nur 29 Prozent bewerten seine Arbeit positiv, 52 Prozent sind unzufrieden. Wegner bleibt damit das Schlusslicht unter allen amtierenden Ministerpräsidentinnen und -präsidenten in Deutschland.

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Umfrage zeigt: Wohnen bleibt zentrales Thema

Ein zentrales Thema für die Berlinerinnen und Berliner bleibt weiterhin die Wohnungspolitik: 24 Prozent nennen sie als drängendstes Problem – mit deutlichem Abstand vor der Migrationspolitik (15 Prozent) sowie Bildung und Mobilität (jeweils 12 Prozent).